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Drohnen – ferngesteuerte Fluggeräte, meist mit Kamera – spalten die Gesellschaft. Ihre Nutzer lieben es, mit ihnen immer und überall Luftaufnahmen machen zu können, während sich andere gestört, beobachtet und sogar durch die Rotorblätter gefährdet fühlen. Spanien hat der Drohnenfliegerei einen dicken Riegel vorgeschoben – mit Strafen, die in die Millionen gehen können!

 

Ursprünglich aus der Militärtechnik, dann Werkzeug der Profi-Filmemacher, und inzwischen von jedem für ein paar Euro zu kaufen, erobern Drohnen immer mehr alle Lebensbereiche. Fluggeräte mit mehreren Propellern, die in alle Richtungen und in verschiedenster Geschwindigkeit fliegen können. Was das Filmgeschäft revolutioniert hat, wird zum Problem im normalen Leben.

Drohnen sind inzwischen Massenware. Und sie werden massenweise eingesetzt. Man kauft sie und fliegt los. Über Stränden, Städten, Yachten, Häusern, Veranstaltungen – überall hört man das hohe Surren der Propeller. Und bei jedem Einzelnen der eben genannten Beispiele drohen dem Piloten hohe Strafen. Nicht nur in Spanien, aber Spanien hat eines der schärfsten „Drohnengesetze“ überhaupt. Ibiza und Formentera sind in weiten Teilen für Drohnen sogar ganz tabu!

Kameras, die überall hinschauen, aufgehängt an scharfen Propellern und mit so großer Reichweite, dass sie Flugzeugen schnell in die Quere kommen können… Das Gefahren- und Gesetzbrecher-Potenzial ist so groß, dass viele Länder mit schnellen Gesetzen eingriffen. Spanien tat dies bereits im Juli 2014. Lange blieben Drohnen auf Ibiza und Formentera aber eine Randerscheinung, sodass eine Verfolgung von Verstößen unwahrscheinlich war. Im vergangenen Jahr sind die Drohnen-Preise aber so sehr gesunken, dass man spätestens in der kommenden Saison mit einer Flut der „fliegenden Augen“ rechnet. Die Polizei ist angehalten, verstärkt auf die Jagd zu gehen.

 
Es drohen 225 000 und sogar 4,5 Millionen Euro Strafe

Für alle Drohnen und deren Piloten gelten feste Regeln, die wir unten für Sie zusammengefasst haben. Spanien unterscheidet zusätzlich sehr streng zwischen Hobby-Fliegern und gewerblichen beziehungsweise professionellen Piloten.

Die „Flyschool Madrid“ klärt auf. Die von der Flugaufsichtsbehörde AESA zugelassene Flugschule bildet nicht nur Drohnenpiloten aus sondern auch echte Flugzeugpiloten. Das zeigt, wie ernst die Drohnenfliegerei genommen wird: „Als Hobby gelten im Allgemeinen Drohnen ohne Kamera mit Piloten, die sie aus Spaß fliegen wie ein Modellflugzeug. Sobald eine Drohne eine Kamera trägt, um aus der Luft zu Filmen oder Fotografieren, ist sie bereits für technische Anwendungen, also für Arbeiten in der Luft vorgesehen – und gilt damit als professionell. Das hat nichts mit Gewinn oder kommerziell zu tun sondern mit der Art der Tätigkeit. In Spanien braucht jeder, der Luftaufnahmen mit einer Drohne machen will, auf jeden Fall und für jeden Zweck die Zulassung von AESA. Es spielt dabei keine Rolle ob das Material dann für den kommerziellen Zweck verwendet wird oder nur für den privaten Bereich.“

Bei Verstößen sind die Strafen extrem: Während Privat-Vergehen mit bis zu 225 000 Euro geahndet werden, liegt die Grenze für gewerbliche bei unglaublichen 4,5 Millionen Euro! Wer denkt: „Ja, Maximalstrafen. Normalerweise kommt man mit ein paar Euro davon“, der sollte sich da nicht so sicher sein: Zwischen Inkrafttreten des Gesetzes und Ende November 2015 hat AESA spanienweit 24 Verfahren mit einer Gesamt-Strafsumme von 185 500 Euro gegen Drohnenpiloten eröffnet. Im Schnitt macht das eine Strafe von immerhin knapp 7730 Euro pro Anklage. Die meisten Verfahren gab es für das Fliegen in verbotenen Bereichen und das Fliegen ohne Lizenz. Und wie gesagt, die Kontrollen sollen verstärkt werden.

 
So schnell geht’s: Acht Verstöße mit nur einem Flug

Wie schnell man gegen gleich mehrere Gesetze verstößt, zeigt folgendes Beispiel: Unter anderem auf YouTube findet man verschiedene Filme über die Insel. Nehmen wir einen, der stimmungsvolle Aufnahmen von den Salinen und Dalt Vila zeigt, schön geschnitten, untermalt von stimmungsvoller Musik. Eine tolle Ibiza-Erinnerung.

Aber:
1) Ibiza-Stadt, Ses Salines – beides Bereiche der Einflug-Schneise des Flughafens. Höchster Sperrbereich und hoch geahndet!
2) Zusätzlich wird der 15-Kilometer-Sperr-Radius um den Flughafen verletzt.
3) Und der Acht-Kilometer-Bannkreis um den Landeplatz des Rettungshubschraubers beim Krankenhaus Can Misses.
4) Fliegen über Menschen … tabu!
5) Fliegen über bewohntem Gebiet … verboten!
6) Sind dem Video einzelne Menschen herangezoomt und klar zu erkennen, die kein Einverständnis zu den Aufnahmen gegeben haben? Verboten!
7) Gefährdung des Naturschutzgebietes.
8) Last not least: Höchstwahrscheinlich hat der Pilot keine Zulassung.

Acht Gesetzesübertretungen… Und schon ist ein harmloser Inselbesucher, der nur ein Urlaubsvideo liebevoll aufgearbeitet hat und die Erinnerungen mit anderen teilen wollte, in großen Schwierigkeiten. Zumal die Polizei nicht einmal den Piloten beim Fliegen erwischen muss. Das Produkt gibt genügend Möglichkeiten zur Straf-Verfolgung

 
Gefahr für Flugzeuge – ganz Süd-Ibiza ist gesperrt

Besonders die Flugsicherheit ist ein großes Problem. Am Pariser Flughafen beispielsweise entging eine Touristenmaschine am 19. Februar 2016 aufgrund einer Drohne in der Nähe der Landebahn nur knapp einem Unglück. Der Pilot wich in einem Notmanöver aus und verfehlte das Fluggerät nur um wenige Meter. Generell gilt ein Sperrbereich von 15 Kilometern um Flughäfen, der sich verschärft, je näher man dem Flughafen und der Einflug-Schneise kommt.

Auf Ibiza ist der gesamte Bereich von Es Cubells im Westen, s’Espalmador im Süden und Sol d’en Serra bei Cala Llonga im Osten absoluter Sperrbereich. Dies ist der kontrollierte Luftraum der direkten Start- und Landezone des Flughafens. Unter keinen Umständen dürfen hier Drohnen geflogen werden. Das beinhaltet auch ganz Eivissa mit Altstadt, Yachthäfen und Talamanca, Platja d’en Bossa und Ses Salines.

Stufe zwei ist der Acht-Kilometer-Kreis um den Flughafen, der Benimussa und Sant Josep einschließt. Auch er ist strenges Sperrgebiet. Der Sicherheitsbereich von 15 Kilometern um den Flughafen erstreckt sich von Sant Antoni über Santa Gertrudis bis Illetes auf Formentera. Im Bereich zwischen den acht und 15 Kilometern darf unter besonderen Umständen mit Sondergenehmigung der Luftsicherheitsbehörde geflogen werden.

 

 
Ist eine Kamera an Bord,braucht man den Profi-Schein

Wie strikt die Vorschriften sind, weiß auch Jachen Dorta. Der Schweizer ist zurzeit der einzige zugelassene Profi-Drohnenpilot auf Ibiza, der eine Lizenz der Flugaufsichtsbehörde AESA für kommerzielle Drohnenvideos hat: „Wer eine Drohne mit Kamera und keine Zulassung der AESA hat, sollte sie lieber zu Hause lassen. Sobald man damit Luftaufnahmen macht – egal welcher Art – gilt man als professionell. Dann ist der Pilotenschein Pflicht. Das Gesetz ist unsagbar streng.“

Die Ausbildung zum Profi-Drohnen-Piloten dauerte drei Monate und kostete rund 2000 Euro. Theorieprüfung in Madrid, praktische Ausbildung und Prüfung auf Mallorca. Selbst das Gesundheitszeugnis mit Sehtest kann nicht auf Ibiza erstellt werden. Die nächste von der Flugbehörde zugelassene Prüfstelle ist in Palma.

Doch selbst mit dem Flugschein in der Tasche darf man noch nicht professionell abheben: „Man muss entweder eine Firma haben, die bei der AESA registriert ist oder sich einer solchen Firma anschließen“, erklärt Jachen Dorta. Der Pilot hat mit „Balear Drones“ die erste Firma dieser Art auf Ibiza. Auf Mallorca gab es Ende März 16, in ganz Spanien um die 1100. Wobei jede spanische, AESA-zugelassene Firma in ganz Spanien tätig sein darf – somit also auch Piloten einer Festland-Firma auf Ibiza.

Aber ist die harte Regelung gerechtfertigt? Dorta zeigt Verständnis. „Das Gesetz wurde schnell umgesetzt, als die Drohnenfliegerei für die breite Masse zugänglich wurde. Es wurde gemacht, um die Sicherheit im Luftraum zu gewährleisten. Und immerhin hat jeder Mensch auch ein Recht auf Privatsphäre“. Das jetzige Gesetz soll aber bald einer neuen Regelung auf EU-Ebene weichen. „Drohnen haben schließlich eine große Zukunft und ihr Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft“, blickt Ibizas einziger Profi-Flieger voraus.

Wie schön auch Aufnahmen sein können, die den Regeln folgen, davon können Sie sich auf dem IbizaHEUTE-YouTube-Kanal überzeugen – einfach bei YouTube IbizaHEUTE eingeben und das Video von „Balear Drones“ anklicken. Mehr über Balear Drones finden Sie im Internet unter: www.baleardrones.es

 

Drohnenfliegen in Spanien

Generelle Regeln, auch für Hobbyflieger:

– Jeder Pilot muss das Fluggerät beherrschen. Der Pilot ist für alle Schäden verantwortlich, die durch die Drohne verursacht werden.
– Dritte dürfen nicht gefährdet werden.
– Drohnen dürfen nur bei Tag und bei geeigneten Wetterbedingungen mit guter Sicht geflogen werden.
– Die Flughöhe von 120 Metern darf nicht überschritten werden.
– Drohnen dürfen nur in Zonen eingesetzt werden, die für sie geeignet sind, zum Beispiel Modellflug-Gelände oder unbewohntes Gebiet, das frei von Menschen ist.
– Fliegen in Wohngebieten (zonas urbanas) ist verboten.
– Über Plätze mit Menschenmengen zu fliegen, ist streng verboten. Dazu gehören u.a.: Strände, Parks, Spielplätze, Konzerte, Hochzeiten, Demonstrationen, Prozessionen.
– Andere Fluggeräte dürfen nicht gefährdet werden.
– Drohnenfliegen ist um Flughäfen herum in einem Radius von 15 Kilometern streng verboten, sofern mit der AESA keine Sondergenehmigung für bestimmte Abschnitte vereinbart wurde.
– Im Umkreis von acht Kilometern um Krankenhäuser und Hubschrauberlandeplätze ist das Fliegen für Zivilisten tabu. Wenige Ausnahmen können bei der Flugaufsichtsbehörde beantragt werden. Für Hobbyflieger ist das jedoch beinahe ausgeschlossen.
– Im direkten Flug-Operationsbereich des Flughafens (Einflug-Schneise/Kontrollierter Luftraum) ist das Drohnenfliegen ausnahmslos verboten.
– Man darf die Natur und sämtliche Lebewesen nicht durch Drohnenflüge gefährden.
– Drohnen dürfen nicht in Gebieten fliegen, in denen auch Fallschirmspringen, Paragliding oder ähnlicher Flugsport betrieben wird.
– Verstöße können mit Bußen bis zu 225 000 Euro bestraft werden.

Professionelles und kommerzielles Fliegen
Wer in den professionellen oder kommerziellen Bereich fällt, muss zusätzlich folgende Voraussetzungen erfüllen:
– Sie müssen über 18 Jahre alt sein.
– Sie müssen bei der AESA registriert sein.
– Sie müssen eine besondere Versicherung haben, die den Flugbetrieb absichert.
– Sie müssen über den professionellen Drohnen-Flugschein verfügen.
– Sie müssen über ein gültiges, AESA-anerkanntes Gesundheitszeugnis verfügen.

Verstöße können mit Bußen bis zu 4,5 Millionen Euro bestraft werden.

Mehr unter www.seguridadaerea.gob.es – direkt rechts in der Leiste finden Sie den Punkt „Drones“.

 

 

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