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Strand-Report 2010
Teil 2
Sonne und Meer für Romantiker, der Strand für Wassersport, der für FKK und Schwule oder frischen Fisch – im zweiten Teil unseres großen Strandreports geht es bunt zu. Bestimmt ist auch Ihre Lieblings-Beach dabei. Vielleicht haben wir Sie auch neugierig gemacht, sich den einen oder anderen hier vorgestellten Strand mal anzusehen und zu testen. Wir wünschen viel Spaß mit Sonne, Strand und Meer…
Punta Galera Ferien fern vom Trubel
Romantik pur, Ibiza pur – das gilt für diese Bucht im Westen der Insel. Strandkiosk, Liegen und Musikbeschallung werden Sie hier nicht finden. Dafür aber ein Meer, das in allen Blautönen leuchtet – und einen Platz zum träumen… Die Gleichung geht auf: Je schwieriger die Anfahrt, je unwegsamer der Weg zum Ziel, umso schöner und romantischer ist die Bucht oder der Strand. Friedlich und einsam wirkt die Punta Galera an diesem Sonntag im Juni. Vögel zwitschern, Möwen ziehen am Himmel ihre Kreise, in der Ferne tuckern einige Boote auf dem Meer. Das Wasser vor der rauen Felsküste schimmert in allen Blautönen, changiert von Türkis bis Tiefblau. Die Kapriolen der Natur haben an der Küste flache, unterschiedlich hohe Felsen geformt, so dass man fast immer die Chance hat, ein wenig Privatsphäre zu genießen.
Auf einem der Plateaus hat ein Pärchen seine Badetücher ausgebreitet. Mehr Strandbesucher haben an diesem Tag den Weg hierhin nicht gefunden. In der winzigen Bucht auf der linken Seite gibt es einen schmalen Strand, der außer einigen Fischerhütten keinerlei touristische Annehmlichkeiten zu bieten hat. Auf Liegen, Sonnenschirme, Bar-Service und weißen Sand muss man verzichten, wenn man diese Bucht für seinen Badeausflug wählt. Vor einer der Hütten säubert eine Frau die Fische, die sie bei einem Bootsausflug mit ihrem Mann gefangen hat. Einige Strandbesucher haben oberhalb der Bucht geparkt, und machen sich gerade an den etwas schwierigen Abstieg zum Meer hinunter. Ohne übertreiben zu wollen, so stellt man sich Idylle pur vor. Schon seit vielen Jahren wird die Punta Galera bei Insidern als Geheimtipp gehandelt, umso überraschender ist es, dass sie an einem Wochenende im Juni noch um die Mittagszeit so verlassen wirkt.
Im Juli und August könnte sich das zwar ändern, aber dann muss man einfach die frühen Morgenstunden nutzen, um diesen Hauch von Zeitlosigkeit zu genießen, der über die bizarre Felsküste der Punta Galera weht. Unser Tipp: Packen Sie Getränke und Proviant ein. Und vielleicht auch den eigenen Sonnenschirm.
So kommen Sie hin: Sie fahren von Sant Antoni Richtung Santa Agnès. Beim ersten Hinweisschild müssen Sie links abbiegen. Nach einer kurzen Strecke verwandelt sich die Asphaltstraße in einen holprigen und staubigen Feldweg. Folgen Sie ihm, bis er unbefahrbar wird. Von dort aus müssen Sie zu Fuß weiter. Der Abstieg hinunter auf die Felsplateaus oder die Bucht ist nicht allzu schwierig, aber Vorsicht ist trotzdem geboten. Außerdem empfehlen sich bequeme Schuhe.
Cala d’en Serra Romantik an der Nordküste
Man könnte sie ohne weiteres als die verborgene Schöne bezeichnen, die Cala d’en Serra an der Nordküste Ibizas. Auch bei dieser Bucht gilt: Der Weg ins Paradies ist holprig, aber die Belohnung ist gewiss. Eine staubige Sandpiste führt zum Ziel. Hält man bei der Fahrt hinunter auf einer Anhöhe an, blickt man auf einen winzigen Strand zwischen schroffen Felsküsten. Das Wasser ist so klar, dass man an einigen Stellen problemlos den Meeresgrund erkennen kann. Ein idealer Ort, um die großartige Unterwasserwelt der Insel beim Schnorcheln zu erkunden.
Bunte Sonnenschirme flattern fröhlich im Wind, auch eine Strand-Bar gibt es. Fast zehn Jahre wurde sie von Angelika und Rolf geführt, jetzt sind neue Chefs eingezogen: Seit Anfang der Saison verwöhnen der Holländer Renny und die Spanierin Esti aus Tarragona ihre Gäste mit kühlen Getränken und Snacks wie Hamburgern oder Saté-Spießen. Man spürt, dass sie Spaß an ihrem Job haben.
Obwohl der Strand bei unserem Besuch gut besucht ist, herrscht eine relaxte und lockere Stimmung. Bei leiser Chill Out-Musik stellt sich Entspannung ein, die tolle Aussicht verstärkt das Wohlbefinden. Wer auf der rechten Seite des Strandes über die Felsen klettert, erreicht eine noch kleinere Bucht. Dort muss man sich zwar auf steinigem Untergrund betten, aber dafür kann man sein Sonnenbad ganz ungestört genießen. Unser Tipp: Lassen Sie sich nicht abschrecken von der hässlichen Bauruine, die seit mehr als drei Jahrzehnten oberhalb der Bucht vor sich hin rottet. Schon oft wurde der baldige Abriss angekündigt, aber offensichtlich können sich die Institutionen nicht darüber einigen, wie dies finanziert werden soll. Trotz des unattraktiven grauen Betonungetüms ist die Cala d’en Serra ein wunderbares Fleckchen Erde.
So kommen Sie hin: Die Cala d’en Serra liegt an der alten Straße zwischen Portinatx und Sant Joan. Der Weg hinunter zur Bucht ist ausgeschildert. Und er ist staubig und mit einigen Schlaglöchern gespickt. Wer die Stoßdämpfer seines Autos schonen will, kann oberhalb der Bucht parken. Genau dort, wo die Asphaltstraße endet. In diesem Fall muss man allerdings einen etwas anstrengenden Rückweg in Kauf nehmen, denn es geht ziemlich steil bergan. Wer dieser sportlichen Ertüchtigung entkommen will, fährt direkt bis zur Ruine hinunter.
Pou des Lleó Frischer Fisch in ursprünglicher Natur
Verschwiegene Badeplätzchen vor roter Felsküste, klares Wasser, traditionelle Fischerhütten, ein Mini-Strand und eine großartige, relativ unberührte Landschaft – das sind die Ingredienzien, die der Pou des Lleo an der Nordwestküste ihren Charme verleihen. Wer der Masse der Hochsaison entkommen möchte, wer Einsamkeit und Stille sucht, wird sich in dieser ursprünglichen Kulisse wie im Paradies fühlen. Man kann sich hervorragend in eine der Felsbuchten verkrümeln, muss allerdings auf seinem Weg hinein ins kühle Nass über glitschige Felsen klettern. Der kleine, grobkörnige Sandstrand mit dem winzigen Kiosk Bon Estar ist zwar nicht ganz so attraktiv, aber dafür gelangt man problemloser ins Meer.
Oberhalb des Strandes liegt das Restaurant Can Salvadó, wo man sich nach dem Badespaß ein leckeres Essen gönnen kann. Das Lokal, das von Juan und Maria geführt wird, existiert schon seit Jahrzehnten und ist überall auf der Insel für frischen Fisch und typisch ibizenkische Reisgerichte wie die Paella bekannt. Auch der rustikale Fischeintopf (Bullit de Peix) ist bei den Stammgästen beliebt. Über eine Terrasse verfügt das Lokal nicht, aber im Sommer werden einfach die großen Panoramafenster geöffnet – so sitzt man direkt in erster Reihe und genießt den freien Blick auf die attraktive Küstenlandschaft. Eine Fisch-Paella gibt es für 18 Euro pro Person, die einfache gemischte Variante ist schon für 15,50 Euro zu haben. Die Dorade mit Salat und hausgemachten Pommes kostet 15,50 Euro. Wer heimische Fischsorten probieren möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen, der Preis orientiert sich am Gewicht. Das Restaurant hat täglich geöffnet, an den Wochenenden empfiehlt sich eine Reservierung. Tel.: 971 18 78 79 oder 609 65 75 41
So kommen Sie hin: Von Sant Carles aus fahren Sie Richtung Es Figueral und biegen rechts Richtung Cala Boix und Pou des Lleó ab. Nach einigen Kilometern geht es links ab. Folgen Sie der Straße bis zur Bucht.
Es Xarcu Urig, aber mit Stil
Will man auf Ibiza in besonders authentischer und schöner Atmosphäre am Meer schlemmen, muss man bereit sein, ein wenig mehr zu zahlen. Dafür wird man nicht nur mit einem guten Essen entschädigt, man genießt auch unbeschwerte Stunden und großartige Ausblicke auf die Küstenlandschaft – wie in Es Xarcu!
Alles hat seinen Preis. Wer einen ganz besonderen Abend erleben möchte, zum Beispiel bei einem romantischen Dinner zu zweit, sollte einen Besuch in der Cala Xarcu machen. Die Bucht liegt direkt unterhalb des Villenviertels Cala Jondal, östlich der Landzunge Punta Roig.
Zwar ist der Sandstrand winzig, aber die traditionellen Fischerhütten und das klare Meer sind echte Highlights. Für die meist prominenten Anwohner der Umgebung ist der Chiringuito Cala Xarcu deshalb schon seit langem ein Geheimtipp. Auch Boots- und Yachtbesitzer fühlen sich hier wohl. Sie können nämlich direkt vor der Küste ihre Anker auswerfen, und sich mit dem Schlauchboot in ihr Gourmet-Paradies bringen lassen. Natürlich kann das Essen auch an Bord serviert werden.
Die Terrasse, die mit trockenen Palmwedeln dekoriert ist, wirkt urig und rustikal, auf stylisches Ambiente hat man völlig verzichtet. Aber vielleicht ist es genau diese Schlichtheit, die von den Stammgästen so geschätzt wird. Am Abend sorgt eine dezente Beleuchtung für schöne Stimmung. Chef Mariano Torres Tur führt seinen Chiringuito seit mehr als 25 Jahren. Seine Spezialitäten: Frischer Fisch und Meeresfrüchte. Der Preis für einen frischen Fisch wird nach Gewicht berechnet. Pro Kilo muss man um die 50 Euro investieren. Die Küche des „Es Xarcu“ hat täglich von 13 bis 23 Uhr geöffnet. Am Wochenende ist eine Tischreservierung dringend erforderlich. Vor allem, wenn man einen Platz mit direktem Meerblick ergattern will. Reservierungen unter Telefon: 971 18 78 67
So kommen Sie hin: Zu erreichen über die Cala Jondal oder über Sant Josep. Wer von der Cala Jondal kommt, sollte am Strandrestaurant Tropicana den Villenhügel hinauffahren. Oben angekommen, muss man links abbiegen. Aber, Vorsicht, der Pfad ist mit Schlaglöchern gespickt. Von Sant Josep müssen Sie Richtung Es Cubells fahren und auf die Ausschilderung achten.
S’Argamassa Paradies für Wassersportler
Einen Platz auf Ibiza zu finden, der ein auf so kleinem Raum ein ähnlich abwechslungsreiches Wassersportangebot anbietet, ist fast unmöglich. Die kleine Bucht auf halbem Weg zwischen Santa Eulària und Es Canar misst zwar nicht mehr als etwa fünfzig Meter Länge und acht Meter Breite, zählt aber auf das Wassersportzentrum „Cesar Watersports”. Unser Tipp für Wasserratten…
Eine mit trockenen Palmwedeln bedeckte Bude bildet das Herz des Cesar-Zentrums, von hier aus starten Sie zu Ihren Abenteuern auf dem Meer. Im Angebot sind: Donut, Banane, Jet-Ski, Parasailing, Wasserski, Wake-Board, Windsurfen, Tretboote, Kayaks oder Bootsausflüge. Für jeden Geschmack und jedes Alter ist etwas dabei.
In der Mitte des Strands gibt es einen kleinen Steg, wo die Boote ankern und die Wassersportgeräte festgemacht sind. An einem Ende der Bucht trennt eine breite Mole den Sand- vom Felsstrand. Direkt dahinter befindet sich das Hotel Sol s’Argamassa, das über eine Übungswand für erste Freeclimbing-Versuche verfügt, sowie über ein Trampolin und andere Sportgeräte. Eine gute Möglichkeit, Sport auf dem Trockenen zu betreiben. Allerdings gehört die Anlage zum Hotelkomplex.
Zurück zum Wassersport, wo das „Cesar Watersports” auch einen Restaurantservice anbietet – mit diversen Tischen unter schattigen Pinien. Ein Billiard-Tisch lädt zu einem Verdauungsspielchen ein. Wollen Sie lieber ausruhen oder eine Siesta genießen, empfiehlt sich der vom Meer glatt geschliffene Felsvorsprung vor dem Chiringuito El Espigón. Dort können Sie sich auf einer bequemen Liege Gedanken darüber machen, welchen Wassersport Sie später ausüben möchten.
So kommen Sie hin: Fahren Sie von Santa Eulària Richtung Es Canar. An der Kreuzung Cala Pada biegen Sie rechts ab und folgen der Ausschilderung nach s’Argamassa.
Cala Vedella Entdecken Sie Ibiza unter Wasser
Überall auf Ibiza gibt es spektakuläre Plätzchen am Meer. Trotzdem vergessen viele von uns die Schätze, die sich unterhalb der Wasseroberfläche befinden. Zweifelsohne ist die Unterwasserwelt der Pityusen, die in einigen Gebieten strengen Naturschutzgesetzen unterliegt, eine der abwechslungsreichsten und schönsten im gesamten Mittelmeer.
Das Tauchzentrum „Big Blue“ in der Cala Vedella bietet das notwendige Equipment, um abzutauchen. Die Anfängerkurse finden direkt in Ufernähe statt, in den seichten Gewässern der tiefen Bucht. Für die späteren Tauchgänge fährt man mit dem Boot zum Inselchen Es Vedrà. Sozusagen als Belohnung.
Wer sich langsam auf seine Unterwasserabenteuer einstimmen will, wird feststellen, dass die Küste der Cala Vedella mit seinen kristallinen Wassern ein idealer Platz zum Schnorcheln ist. Mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen lernen Sie, direkt unterhalb der Wasseroberfläche zu tauchen. Zudem gibt es in der Bucht einen Anleger für kleinere Schiffe, Schlauchboote und Jet-Skis. Natürlich dürfen die Jet-Skis nur in einiger Entfernung zum Ufer benutzt werden, um die Badegäste nicht zu stören. Nach seinen Sportaktivitäten kann man sich in einem der vielen Restaurants bei einem kühlen Drink erholen. Der breite Sandstrand macht die Cala Vedella außerdem zu einem Anlaufpunkt für all diejenigen, die sich den Luxus erlauben können, an einem Wochenende mit der eigenen Yacht vor Anker zu gehen. Durch die hohen Steilküsten und die Fischerhütten wirkt die Bucht sehr idyllisch.
So kommen Sie hin: Von Eivissa aus biegen Sie kurz nach der Ortschaft Sant Josep links ab. Sobald Sie den ersten Kreisverkehr erreicht haben, fahren Sie Richtung Cala d’ Hort und müssen dann einfach nur der Ausschilderung Cala Vedella folgen.
Es Cavallet FKK und Schwulen-Strand
Schon auf dem Weg zum Parkplatz Es Cavallet stellt man fest, dass dieser Strand kein x-beliebiger ist. Die Abzweigung, die von der Straße nach Es Canal links abgeht, führt nämlich direkt durch den Naturpark Ses Salines, vorbei an unzähligen schon von den Mauren angelegten Wasserbecken, in denen das Salz der Insel gewonnen wird.
Der weiße Sandstrand ist etwa einen Kilometer lang, und von Dünen, Pinien und phönizischem Wacholder umgeben. Das türkisfarbende Meer beherbergt die Seegraswiesen, die zum Kulturerbe der UNESCO gehören. Lässt man seinen Blick bis zum Horizont schweifen, erkennt man Formentera. In Es Cavallet ist man in direktem Kontakt mit der Natur. Da überrascht es nicht, dass dieser Strand zu den offiziellen Nacktbadestränden der Insel zählt.
Direkt neben dem Parkplatz liegt der Chiringuito Es Cavallet. Hier ist das Ambiente modern und minimalistisch, auch eine kleine Boutique wurde integriert. Am oberen Ende des Strandes, ganz in der Nähe des Wachturms Sal Rossa befindet sich die Strand-Bar Chiringay, die seit vielen Jahren beliebter Treffpunkt der Schwulenszene ist. In Es Cavallet ist es ruhiger als am Nachbarstrand Ses Salines. Rund um die Restaurants kann man sich Liegen und Sonnenschirme mieten, auch ein Bar-Service wird angeboten.
Hier hat man die Chance, viele neue Leute kennenzulernen. Wer die Stille bevorzugt – oder das Alleinsein zu zweit, kann sich in die Dünen flüchten oder einen Spaziergang zum Wachturm machen, wo zahlreiche paradiesische Felsbuchten locken. Und wer einen schönen Strandtag mit einem romantischen Abendessen krönen möchte, sollte sich im Restaurant S’ Escollera, am unteren Ende des Strandes, einen Tisch reservieren.
So kommen Sie hin: Von der Schnellstraße aus kommend, müssen sie die Abfahrt Ses Salines/ Es Cavallet wählen und Richtung Sa Canal fahren. Dann links der Ausschilderung nach Es Cavallet folgen.

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