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Ibiza ist klein – so klein, dass man bedenkenlos in der Gärtnerei jede angebotene Pflanze kaufen kann und sie im Garten wachsen und gedeihen sehen kann… Sollte man glauben. Aber die Realität sieht ganz anders aus.

 

 

 

Jeden Abend muss ich schmunzeln, wenn ich den Wetterbericht sehe: „Heiter mit leichter Quellbewölkung, keine Niederschlagsneigung, Temperaturen um 12 Grad“ – verkündet die wetterkundige Dame für die Balearen… Großzügig werden vier Inseln im Mittelmeer in einen Topf geworfen, deren klimatische Bedingungen alleine durch ihre Verteilung auf den Breitengraden stark variieren.

Das nordöstlich gelegene Menorca hat sehr viel mehr Regen und Wind als ihre drei südwestlichen Schwestern, Mallorcas Wetterlage ist der Barcelonas ähnlich, Formentera liegt zwar dicht an Ibiza, hat aber so wenig Landmasse, dass die Wolken es vorziehen, sich über Ibiza zu ballen und abzuregnen. Dadurch hat Formentera mehr Sonne und weniger Wasser.

Wer es genau wissen möchte, braucht also einen Inselwetterbericht, aber selbst der ist gnadenlos zum Scheitern verurteilt, wenn er Ibiza als Ganzes betrachtet. Zu oft ist es mir schon passiert, dass ich mit Sonne in Sant Joan losfahre, sich der Himmel in Sant Miquel verdunkelt, ich im Schneckentempo unter sintflutartigen Regenfällen an Santa Gertrudis vorbei komme, und sich in Eivissa bei strahlendblauem Himmel jeder darüber wundert, dass mein Auto nass ist.

Die Veränderung von Wetterlagen auf kurzen Distanzen ist typisch für Inseln. Für uns sonnenhungrige Menschen ist Regen der entscheidende Faktor für einen guten oder einen schlechten Tag. Für die Pflanzen Ibizas gibt es dagegen zwei wesentlich wichtigere Naturkräfte, die über Wohl und Weh entscheiden: der Wind und die Temperatur. Gemeinsam teilen sie die Insel in verschiedene Klimazonen ein, die, abgesehen von Boden und Pflege, darüber entscheiden, ob eine Pflanze gedeiht, verkümmert oder stirbt.
Fangen wir im Norden an:
Die kalten Winterwinde kommen hauptsächlich aus nordwestlicher Richtung. Die gesamte Nordwestküste wird also am stärksten von Stürmen gebeutelt. In den küstennahen Gärten überleben hier nur wind- und salzresistente Pflanzen wie Palmen, Juccas, Sukkulenten und bodenständige Büsche und Stauden. Großblättrige Pflanzen, die dem Wind ausgesetzt sind, werden zerfetzt, Zitrusbäume entlauben sich in der Zugluft, Bäume werden schief gelegt und Büsche, die an geschützten Stellen hoch aufwachsen würden, bleiben in geduckter Haltung in Bodennähe, ohne jemals beschnitten worden zu sein. Es heißt nicht umsonst, „der Wind legt die Schere an“.

Auch wenn diese Gärten benachteiligt sind, haben sie dennoch den Vorteil, dass der Wind sich über dem Meer nicht unter drei Grad abkühlt. Das kann er erst, wenn er die Landmasse Ibizas erreicht.
Dieses Phänomen führt uns zur nächsten Klimazone.
Das Landesinnere:
Hier gibt es weite, offene Täler. Ein Winter-Beispiel: Zwei Kilometer entfernt von der Nordküste ist es in Benirràs morgens mit zwei Grad plus empfindlich kalt, aber immerhin über Null. Sieben Kilometer weiter sind im Tal von Sant Llorenç bei minus drei Grad die offenen Wasserstellen mit Eis bedeckt und alle Kakteen und Sukkulenten zu Matsch gefroren. Aus diesem Grund verkaufen wir in unserer Gärtnerei bei Sant Llorenç nur bis November Pflanzen, die Wasser in den Blättern speichern. Jahrelange Winterverluste haben uns das gelehrt.

 

Der Süden:
Je weiter die Gärten im Süden der Insel liegen, umso weniger sind sie den winterlichen Gefahren ausgesetzt. Die Gärten in Es Cubells im äußersten Süden Ibizas haben trotz direkter Meeresnähe ein fantastisches Mikroklima. Durch die geschützte Lage gedeiht hier alles, auch das, was nach Lehrbuch nicht in Küstennähe wachsen würde. Selbst wenn der Wind mal aus Süden kommt, ist er warm und tut Niemandem weh.
Innerhalb dieser groben Klimaeinteilung Ibizas hat jedes Grundstück wieder seine eigenen Bedingungen. Wenn Sie einen Garten planen, sollten Sie immer prüfen, welcher Teil des Gartens von den Nordwestwinden erreicht wird und wo sich geschützte Zonen befinden. So können Sie in einem Garten an der Nordküste durchaus Glück mit Ihrem Zitronenbaum haben, wenn Sie ihn an die Südseite des Hauses, in den Innenhof oder hinter eine windbrechende Mauer pflanzen. Auch die Bougainvillea gehöret hier nicht an die Terrasse mit Meerblick, sondern eher auf die Landseite. Windempfindliche Pflanzen können auch im Plastikmantel überwintern.

Sie sehen, mediterran ist nicht gleich mediterran. Sie wissen es jetzt besser und werden Freunde, die ihren verfrorenen Kaktus beklagen, nicht mehr für Spinner oder schlechte Gärtner halten. Sie wissen jetzt, dass Sie auf der Insel der 1001 Klimazonen leben.

 

Eure Karin

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