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Schön romantisch – und so lecker! Kunterbunte Blüten auf unseren Tellern sind nicht nur höchst dekorativ, sie schmecken auch gut. Auf Ibiza baut eine junge Frau die essbaren Blüten an.
Fotos: Jon Izeta

 

 

Wenn man Isabel Castillo fragt, was sie beruflich macht, dann antwortet sie: „Ich kultiviere Träume!“ In der Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die studierte Spanisch-Lehrerin ihren Job verloren. Also suchte sie nach einem neuen Weg, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Was lag da näher, als sich mit dem zu beschäftigen, was sie am meisten mag: mit Blumen! Allerdings stand der Ibizenkerin nicht der Sinn danach, Sträuße zu binden. Nein, Blüten zum Essen sollten es sein – als feine Delikatessen. Schließlich machte das bisher noch niemand auf Ibiza.

In ihrem eigenen Garten startete sie einen kleinen Testlauf. Sie säte, pflanzte, hegte, pflegte. Und merkte rasch, dass das Ganze funktionieren könnte: Ihr Business stieß auf Interesse. Kurzerhand machte sie sich auf die Suche nach mehr Land. „Es gibt so viele ungenutzte Flächen auf Ibiza“, erzählt die 33-Jährige. Und klopfte bei zahlreichen Landwirten an, stellte ihr Pilotprojekt vor.

 

Essbare Blüten anbauen, das ist doch verrückt…

Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Die Ablehnung, die Skepsis war groß. Bis sie Toni Planells traf. Er war auf der Stelle Feuer und Flamme für das Vorhaben und wurde zu ihrem Geschäftspartner. Auf seiner insgesamt 20 000 Quadratmeter großen Finca „Can Sastre“ an der Landstraße nach Sant Miquel bewirtschaftet sie mittlerweile mit ihm zusammen fast 8000 Quadratmeter. Sie sind einzig und allein der Blütenzucht gewidmet.
Im vergangenen Jahr wurden bereits 3000 Pflanzen gesetzt. Acht verschiedene Blumenarten kamen in die Erde – für einen kunterbunten Mix an Blüten. Gelb wie die Sonne strahlen jetzt die Ringelblumen. Pelargonien leuchten in Rot, Rosé, Violett, Orange, Weiß und Braun. Es blühen Nelken, Kapuzinerkresse, verschiedene Lavendelarten – und natürlich stolze Rosen. Die Königin der Blumen sollen schon die Phönizier gekannt haben, sagt Isabel Castillo. Deshalb hat sie ihre Firma auch „Ibiza Púnica Delicatessen Floral“ genannt. Denn die Phönizier, die auch als Punier oder Karthager bezeichnet werden, waren zwischen dem 7. und 2. Jahrhundert v. Chr. die Herren der Insel und brachten Mandeln, Feigen, Granatapfelbäume und Palmen mit nach Ibiza.

 

Natürlich ökologisch – ist schließlich zum Essen

Dazu Thymian und Basilikum. Die stark duftenden Gewürzpflanzen haben eine besondere Funktion. Denn Isabel und Toni setzen auf integrierte Landwirtschaft und verzichten auch auf chemische Pflanzenschutzmittel. Stattdessen stehen Kräuter zwischen den Blumen, um Schädlinge von den farbenprächtigen, verheißungsvoll-leckeren Blüten wegzulocken. „Die hungrigen Tierchen lassen sich von den Kräutern ablenken und unsere kostbaren Blüten werden verschont“, so Isabel.

Wie viel wird geerntet? Je nach Saison täglich bis zu 3000 Blüten! Das geschieht natürlich per Hand – und mit viel Liebe. Schließlich sind Blüten zart und fragil. Dafür ist es Romantik pur, wenn sie schließlich den Teller schmücken. Anmutig und schön, sind sie das i-Tüpfelchen zu jedem Salat, zu Eis, Kuchen und Dessert. Und peppen auch Smoothies und Suppen richtig auf. Doch sie sind nicht nur eine ungewöhnliche, edle Deko. Sie verfeinern mit ihren Geschmacks- und Würzvariationen Speisen und Drinks. Und ein paar Vitamine haben sie zudem.

Das haben mittlerweile auch eine ganze Reihe von Restaurants auf der Insel erkannt. Zu Isabels Kunden zählen rund 20 Lokale, vom Nassau Beach Club über das Pacha bis hin zum Lío…

 

Das Safran der armen Leute

Doch was gerade en vogue erscheint, ist so neu nicht. Schon in früheren Zeiten verwendete man zum Beispiel Ringelblumen als Safran-Ersatz. Die Korbblütler galten sogar als „Safran der armen Leute“. Und Soßen und Suppen wurden gelb damit gefärbt.

Alles, was Isabel nicht frisch verkauft, trocknet sie. Zum Beispiel den Lavendel, der Reis, Hühnchen, Kaninchen, Gemüse oder auch Salaten das gewisse Etwas verleiht: eine aromatische süß-pikante Note nämlich. Isabel schwört selbst auf etwas Lavendel in der Vinaigrette. Dazu bietet sie Reis mit getrockneten Blüten zum Verkauf an, zum Beispiel mit Ringelblütenblättern.

Ob frisch oder getrocknet: Bei der Herstellung werden weder Farb- noch Konservierungsstoffe verwendet. Die Blüten werden nach der Lese nur kurz in eiskaltem Wasser gewaschen, desinfiziert und sofort vorsichtig verpackt. Oder eben getrocknet, in Zukunft eventuell auch gefriergetrocknet.

Übrigens sind essbare Blüten nicht nur für das Auge und Gaumen ein Genuss, sie tun auch dem Körper gut. Schließlich wurden und werden sie als Heilpflanzen genutzt (siehe Kasten).

 

Workshops & Besichtigungen

Isabel Castillo wäre nicht studierte Lehrerin, wenn ihr nicht auch die Weitergabe von Wissen am Herzen liegen würde. So möchte sie die Finca öffnen – besonders für Schüler, Benachteiligte und ältere Menschen. Ihnen möchte sie ein Naturerlebnis verschaffen, sie den wohltuenden Kontakt mit Blumen und Blüten spüren lassen. Geplant sind neben Führungen unter anderem auch Workshops zum Mitarbeiten, etwa bei Anbau oder Ernte.
Da scheint Ibiza eine blühende Zukunft bevorzustehen – auf Öko-Art…

 

Informationen:

Die Finca „Can Sastre“ kann schon jetzt von jedermann nach vorheriger telefonischer Anmeldung besichtigt werden. Telefon: +34 634 581 366. Zudem befindet sich ein Online-Shop im Aufbau, so dass man demnächst Blüten per Internet bestellen können soll.

 

 

Heilende Blüten

Wussten Sie, dass man auch Gänseblümchen und Stiefmütterchen essen kann? Die einen findet man in der Natur, die anderen kann man im Beet oder auch im Blumentopf ziehen. Das kleine, unscheinbare Gänseblümchen gilt übrigens seit alters her als Heilpflanze. Es soll krampf- und schmerzstillend wirken und bei Muskelschmerzen, Gicht und Rheuma, sowie bei Husten und Erkältungskrankheiten gute Dienste leisten.

Die Stiefmütterchen mit ihren hübschen Köpfen hingegen sollen entzündungshemmend, antibakteriell und blutreinigend wirken. Die Blüten des Roten Klees gelten als appetitanregend und sind für das Verdauungssystem eine Wohltat. Und unsere Ringelblume stärkt den Magen-Darm-Trakt und beruhigt die Nerven.

Sollten Sie jetzt Lust auf Blüten zum Essen bekommen haben: Beißen Sie nicht in jede Blume, sondern nur in die, die Sie wirklich kennen. Es gibt sehr giftige Blüten wie etwa den Fingerhut oder Oleander!

Tipp
Eiswürfel mit Blüten – Drinks mit besonderer Note
Legen Sie in die einzelnen Fächer des Eiswürfelbehälters kleine, frische Blüten, im Ganzen oder in Stücken. Mit Mineralwasser ohne Kohlensäure aufgießen und einfrieren. Fertig! Ihre Gäste werden Augen machen, wenn ein Blüten-Eiswürfel in ihrem nächsten Cocktail schillert.

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