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Die Demonstrationen waren nicht umsonst. Jetzt hat der Inselrat von Ibiza mitgeteilt, dass das schottische Mineralölunternehmen Cairn Energy darauf verzichtet, im Golf von Valencia nach Erdöl zu bohren. Die Bohrungen sollten nur etwa 40 Kilometer vor der Küste von Ibiza stattfinden. Die Firma hatte dem spanischen Industrie-Ministerium bereits Anfang Mai 2015 mitgeteilt, dass es auf vier bereits erteilte Genehmigungen verzichten wolle. Bis dato stand noch immer ein Umweltgutachten aus, dessen Ausgang ungewiss war. Nun wird gesamte Verfahren eingestellt.

Das Industrie-Ministerium leitete diese Information allerdings erst am 25. Mai 2015 an das spanische Umwelt-Ministerium weiter. Genau einen Tag nach den spanischen Regional- und Gemeindewahlen. Und die Mitglieder des Inselrats von Ibiza und die Bürgerinitiative „Alianza Mar Blava“ erfuhren erst jetzt, Anfang Juni, von dem Cairns-Energy-Verzicht – als sie sich zu einem bereits vor Monaten verabredetem Treffen im Madrider Ministerium einfanden.

Gegen die Erdölsuche hatte es auf Ibiza und auf anderen Balearen-Inseln von Anfang an großen Widerstand gegeben. Es haben zahlreiche Demonstrationen stattgefunden, denen sich zum Teil selbst Politiker angeschlossen hatten. Darunter auch Mitglieder der regierenden konservativen Volkspartei PP (Partido Popular). Umweltaktivisten hatten während dieser Zeit der Proteste immer wieder darauf hingewiesen, dass es die PP-geführte Zentralregierung in Madrid durchaus in der Hand habe, das Projekt zu stoppen. Vergeblich. Man wollte besagtes Umweltgutachten abwarten.

Pikant: Die ersten Genehmigungen für Erdölbohrungen zwischen Valencia und den Pitiusen waren bereits im Jahr 2010 noch von der sozialdemokratischen Partei um José Manuel Zapatero erteilt worden. Das ist jetzt ein Grund mehr zur Aufregung. So vermuten Vertreter der Linksparteien, dass die PP aus wahltaktischen Gründen vor dem Urnengang am 24. Mai ganz bewusst verschwiegen hat, dass Cairns Energy auf die Probebohrungen verzichtet. Man wollte die Bürger in dem Glauben lassen, dass es schließlich die Sozialdemokraten waren, die ihnen diese ökologisch bedenklichen Bohrungen eingebrockt hätten, hieß es.

Unterdessen beglückwünschte Vicent Torres, Generalsekretär der Sozialisten-Vereinigung auf Ibiza (FSE–PSOE) die Bürger Ibizas zu dem Erfolg. Allerdings betonte er gleichzeitig, dass „der Kampf gegen die Bohrungen noch nicht gewonnen“ sei. Wenn die linken Partei in der Regierungsverantwortung seien, würden sie alles daran setzen, um diese „Bedrohungen für die Balearengewässer“ endgültig der Vergangenheit angehören zu lassen. Und zwar sowohl auf Ebene des ibizenkischen Inselrates als auch im gesamtem Balearen-Parlament.

Hintergrund: Derweil gibt es weitere Projekte, das besonders bei Umweltschützern auf Widerstand stösst. So planen die Firmen Spectrum Geo und Seabird, vor Ibiza im Meeresgrund nach fossilen Brennstoffen zu suchen – und zwar auf einem Terrain von rund 14.000 Quadratmetern.

Cairns Energy indes hat seine Bohrpläne vor Spanien nicht gänzlich zu den Akten gelegt. So teilte das Unternehmen dem Industrie-Ministerium mit, dass es jetzt zwar verzichtet habe, dass es aber durchaus Interesse an Bohrungen im Golf von Biskaya und im Golf von Lyon habe.

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