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Von Dr. Med. Klaus Diller

Kennen Sie auch dieses Bild, ob im Bus, auf dem Flughafen, auf der Straße: Da laufen Menschen mit Wasserflaschen herum und trinken dauernd. Ich habe einige davon gefragt: Warum? Die Antwort: „Man muss doch viel trinken, mindestens 2 Liter am Tag! Und nur reines Wasser zählt!“
Dies ist eine weit verbreitete Meinung, doch das stimmt so nicht! Natürlich braucht der Körper Flüssigkeit. Aber keine 2 Liter Wasser zusätzlich. Und: Man kann auch zu viel trinken – und so den Körper stressen. Aber gehen wir der Reihe nach und räumen mit unsinnigen Behauptungen auf!

 

Erst einmal: Wasser ist die Quelle unseres Lebens. Unser Körper muss mit ausreichend Flüssigkeit versorgt werden, um Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten. Wir verlieren jeden Tag reichlich Flüssigkeit durch Atmung, Schwitzen, Ausscheidungen. Als Faustformel gilt: Unser Körper braucht im normalen Alltag rund 30 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht. Das bedeutet für eine schlanke Frau oder einen Heranwachsenden – von sagen wir 50 Kilo – 1,5 Liter Flüssigkeit, für einen Menschen mit 90 Kilogramm dann dementsprechend etwa 2,7 Liter Flüssigkeit. Natürlich beeinflussen besondere Umstände diesen Wert entscheidend: Heiße Ibiza- und Formentera-Tage, Stress, Sport – all das erhöht den Bedarf an Flüssigkeit. Hier ist der gesunde Menschenverstand gefragt, wie viel zusätzlich getrunken werden muss.

Genug trinken ist wichtig. Aber es müssen nicht 2 oder 3 Liter sein. Schon die normale Nahrung enthält Flüssigkeit.

Dabei muss – und sollte es sogar nicht nur Wasser sein. Flüssigkeit nehmen wir in großer Vielfalt auf: Morgens mit dem Kaffee, Tee oder Fruchtsaft, mittags in Gemüse, Obst, Suppe – und selbst in der festen Nahrung, egal ob Fleisch, Fisch oder Kartoffeln. Zahlreiche Forschungen kamen zu dem Ergebnis, dass bei normaler Ernährung rund 1 Liter Flüssigkeit über die reguläre Nahrung gedeckt wird. Klingt logisch, wenn man bedenkt, wie viel Flüssigkeit vor allem auch in Obst wie Apfelsinen oder Weintrauben steckt. Aber auch hier gilt: Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Wie viel flüssigkeitsreiche Nahrung nehmen Sie tatsächlich am Tag auf?

 

Räumen wir gleich mit der nächsten These auf, die in der Behauptung gipfelt: Kaffee oder Tee würden nicht als Flüssigkeit gelten – sondern dem Körper sogar noch Wasser entziehen. Medizinische Untersuchungen zeigen: Das stimmt nicht. Sie können Kaffee, Tee, Fruchtsäfte und sogar Bier zur aufgenommenen Flüssigkeitsmenge hinzu rechnen. Natürlich ist Wasser am neutralsten. Bei allen anderen Getränken gilt: Achtung, wo Licht ist, ist auch Schatten. Fast alle Tees haben positive Eigenschaften, viele gelten sogar als gesund. Auch Kaffee, Fruchtsäfte, Bier und Rotwein haben positive Eigenschaften. Aber in hohen Mengen ist alles schädlich. Und auch hier wieder: Der gesunde Menschenverstand sagt Ihnen, was wie lange gut ist. Tee ist auch in höheren Mengen kein Problem, beim Rotwein ist es das Glas am Abend, das gut für Sie ist – ich berichtete bereits darüber. Hervorheben möchte ich hier aber Bier und Fruchtsäfte. Bier enthält viele Mineralien und Vitamine, aber auch ungesunden Alkohol. Alkoholfreies Bier dagegen kann sogar als Sportgetränk verwendet werden, in vielen Bereichen ist es den oft sehr zuckerhaltigen Fitnessgetränken sogar vorzuziehen. Zucker ist auch bei Fruchtsäften, egal ob frisch gepresst oder abgefüllt, das große Problem. Man glaubt, dem Körper nur Gutes zu tun. Aber: Sie enthalten oft sehr viel Fruchtzucker, der genau so schädlich ist wie industriell hergestellter Zucker! Er erzeugt unter  anderem Hungergefühle bis hin zu Heiß-Hunger-Attacken und verführt zur unkontrollierten Kalorienaufnahme…

 

 

Zurück zur Menge: Rechnen wir den durchschnittlichen Liter Flüssigkeit über normale Nahrung ab, schon schrumpfen die vorher von uns ausgerechneten Mengen von 1,5 bis 2,7 Liter um rund einen Liter. Da bleiben für den 50-Kilo-Menschen nur noch 0,5 Liter Zusatzbedarf übrig, für den 90-Kilo-Mann 1,7 Liter. Meist ist das mit den normalen Getränken bereits erreicht, bewusst extra Wasser dazu zu trinken ist meist gar nicht mehr nötig.… Aber ich kann es nicht oft genug betonen: Seien Sie ehrlich zu sich selbst – und trinken Sie vor allem über den Tag verteilt. Sie werden sich mit der richtigen Menge und einer guten Verteilung über den Tag wohler fühlen. Und lieber etwas zu viel als zu wenig – besonders im heißen Spanien.

Achten Sie darauf, aber hören Sie auch auf Ihren Körper! Es ist schwer zu glauben, dass uns die Evolution mit einem chronischen „Zu-wenig-Trinken-Bedürfnis“ ausgestattet hat. Denn dann würde die Menschheit wohl nicht mehr existieren. Vielmehr hat uns die Natur mit dem ausgestattet, was gesunde(!) Menschen als „Durst“ empfinden! Allerdings ist die Natur hier auch etwas unfair: Junge und ältere Menschen spüren das natürliche Durst-Empfinden viel weniger. Sie müssen sich wirklich selbst kontrollieren. Außerdem sind besondere Situationen, wie intensive Beschäftigung oder Konzentration, „Durst-Empfindungs-Killer“ – in jedem Alter!

Werden wir jetzt etwas wissenschaftlicher: Das natürliche Gefühl von Durst wird ausgelöst, wenn die Konzentration des Blutes um 2 Prozent steigt. Eine gefährliche Dehydrierung (Unterversorgung) tritt erst ab 5 Prozent Blut-Konzentration ein. Unterversorgung macht sich unter anderem durch Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche bemerkbar. Umgekehrt: Wird das Blut zu sehr durch Flüssigkeit verdünnt, wenn also deutlich zu viel getrunken wird, versorgt es den Körper auch nicht ausreichend.

 

Da wir beim Aufräumen von falschen Behauptungen sind, gleich noch eine Richtigstellung: Wer meint, durch viel trinken nimmt er ab, der irrt. Ein Bauch voller Wasser regt nicht die Fettverbrennung an. Allerdings: Ein Glas Wasser 10 Minuten vor dem Essen füllt den Magen. Wer nun auf sein Sättigungsgefühl hört, isst tatsächlich weniger – und kann so bis zu 10 % Kalorien einsparen.

 

Kommen wir zu den Sportlern. Vor allem die Nicht-Profis im besonderen Ausdauer-Sport sind gefährdet, sich zu schaden: Amateur-Ausdauersportler wie Marathon-Läufer, Langstrecken Fahrradfahrer, Triathleten… Sie, so haben Forscher herausgefunden, trinken oft zu viel. Die deutliche „Überwässerung” des Körpers kann fatale Folgen haben: Übelkeit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit – im Extremfall bedrohliche Hirnschwellungen. Profisportler sind da weniger gefährdet, weil sie wissen, wie viel Flüssigkeit ihr Körper verbraucht und benötigt. Bei Amateuren sieht das anders aus. Sportärzte haben bei einem Marathon festgestellt, dass es bei rund einem Drittel der Teilnehmer zu messbaren körperlichen Störungen durch zu hohen Flüssigkeitskonsum kam.

Lassen Sie mich zum Abschluss noch das Forschungsergebnis der Experten um den Neurowissenschaftler Michael Farrell von der Monash University in Melbourne in Kurzform zeigen: Zu wenig Flüssigkeit stört die Funktionen des Herz-Kreislauf-Systems, des Gehirns, von Nieren, Haut und Zellen. Unter anderem nimmt die Konzentrationsfähigkeit ab Kopfschmerzen treten auf und über die Nieren werden nicht genügend Giftstoffe ausgeschieden.

 

Bewusst genug zu trinken ist vor allem wichtig für Kinder und alte Menschen, denen das Durstgefühl oft fehlt! Ein einfacher Orientierungs-Test, ob der Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgt ist, ist der Haut-Test: Drücken Sie mit Daumen und Zeigefinger die Haut des Handrückens der anderen Hand zusammen. Wenn sie sich danach sofort wieder glatt entspannt, sind Sie im Allgemeinen im grünen Bereich.

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