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„Mangelhaft“ – „Irreführung“. Letzter Platz der Gruppe. Was sagt der Salz-Chef?

 

Salz ist heute ein großes Geschäft. Längst nicht mehr nur Gewürzmittel, versprechen Edelsalze besonderen Genuss und wertvolle Eigenschaften. „test“, die Zeitschrift von Stiftung Warentest, nahm sich das Thema in der Oktoberausgabe vor. Untersucht wurden 36 Salze, vom Luxus-Meersalz über edle Steinsalze bis zur Discounter-Ware. Besonders hart gingen die Tester mit SAL de IBIZA ins Gericht. Wir sprachen mit Daniel Witte, Chef und Creator des edlen Ibiza-Salzes.

 

Salz – was bis vor nicht allzu langer Zeit das Nudelwasser gewürzt hat und von der Brezel geschnippt wurde, ist längst zum Life-Style-Produkt geworden. Aufwendig von Hand geschöpft oder über tausende von Kilometern aus Pakistan herangeschafft – verpackt in teuren Tiegeln, angepriesen als besonders wertvoll für den Körper. Doch was können diese Salze tatsächlich mehr – als die schnöde Massenware aus dem Supermarkt? Nicht viel, um es vorsichtig auszudrücken, urteilt „test“.

 

Salz entzaubert
Die Oktober-Ausgabe von Stiftung Warentest beschäftigte sich eingehend mit dem Thema Salz. Ohne können wir nicht leben, zu viel ist ungesund – klar. Über die Nahrung nehmen die meisten Menschen täglich schon mehr Salz auf als nötig. Der Körper braucht pro Tag etwa drei Gramm. Maximal sollten es nicht mehr als sechs Gramm sein.

Reines Salz, auch Kochsalz genannt, ist chemisch Natriumchlorid oder NaCl. Daraus besteht jedes Verzehrsalz zum größten Teil. Gerade Edelsalze werben zusätzlich jedoch mit „wichtigen und im hohen Maße vorhandenen“ Mineralien und Spurenelementen, die gut für uns sein sollen.

Bei den 36 getesteten Salzen lag der reine NaCl-Anteil zwischen 94,1 % und 99,9 %. Einige Edelsalze versprechen bis zu 84 zusätzliche Mineralien und Spurenelemente. Diese Zusatz-Elemente müssen sich den winzigen Rest zu den 100 % teilen.
Die Optimalrechnung wäre also: Sie verzehren am Tag 3–6 Gramm Salz, davon bestehen maximal 5,9 % aus bis zu 84 zusätzlichen Mineralien und Spurenelementen. Das würde voraussetzen, dass Sie ausschließlich dieses Salz nehmen und alle Lebensmittel, die Sie zu sich nehmen, ebenfalls damit gewürzt wurden. Edelsalze werden aber in der Regel in Kleinstmengen zur Verfeinerung genutzt.

Doch selbst bei der Optimalrechnung: Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stellt klar, dass die Mengen der Elemente zu gering sind, um davon ein gesundheitliches Plus zu erlangen.

Eine Ausnahme bildet gutes Jodsalz. Drei Gramm eines mit Jod gut angereicherten Salzes können den täglichen Bedarf zu mehr als einem Viertel decken. Keines der getesteten Edelsalze erreicht die nötige Konzentration jedoch auch nur ansatzweise.

Von den Bestandteilen her betrachtet gibt es im Sinne der Gesundheit demnach keine Argumente für die im Vergleich zur Massenware zum Teil mehr als zweihundert Mal teureren Luxus-Salze. Zum Vergleich: Das billigste Salz im Test – Kochsalz ohne Anreicherung und mit „gut“ bewertet – kostet rund 3 Cent pro 100 Gramm. Der Testsieger der mit Jod und zahnstärkendem Fluorid angereicherten Salze von „Aldi Süd“ kostet 4 Cent (für 100 g), nur knapp dahinter das Lidl-Produkt für ebenfalls ca. 4 Cent pro 100 Gramm. Spitzenreiter beim Preis sind die handgeschöpften Meersalze „Fleur de Sel“. Das Teuerste bringt es für 100 Gramm auf rund 6,65 Euro, belegte aber nur den vorletzten Platz dieser Klasse. „Fleur de Sel“ von SAL de IBIZA wurde im „test“-Bericht mit durchschnittlich 3,95 Euro pro 100 Gramm angegeben. Das 150-Gramm Tontöpfchen kostet laut „test“ in Deutschland rund 5,90 Euro. Erstaunlich: IbizaHEUTE hat beim Kauf auf Ibiza für den gleichen Artikel 12,90 Euro bezahlt. Mehr als das Doppelte für ein Ibiza-Produkt auf Ibiza… SAL de IBIZA-Chef Daniel Witte versicherte der Redaktion gegenüber, dass es sich hier um einen Fehler seitens „test“ handele. Dort sei statt des Preises für das Salz im Tontöpfchen der des Nachfüll-Packs angegeben worden.

Laut “test” und der Deutschen Gessellschaft für Ernährung sind die Inhaltsstoffe jenseits des puren Salzes weitestgehend zu vernachlässigen. Doch genau darauf baut das Marketing von SAL de IBIZA schwerpunktmäßig auf. Und das war ein rotes Tuch für die Tester. Sie sehen die Konsumenten in die Irre geführt.

 

Cristal de la Vida?
SAL de IBIZA wirbt mit „Jungbrunnen“ und „Cristal de la Vida“ – dem Kristall des Lebens. Das handgeschöpfte „Fleur de Sel“ wird als „besonders mineralstoffreiches Natursalz“ bezeichnet. Es werden eine „Vielzahl an Mineralien und Spurenelementen“ versprochen, die „in überdurchschnittlichen Mengen enthalten“ sein sollen.

Von den 36 Salzen, die „test“ prüfte, waren sieben „Fleur de Sel“, so auch das von SAL de IBIZA. Die Analyse: Das SAL de IBIZA-Fleur de Sel besteht zu 99,1% aus NaCl. Bei den getesteten Mineralien und Spurenelementen Kalzium, Magnesium und Jod wies das Ibiza-Salz jeweils die geringste Menge der getesteten Gruppe auf. Bei Kalium die zweit-geringste. Von den bei SAL de IBIZA angepriesenen „über 80 im Meerwasser nachweisbaren, für den menschlichen Organismus lebensnotwendigen Mineralien und Spurenelemente“, die auch in dem Salz enthalten sein sollen, konnte Stiftung Warentest nur einen Bruchteil finden. Auch die Aussage „wahrer Jungbrunnen“ sieht „test“ kritisch: „Weder die Anti-Aging-Wirkung ist belegt, noch fanden die Tester Elemente in Hülle und Fülle“, ist ein Resultat von „test“.

Das „Fleur de Sel“ von SAL de IBIZA erhält die Gesamtnote 5,0: „Mangelhaft“. In der Gruppe der sieben „Fleur de Sel“ belegt es den letzten Platz, im Gesamtvergleich aller 36 Salze teilt es sich mit zwei Steinsalzen den vorletzten Platz. Obwohl es in zwei der vier Bewertungskategorien durchaus punkten konnte: Die chemische Qualität führt es in seiner Gruppe sogar mit „gut“ (1,6) an. In Bereich Verpackung gefällt das Tontöpfchen mit Korkverschluss und Keramiklöffelchen und bekommt eine gute 2,0.

Die chemische Analyse von SAL de IBIZA selbst weicht teilweise extrem von denen der Stiftung Warentest ab.

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Das sagt der Chef
Daniel Witte (49) ist Erfinder und Chef der Marke SAL de IBIZA. Er verteidigt sein Produkt im Interview mit IbizaHEUTE:

„Es ist zwar richtig, dass das Salz an über NaCl hinausgehenden Mineralien und Spurenelementen nur geringe Mengen aufweist, diese aber dadurch, dass wir natürliches Meersalz aus Meerwasser gewonnen herstellen, in ihrer ursprünglichen Form vorliegen, was nach unserem Verständnis eine bessere Aufnahme dieser Mineralien und Spurenelemente ermöglicht.“

Allerdings werden „überdurchschnittliche Mengen“ versprochen?
„SAL de IBIZA ist ein absolut 100 Prozent reines unbearbeitetes Naturprodukt. Diese Produkte zeichnen sich dadurch aus – und ich sehe das als Qualitätsmerkmal – dass sie in ihrer Zusammensetzung natürlichen Schwankungen unterliegen. So kann der Gehalt an Restfeuchte variieren wie auch die Anteile an den jeweiligen Mineralien und Spurenelementen. Jedes 100 Prozent naturbelassene Meersalz enthält quasi per Definition überdurchschnittlich viele Mineralien und Spurenelemente. Alle raffinierten, behandelten Salze sind quasi rein gewaschen, um den NaCl Gehalt zu erhöhen. Sie sind insofern von den ja lebensnotwendigen Mineralien und Spurenelemente gesäubert.“

Die Analyse von „test“ weicht zum Teil um mehr als das Doppelte von der Analyse von SAL de IBIZA ab.
„Wir lassen unser Salz nur in unregelmäßigen Abständen chemisch analysieren. Wir beziehen uns allerdings, und das können wir auch, weil es sich immer um dasselbe Ausgangsmaterial handelt, auf die jährlich erfolgende chemische Analyse, zu der die Salinera Española jedes Jahr verpflichtet ist. Auch dort schwanken natürlich die entsprechenden Werte, weil es sich wie gesagt um ein Naturprodukt handelt.“

Und wie verhält es sich damit, dass „test“ nur einen Bruchteil der versprochenen über 80 Mineralien und Spurenelementen finden konnte?
„Mit den über 80 enthaltenen Mineralien und Spurenelementen verhält es sich so, dass jemand irgendwann einmal unter größtmöglichem Aufwand diese genau genommen 82 Mineralien und Spurenelemente, die im Meerwasser enthalten sind, nachgewiesen hat. Insofern ist es logisch und konsequent bei Meerwasser davon auszugehen, dass es überall diese 82 Elemente enthält. Insofern bleiben wir auch bei dieser Aussage. Wenn Test nur bis zum 35. Element chemisch analysiert (testet), dann können natürlich keine über 80 Elemente nachgewiesen werden.“

Aber bei der Menge, die man konsumiert, kann oder sollte man da noch von einem Benefit für den Körper sprechen? Oder vom „Cristal de la Vida“?
„Meines Erachtens kann man bei einem naturbelassenen Meersalz, wie SAL de IBIZA eines ist, natürlich auch von physischen Benefits sprechen. Zum einen einfach, weil es im Gegensatz zu raffinierten Salzen überhaupt noch weitere Mineralstoffe und Spurenelemente enthält und diese darüber hinaus, wie oben bereits gesagt, noch in ihrer ursprünglichen chemischen Form vorliegen. Insofern bleibe ich auch bei unserem Slogan ’Cristal de la Vida’ und stehe dazu.“

Mit Blick auf die Kritik der „Irreführung“ der Konsumenten – wird es Änderungen in den Beschreibungen geben?
„Wir werden vielleicht auf den Ausdruck ‘Jungbrunnen’ verzichten, haben aber ansonsten nicht vor, unsere zwar blumige aber doch korrekte Beschreibung zu ändern.“

 

„SAL de IBIZA“ = Ibiza?
SAL de IBIZA hat einen Triumphzug um die Welt angetreten. Es steht in Verkaufsregalen in Spanien und Deutschland, in den USA, in Frankreich, Italien, Holland, England, Kanada und sogar in Japan. Zur Produktreihe gehören unter anderem das „Fleur de Sel“ sowie das „Granito“ genannte Tafelsalz, das auch die Basis für ein breites Spektrum an Mischungen mit Gewürzen, Kräutern oder auch Blüten ist. Auch eine leicht gesalzene Schokolade und Kartoffelchips gibt es.

Damit ist die Marke ein Musterbeispiel für eine Erfolgsgeschichte mit dem begehrten Label „Ibiza“ – und sieht sich nicht ganz zu unrecht als Markenbotschafter für die Insel. Doch wie viel Ibiza steckt wirklich in SAL de IBIZA?

Daniel Witte ist der Erfinder der Marke. Der Deutsche kam 1964, mit knapp drei Jahren, zum ersten Mal auf die Insel und ist Ibiza seither treu verbunden. Er bezeichnet sich selbst als halben Ibizenko.

Jedes Salzkristall, das für die Produkte verwendet wird, so versichert der Chef, stammt aus Ibiza und aus dem Ibiza umgebenden Meerwasser. Bezogen wird es direkt von „Salinera Española“. Ein Teil der Weiterverarbeitung erfolgt bei der ibizenkischen Firma „Sal Torres“.
Die Firma „SAL de IBIZA GmbH“ ist hingegen deutsch und hat ihren Sitz in Berlin. In Berlin findet ebenso die restliche Weiterverarbeitung statt. Damit wurden verschiedene Behindertenwerkstätten betraut.

Auch das „Fleur de Sel“ wird in Behindertenwerkstätten in Berlin von Hand gereinigt und abgefüllt, beziehungsweise konfektioniert, so Daniel Witte.

 

Fazit
Der Gesundheitsaspekt ist offensichtlich ein wichtiges Marketing-Mittel, um eine breite Masse von Käufern zu gewinnen. Und diese breite Masse will „test“ schützen. So blumig die eine Seite – so hart die andere.

Einig ist man sich bei dagegen, dass sich die verschiedenen Salze auf dem Markt sowohl vom Geschmack als auch vom Gefühl im Mund unterscheiden. Ein „Fleur de Sel“ bedeutet in diesen Bereichen für viele, die außergewöhnliches Essen lieben, einen ganz besonderen Genuss. Hinzu kommt, dass dessen Gewinnung sehr aufwendig ist.

Das sind unbestritten starke Argumente für das hochpreisige Edel-Salz. Jedoch reichen die nur für eine besondere und eher überschaubare Käuferschicht…

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