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Möchten Sie auf Ibiza eine Immobilie kaufen oder verkaufen? Wollen Sie hier ein Bankkonto eröffnen oder auch nur ein Handy erwerben? Dann brauchen Sie die NIE-Nummer. Bisher konnten diese lästige und zeitraubende Prozedur Ihr Anwalt, Ihr Notar oder die Gestoría für Sie übernehmen. Damit ist jetzt Schluss. Nun müssen Sie selbst Schlange stehen – und das kann auf Ibiza mal locker einen halben Tag dauern. Die spanische Steuerberaterin Katrin Thedens berichtet.
Seit dem 1. Juli 2011 hat sich das Ausländergesetz geändert und damit auch das Prozedere zum Erlangen der Identifikationsnummer für Ausländer (spanisch: Número de Identificación Extranjero, kurz: NIE Nummer). Mit der gesetzlichen Verordnung (Real Decreto 557/2011 vom 20. Juni 2011, Artikel 206) wurde bestimmt, dass ab sofort die NIE-Nummer nur noch durch persönliches Erscheinen des Antragstellers bei der Ausländerpolizei in Spanien vergeben wird.

Es ist nicht mehr möglich, dass der Antragsteller eine dritte Person wie Gestoría, Notar oder Rechtsanwalt mit einer spanischen oder ausländischen Vollmacht beauftragt, die NIE-Nummer bei den spanischen Behörden zu besorgen. Das war bisher der Fall und sehr praktisch und bequem – speziell unter Berücksichtigung der fast schon chaotischen Zustände bei der hiesigen Ausländerbehörde. Da sind vier oder fünf Stunden in der Schlange stehen (auch bei Sommerhitze) keine Seltenheit.

Ab dem 1. Juli 2011 muss nun leider jeder Antragsteller persönlich einen Termin vor Ort in Spanien bei der Ausländerpolizei wahrnehmen. Die Gestoría oder das Rechtsanwaltsbüro kann nur noch das „lange anstehen“ vermeiden, in dem sie einen Termin bei der Ausländerpolizei für den Antragsteller vereinbart und seinen Antrag und die zu zahlenden Gebühren (tasas) der Ausländerpolizei, vorbereitet. Wer nicht persönlich in Spanien erscheinen möchte oder kann, muss persönlich die NIE Nummer in dem ihm nächstgelegenen spanischen Konsulat anfordern.

Das oben genannte Gesetz sagt auch, dass die Frist zur Erteilung der NIE Nummer nicht mehr als 5 Tage (!) überschreiten darf. In der Praxis war dies bisher nicht der Fall. Im Gegenteil! Uns sind Fälle bekannt, bei denen die Antragsteller bis zu 3 Monate warten mussten, bis die beantragte Nummer zugeteilt wurde. Man darf also bei der 5-Tage-Frist gespannt sein!


Wer benötigt eine spanische NIE-Nummer, die übrigens gleichzeitig die Steuernummer für Ausländer in Spanien ist:

Die Identifikationsnummer weist einen vor den spanischen Behörden aus. Daher benötigt die NIE-Nummer jeder, der eine notarielle Urkunde erstellen möchte. Wer also z.B. einen Kauf/Verkauf einer Immobilie oder von Gesellschaftsanteilen beurkundet, eine Erbschaft in Spanien annimmt, Steuern in Spanien zu zahlen hat, ein spanisches Bankkonto eröffnen oder ein Handy erstehen möchte.

Selbst eine bevollmächtigte Person, die lediglich in Vertretung einer anderen beim Notar auftritt, muss zwingend im Besitz der NIE-Nummer sein, denn eine Urkunde wird ohne korrekte Identifizierung der Person nicht mehr im Grundbuchamt eingetragen. Also wenn Sie selbst nichts mit dieser „Transaktion“ zu tun haben, aber einen Freund, ein Familienmitglied oder einen Nachbarn vertreten, reicht die Identifizierung Ihrer Person durch Vorlage Ihres Lichtbildausweises nicht mehr aus, sondern Sie müssen außerdem eine NIE-Nummer vorweisen.

Die NIE-Nummer nicht mit dem Zertifikat von der Ausländerpolizei (Certificado de Registro de ciudadano de la unión), dem „grünen Papier“, dem alten „Residencia-Ausweis“ oder der Einwohnermeldebescheinigung (certificado de empadronamiento) vom Rathaus, verwechseln; denn das sind zwei verschiedene Papiere. Die NIE-Nummer ist die spanische Identifikationsnummer und gleichzeitig – wie erwähnt – Ihre Steuernummer. Diese Nummer ändert sich ein Leben lang nicht, unabhängig von dem Zertifikat/Papier, auf dem sie von der Ausländerpolizei ausgestellt wurde. Daher bitte diese Zertifikate gut aufbewahren.

Wer vor hat mit der Immobilie auch die Anschaffung eines Autos in Spanien vorzunehmen, sollte sowieso gleich bei der spanischen Ausländerpolizei das „grüne Papier“ (Certificado del Registro de ciudadano de la Unión) besorgen, denn nur mit diesem ist es dem Autohändler ein Leichtes das Auto beim Verkehrsamt anzumelden.

Keins der öffentlichen Dokumente der Ausländerpolizei oder Gemeinde, wie der Einwohnermeldenachweis (Certificado de empradonamiento), belegen eine Steueransässigkeit in Spanien. In Spanien sind Sie nur steueransässig, sobald Sie sich beim spanischen Finanzamt als Steueransässiger in Spanien angemeldet haben, spanische Sozialabgaben leisten, Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Spanien haben, mit Ihrer Familie in Spanien leben, Ihr Haupteinkommen in Spanien beziehen, und in Spanien Ihr Welteinkommen in der Einkommenssteuererklärung versteuern. An dieser Stelle darf ich darauf hinweisen, dass Sie nur in einem europäischen Land einkommenssteuerpflichtig sein können. Bei Ihnen also in der Regel in Deutschland oder in Spanien.

Doch Achtung! Quellensteuern/Nichtresidentensteuern auf Einnahmen oder Immobilienbesitz darf ein jedes Land erheben, in denen ich die Einnahmen erwirtschafte oder sich die Immobilie befindet. Gesetzlich geregelt werden diese Steuern unter den jeweiligen Ländern in einem Doppelbesteuerungsabkommen mit Spanien.
Vorsicht beim Immobilien-Verkauf
In letzter Zeit wird Kunden, die über 65 Jahre alt sind und Ihr Haus in Ibiza verkaufen möchten, mitgeteilt, dass Sie in Spanien den Veräußerungsgewinn nicht zu versteuern haben. Diese Auskunft ist leider in vielen Fällen falsch, denn ein Anrecht auf Freibeträge haben grundsätzlich nur Steueransässige in Spanien.

Der hierzu zu erbringende Nachweis für die notarielle Verkaufsurkunde ist ein Zertifikat des spanischen Finanzamtes, welches die Steueransässigkeit in Spanien des Verkäufers bestätigt. Nur in diesem Fall entfallen bei der notariellen Unterschrift der Verkaufsurkunde die 3% Retención (Vorsteuer auf den zu versteuernden Veräußerungsgewinn von Nichtsteueransässigen Immobilien- und/oder Grundstücksbesitzern.


Welche Bedingungen hat der in Spanien Steueransässige Verkäufer zu erfüllen, so dass er in Spanien keinen Veräußerungsgewinn beim Finanzamt zu versteuern hat:

– Er muss älter als 65 Jahre alt sein.
– Er muss den Nachweis/Zertifikat des spanischen Finanzamtes zur notariellen Unterschrift der Verkaufsurkunde beibringen.
– Bei der Immobilie darf es sich um seinen gewöhnlichen Wohnsitz (vivienda habitual) handeln, und nicht „nur“ eine Ferienwohnung oder Zweitwohnung.

Lassen Sie sich von Fachleuten richtig beraten, sonst können Sie leicht Geld und Nerven verlieren.

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