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Sie sind einzigartig, die Werke des Künstlers Jull – „Botschaften der Träume“, so hat er seine Malerei einmal selbst bezeichnet. Was mit dekorativer Illusionsmaler begann, hat sich zu einer Kunstform entwickelt, die einmalig in Europa ist. Nun hat Jull seine eigene Galerie in Eivissa – die größte Ibizas.

Der Stier mit dem roten Tuch, der sich durch eine Traumlandschaft bewegt, den Kopf noch nicht zum Angriff gesenkt. So als würde er abwarten, ob ihm Freund oder Feind gegenüber steht. Das Pferd, das mit wehender Mähne durch eine Mauer so zu traben scheint, dass die Mauersteine wie Würfel durch die Luft fliegen. Der Mensch mit dem Vogelkopf und der Aktentasche, der sich im Anblick eines vor einer billigen Absteige geparkten Rolls- Royce an den Kopf fasst. Das sind die großformatigen Bilder von Jull Dziamski, nur einige seiner Bilder.

Er liebt große Formate, der vor 55 Jahren im polnischen Posen geborene Künstler. Ein Stier soll so groß gemalt sein, wie ein Stier ist, basta. Das erzeugt Wirkung. Anders als bei einem kleinen Bild. Die Größe des Stiers ist es – natürlich neben der fantastischen realen Malerei – die Emotionen erzeugt. Man kommt sich als Betrachter klein vor. Hofft, dass dieser mit Muskeln bepackter schwarze Koloss nicht aus dem Bild springt, die mächtigen Hörner senkt und angreift. Das Pferd möchte man beruhigen, die Gestalt vor dem Rolls- Royce aufklären, dass der Fahrer nur eben in die Bar gegangen sei, um einen Kaffee zu trinken – und nicht mit Strasenmädchen im Stundenhotel verschwunden ist.

Jull mag es, wenn sich der Betrachter mit seinen Bilder auseinandersetzen muss, weil er gar nicht anders kann. „Ich möchte die Menschen einbeziehen in meine Arbeiten!“, sagt er. „Dekorationsmalerei“, mögen jetzt einige – vielleicht sogar abfällig – denken oder zumindest das Wort Illusionsmalerei“ benutzen. Früher hätte ich zugestimmt, zumindest beim Begriff Illusionsmalerei. Denn die beherrscht Jull zweifellos – und dadurch wurde er auch bekannt. So malte er großformatige Bilder für alle Aida-Schiffe. Wer schon einmal Gast an Bord war, erinnert sich bestimmt an die Bilder der Treppenaufgänge oder im Spa-Bereich. Gemalt hat der Künstler mit polnischen Wurzeln auch für die Arosa-Flussschiffe, für die Bodegas großer und berühmter spanischer Weingüter, für Sterne-Restaurants in Paris, für die Villen der Superreichen, für die Wandgestaltung im Berliner Nobelhotel Adlon – und als El Pato und Ars Vivendi noch nicht zum Club umgebaut wurden, zierte ein riesiges kippendes Glas mit Rotwein die Außenfassade des Ars Vivendi. So gemalt, dass man unwillkürlich einen Schritt zurücktrat, um aus der Gefahrenzone zu gelangen.

Jull beherrscht diese Technik natürlich noch immer. Doch die Werke in seiner neuen modernen Galerie, in der Via Punica 57 in Eivissa, sprechen eine andere künstlerische Sprache – und die ist weit weg von der bloßen Illusionsmalerei. Tiefgang ist in seinen Werken, die nachdenklich machen. Dazu kommt die fantastische Technik, die Genauigkeit des Pinselstrichs. All das sollte für einen Künstler selbstverständlich sein.
Wir, die wir uns mit Kunst beschäftigen, aber wissen, dass es nicht selbstverständlich ist. Und immer mehr beschäftigt sich der Maler mit Motiven der Insel, wie beim Bild, das er gerade hier malt: die „Ente“ vor dem Korbgeschäft, das es noch immer auf der Apothekenstraße am alten Markt in Eivissa gibt. Natürlich gibt es bei Jull auch weiter diese feine Mischung aus Kunst und verstecktem Humor in seinen Bildern, man muss nur genau hinschauen – betrachten…

Jull Dziamski hat den Schritt zur eigenen Galerie mit Hilfe eines Sponsors gewagt. Wie seine Bilder, ist auch diese Galerie riesig. Fast versteckt, hinter einer eher schmalen Ladenzeile, am Ende der Via Punica (wenn man vom Paseo Vara de Rey kommt, sind es rund 400 Meter), öffnet sich die in schwarz und weiß gehaltene schicke Galerie mit knapp 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche.

Und Jull wäre nicht Jull, wenn er sich nicht auch wieder witzig-praktisches ausgedacht hätte. Da ist zum Beispiel die weiße Porzellanfigur einer ibizenkischen Bäuerin aus einer der besten Porzellan-Manufakturen Spaniens, wobei der Hut als Zitronenpresse ausgelegt ist. Auch andere kleine Kunstwerke gibt es dort.


Die Adresse:

Galerie Jull, Eivissa, in der Via Punica 57, geöffnet täglich (außer Samstag und Sonntag) von 17.30 bis 21 Uhr. Mobil: 630 13 83 06

 

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