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Ein sauberes Vergnügen?

Das Meer in Ibizas und Formenteras Buchten und an den Stränden gehört zu den saubersten des ganzen Mittelmeeres. Welcher Traumstrand hat das beste Wasser? Wir beauftragten ein unabhängiges Unternehmen damit, die Wasserqualität zu testen. Das Ergebnis hat uns alle überrascht. Aber lesen Sie selbst – und suchen Sie sich den Strand Ihrer Träume aus.

Wir wollten es genau wissen. Lauern in den Badebuchten krankmachende Keime auf uns? Und wenn, in welchen? Die Behörden nehmen regelmäßig Proben in den Buchten der Insel. Doch unsere Anfragen blieben unbeantwortet. Interne Regelungen und die noch laufenden Neubesetzungen der entsprechenden Stellen nach den Wahlen, so die Begründungen. Für uns Grund zur Skepsis. Also taten wir uns mit einem großen, unabhängigen Labor der Insel zusammen und starteten selbst zum Test.

20 Buchten rund um die Insel haben wir ausgesucht. Sie gehören zu den populärsten Badezielen und sind im Allgemeinen auch repräsentativ für die Nachbarstrände. So decken wir bestmöglich die gesamten relevanten Badeplätze ab. Ins Wasser ging es um die Mittagszeit. Dann also, wenn es am heißesten ist und alle am liebsten in den Wellen dümpeln. Die Ergebnisse erstaunen. Denn bei weitem nicht alles ist, wie es das Auge vermutet.

Relevant für den Test sind die Bakterien, die Badende direkt betreffen. Ohrenschmerzen, Entzündungen und Übelkeit sind die häufigsten Beschwerden. „Doch Ohrenschmerzen sind kein typisches Problem, das durchs Meerwasser verursacht wird“, erklären Labormitarbeiter und auch Dr. Med. Klaus Diller, der im Sommer viel mit den Beschwerden konfrontiert wird. „Poolwasser reizt die Ohren, das kommt vor allem durch die Chemikalien, die die empfindlichen Ohrinnenräume angreifen. Natürlich befindet sich im Ohr aber immer eine gewisse Menge an Schmutz und Bakterien. Feuchtigkeit begünstigt Entzündungen. Egal ob Poolwasser, Duschwasser oder Meerwasser. Aber es ist kein spezifisches Meerwasserproblem.“

Als relevant für Badegäste im Meer wurden von der Europäischen Union zwei Bakterienarten festgelegt, die der Gesundheit schaden. Sie können unter anderem Übelkeit und Entzündungen hervorrufen – und entscheiden darüber, ob der Sprung in die Wellen unbeschwert getan werden kann. Für gesetzeskonforme Ergebnisse rüsteten wir unseren Redaktionswagen zum rollenden Probentransporter um und fuhren mit dem Prüfer vom Analyse-Institut los.
So werden die Proben genommen
Die Proben zieht der zuständige Mann des renommierten ibizenkischen Labors Dr. Marí. Santiago Gabarron entnimmt das Meerwasser bei einer Wassertiefe von einem Meter, exakt 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche. Normalerweise reicht eine Probe in einer 250 ml Flasche. Er füllt es in zwei sterile Behälter à 500 Milliliter. Warum? Zur Sicherheit, für Gegenproben – und sollte ein Behältnis schadhaft sein… Dem Zufall wird bei dieser Untersuchung nichts überlassen.

Die Wassertiefe und die Tiefe, in der die Proben entnommen werden, sind vorgeschrieben. „Im flachen Wasser sind die Werte verfälscht“ erklärt Santiago. „Die UV-Strahlung der Sonne tötet zum Beispiel Bakterien ab. Ab einer Gesamt-Tiefe von einem Meter haben wir repräsentative Werte.“ Zurück an Land werden die Proben deshalb auch umgehend in eine verschließbare Kühltasche gestellt. „Sie dürfen nur kürzeste Zeit direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sein“, so Santiago. Dunkelheit und Kühle sind ab dem Moment der Proben-Entnahme aus dem Meer das A und O. Santiago hat eine dritte Probe in einem offenen Glas dabei. Aus ihr entnimmt er sofort am Strand die Temperatur und den pH-Wert. Anschließend werden die Behälter fürs Labor im Auto markiert und bei circa vier Grad Celsius in einem Kühlschrank aufbewahrt.
So will es das Gesetz
Wie das Badewasser an den Stränden beschaffen sein muss und welche Werte nicht überschritten werden dürfen, das regelt die Europäische Union. Ihre Grenzwerte sind Direktiven. Länder und sogar Regionen können auch ihre eigenen Grenzwerte festlegen. Allerdings dürfen diese auf keinen Fall weniger streng sein, als die EU-Vorgaben.

In Spanien sind die Werte festgehalten in einem Real Decreto (RD), einem „Königlichen Dekret“. Seine genaue Bezeichnung: RD 1341/2007. Damit wurde die Vorgabe der Europäischen Union in nationales, also spanisches Recht umgesetzt – mit dem Ziel, die Gesundheit der Menschen zu schützen, die sich in die Fluten stürzen. Auf den Balearen ist nach diesem Dekret das Landes-Gesundheitsministerium verpflichtet, das Meerwasser in den Badebuchten regelmäßig mikrobiologisch zu überprüfen. Die Proben werden auf zwei Parameter untersucht – Dieselben, die auch das Labor im Auftrag von IbizaHEUTE untersucht:

1. Escherichia coli, kurz „E. coli“ genannt
2. Enterokokken

Dabei handelt es sich um Darmbakterien. Sie gelten als so genannte Fäkal-Indikatoren, weisen also auf eine Verunreinigung des Wassers mit Fäkal-Keimen hin.

Die stäbchenförmigen E. coli-Bakterien kommen sowohl im Darm von Menschen als auch von Tieren vor. Befinden sie sich allerdings außerhalb des Magen-Darm-Traktes, können sie Erkrankungen verursachen, darunter Harnwegsinfektionen wie Blasenentzündungen oder Durchfallerkrankungen. Darüber hinaus können sie zu Wundinfektionen führen und Blutvergiftungen hervorrufen. Bei E. coli-Bakterien wurden bereits Antibiotika-Resistenzen festgestellt, das heißt, man kann ihnen nicht mehr mit jedem Antibiotikum den Garaus machen.

Zu den Enterokokken (griechisch. enteron: Darm, span. Enterococos intestinales) gehören verschiedene Darmkeime: Enterococcus faecalis, Enterococcus faecium, Enterococcus durans, Enterococcus hirae. Enterokokken sind kugelförmige Bakterien, die ebenfalls Teil der normalen Darmflora von Mensch und Tier sind. Schwächelt das Immunsystem, können auch sie gefährliche Infektionen auslösen. Häufig werden durch sie Harnwegsinfektionen, Blutvergiftungen und Wundinfektionen verursacht. Auch Enterokokken weisen mittlerweile vielfältige Resistenzen gegen Antibiotika auf.

Je mehr Menschen und Schiffe sich in einer Bucht befinden, desto höher ist die theoretische Belastung. Auch der Wasseraustausch spielt eine Rolle. Tiefe, enge Buchten – oder solche mit verhältnismäßig kleinem Auslauf zum Meer – haben weniger Strömung, die für frischen Wassernachschub sorgt. Musterbeispiele sind Talamanca und Cala Vedella. Dagegen wirkt das Salz gegen Krankheitserreger – und in flacheren Buchten tötet das UV-Licht der Sonne Bakterien effektiver ab – ähnlich wie es UV-Filter in Swimmingpools tun.
So wird analysiert
Die Wasserproben, die wir entnommen haben, werden im Laboratorium Dr. Marí nach international gültigen ISO-Normen analysiert. Die Untersuchung muss vor Ablauf von 24 Stunden nach Probenahme begonnen werden. Zunächst wird das Wasser filtriert, dann werden Bakterien-Kulturen angelegt. Dazu werden Proben auf ein Kultur- oder Nährmedium aufgebracht, das zur Kultivierung von Mikroorganismen dient. Natürlich wird für jedes Bakterium (E. coli) oder jede Bakteriengruppe (Enterokokken) einer jeden Probe ein separates Kulturmedium verwendet.

Anschließend werden die Proben unterschiedlich lang verschiedenen Temperaturen ausgesetzt, Temperaturen, bei denen sie wachsen und gedeihen können: E. coli-Proben zunächst vier bis fünf Stunden zwischen 34 und 38 Grad, dann 19 bis 20 Stunden bei 43,5 und 44,5 Grad Celsius. Das heißt: Nach rund 24 Stunden schlägt unter dem Mikroskop die Stunde der Wahrheit – und man kann sehen, ob die Probe Bakterien enthalten hat und wenn ja, in welchem Ausmaß.

Enterokokken lassen sich etwas mehr Zeit: rund 48 Stunden, mithin zwei Tage. Die Inkubationszeit bei ihnen liegt zwischen 40 bis 48 Stunden bei Temperaturen zwischen 34 und 38 Grad Celsius. Dann werden sie weitere zwei Stunden 44 Grad Celsius ausgesetzt.

Zusätzlich hat das Labor alle 21 Proben (an der Cala Tarida haben wir zwei Proben entnommen, in der Nord- und in der Südbucht, dazu mehr in der Buchtbeschreibung) auf Salmonellen getestet. Mit einem durchweg negativen Ergebnis. Was in diesem Fall positiv ist: In keiner Probe wurde auch nur eine einzige Salmonelle nachgewiesen. Warum wurde nach Salmonellen geschaut? Salmonellen sind pauschal gefährlich. Aber „sie deuten ebenfalls auf eine Fäkal-Kontamination des Wassers hin“, sagt die Pharmazeutin Marisina Marí, stellvertretende Leiterin des Laboratorio Dr. Marí.
Ibiza bleibt sehr empfehlenswert
Die Ergebnisse sind mehr als erfreulich: Ibiza ist auch als Badeziel eine gute Wahl. Dem Badespaß an ausnahmslos allen 20 Stränden steht nichts entgegen. Für alle gilt mindestens Qualitätsurteil „gut“ – für mehr als die Hälfte der getesteten Strände gilt sogar die Einstufung „exzellent“!

Die Grenzwerte werden zum Teil stark unterschritten. Nach den Kriterien des balearischen Gesundheitsministeriums wird Meerwasser dann als „gut“ eingestuft, wenn die Werte für E. coli-Bakterien unter 500 ufc pro 100 ml liegen, für Enterokokken unter 200 ufc pro 100 ml. Wofür steht „ufc“? Das sind die Einheiten, die auf dem Nährmedium Bakterien-Kolonien gebildet haben: unidades formadora de colonia (ufc). Ein „exzellent“ bekommt Wasser, das Werte unter 250 E. coli und unter 100 Enterokokken aufweist. Recht groß ist der Bereich, der als „nicht empfehlenswert“ betitelt wird: 501-2000 E. coli und 201-1000 Enterokokken. Verboten wird das Baden ab einer Grenze von über 2000 E. coli und 1000 Enterokokken.

Übrigens: Eine Trübung des Meerwassers sagt nicht unbedingt etwas über die Belastung aus. Häufig sind entweder Schwebeteilchen oder ungefährliche Algen der Grund. In der Bucht von Sant Antoni zum Beispiel ist der Boden schon fast schlammig. Das Wasser ist entsprechend trübe. Talamanca und Cala Tarida Nord dagegen weisen Trübungen durch erhöhtes Algenwachstum auf. Das wird begünstigt durch wenig Wasseraustausch und flaches, warmes Wasser. Bei der Laboranalyse aber schneiden all diese Strände nicht schlecht ab.

Aber wir waren auch erstaunt. Sehr sogar. So belegt eine Bucht den vorletzten Platz, von der man es nie vermuten würde: Cala Comte. Die Lieblingsbucht vieler, bekannt für ihr glasklares Wasser. Wobei wir bitten, die weniger gut platzierten Buchten nicht zu negativ aufzunehmen. Das ist Jammern auf hohem Niveau. Sie bieten laut unserer Tests alle gutes Wasser. Rund um Ibiza können Sie sich Ihre Lieblingsbuchten aussuchen. Am Wasser soll’s nach diesen Ergebnissen nicht liegen.

Die Platzierung der zwölf „Exzellenten“:
(Ranking nach E. coli-Bakterien.
Zweiter Wert: Enterokokken)
Platz:
1. Cala d’Hort: 90/4
2. Cala Sant Vicent: 120/2
3. Cala Llenya: 125/4
4. Es Canar: 140/3
5. Cala Tarida Süd: 150/3
Geteilter 6. Platz: Cala Pada: 150/4
Geteilter 6. Platz: Santa Eulària: 150/4
7. Port de Sant Miquel: 150/8
8. Es Figueral: 156/3
9. Platja d’en Bossa: 160/3
10. Cala Tarida Nord: 220/5
11. Ses Salines: 220/13

„gut“ bekamen:
12. Portinatx: 260/4
13. Bucht von Sant Antoni: 270/3
14. Benirràs: 280/58
15. Cala Llonga: 290/4
16. Cala Talamanca: 320/8
17. Cala Salada: 375/2
18. Cala Vedella: 410/22
19. Cala Compte: 430/3
20. Cala Bassa: 450/6

Wo Sie sich auch in Zukunft informieren können
Auf der Webseite des balearischen Gesundheitsministeriums können Sie die jeweils aktuellen Ergebnisse der Badewasserproben seitens der Behörde einsehen.
Dort werden zwar keine detaillierten Mess-Ergebnisse veröffentlicht, doch man kann nachschauen, ob das Wasser als unbedenklich (grünes Quadrat), als zum Baden nicht empfehlenswert (gelbes Quadrat) eingestuft ist – oder das Schwimmen dort sogar verboten ist (rotes Quadrat).

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