Ibiza HEUTE Ibiza Nachrichten, tägliche News, Ibiza Urlaub, Reise, Live Webcam, Ibiza Wetter, aktuelle Termine, Events, Ibiza Adressen, Ibiza Informationen, Ibiza Clubs, Szene, Kleinanzeigen, Reportagen, Service

Es war das Jahr 1592 als der Grundstein für die erste Dominikaner-Kapelle in den Mauern der Festungsstadt Ibizas gelegt wurde. Daraus entwickelte sich eine Kirche, die für viele die schönste der Insel ist. Es lohnt sich, Santo Domingo zu besuchen. Santo Domingo ist der große weiße Komplex rechts unterhalb der mächtigen Stadtmauer.
Fotos: Rüdiger Eichhorn

 

 

Wer schon einmal durch die Altstadt geschlendert ist, wird sie kennen. Ihre bizarre, mit den barocken Rundkuppeln versehene Dachkonstruktion ist ebenso auffällig wie malerisch. Die Klosterkirche Santo Domingo auf dem Hügel Puig de Santa Llúcia ist ein mächtiges Haus Gottes und schon vom Meer her sichtbar.

„De gustibus non est disputandum“, lautet eine lateinische Redensart. Auch im Spanischen ist diese seit Urzeiten bekannt, denn „Sobre los gustos no hay disputo“. Über Geschmack lässt sich also definitiv nicht streiten. Trotzdem könnte man behaupten, dass die Klosterkirche der Pfarrei Sant Pere Apostól (Apostel Petrus), besser bekannt als Kirche Santo Domingo, das schönste Gotteshaus der Insel ist. Und wenn der aktuelle Bischof, Vicente Juan Segura, Wunder vollbringen könnte, hätte er die Klosterkirche womöglich längst an die höchste Stelle der Altstadt befördert, dort wo an privilegierter Stelle seine Kathedrale steht. Das jedenfalls verrät uns Pfarrer Juan Ribas, der die Kirchengemeinde seit 17 Jahren betreut. „Der Bischof hat mir schon einen Gebäudetausch vorgeschlagen“, schmunzelt der 73-jährige Gottesmann.

Das ehemalige Kloster samt Kirche ist ein imposanter Bau, den die Insel einigen Dominikanermönchen zu verdanken hat, die 1580 in Jesús ein kleines Kloster gegründet hatten, sich später aber aus Angst vor Piratenüberfällen in die sicheren Renaissance-Mauern der Festung zurückzogen. Zudem hatte die damalige Stadtverwaltung, die Universitat, die Dominikaner gebeten, in der Stadt eine Schule zu eröffnen, um das kulturelle Niveau zu verbessern. Die Dominikanermönche gründeten das Kloster 1592. Zuerst wurde die Rosenkranzkapelle (Capella del Roser) errichtet, die nach wie vor wie eine kleine Kirche in einer großen Kirche wirkt. Sie ist 21 Meter lang und 10 Meter breit, im Zentrum dominiert ein vielfarbiger Altaraufsatz, der auf das Ende des 17. Jahrhunderts datiert wird. Zudem gibt es ein hölzernes Chorgestühl und vier Seitenkapellen.

Der mit Gold überzogene Altar der Klosterkirche Santo Domingo

Um die Gelder für den Bau des Klosters aufbringen zu können, schlossen die Dominikaner 1590 einen Vertrag mit vier Kapitänen aus Ragusa, dem heutigen kroatischen Dubrovnik. Diese erklärten sich bereit, den Bau der Rosenkranzkapelle zu bezahlen, damit ihre Landsmänner, die regelmäßig auf die Insel kamen, um das Salz der Salinen zu laden, im Todesfall in der Kirche begraben werden konnten. Ein ähnliches Abkommen wurde mit einigen flämischen Kapitänen getroffen. Andere Kapellen wurden von reichen Familien der Stadt finanziert.

Der gesamte Klosterkomplex ist ein riesiges und imposantes Gemäuer. Nach Aussagen des Pfarrers lebten hier in der Hochzeit der Dominikaner aber nur maximal sieben bis acht Mönche. Woraus man schließen könnte, dass das Kloster ursprünglich für eine größere Gruppe von Geistlichen geplant war. Doch daraus wurde nichts. 1835 verließen die letzten Mönche das Kloster. In ihren Räumlichkeiten installierte die Stadtverwaltung in der Folgezeit ein Hospital und ein Gefängnis, ebenso wie einen Gerichtssaal.

Auch die Schule der Dominikaner wurde weiterhin genutzt. Noch heute ist ein Großteil des Gebäudes vom Rathaus belegt. Nun müsste man eigentlich denken, dass die Institutionen hinsichtlich der Nutzung des einstigen Klosters einen Vertrag mit der Diözese abgeschlossen hätten, doch dem ist nicht so. „Im 19. Jahrhundert gab es eine spanische Regierung, die alle Geistlichen des Landes verwies und Kirchengüter verstaatlichte. Seitdem ist ein Teil des Klosters in staatlicher Hand“, erklärt Juan Ribas.

So schön die Klosterkirche Santo Domingo ist – so tragisch waren einige Ereignisse in ihrer langen Geschichte. Am 21. September 1730 schlug während eines Unwetters ein Blitz in der Pulverkammer des Bollwerks Santa Llúcia ein. Die damit einhergehende Explosion beschädigte die Kirche schwer. Aber das war nicht genug des Unglücks: 14 Kinder, die in der Nähe der Rosenkranzkapelle gespielt hatten, wurden getötet. „Es waren 6 Jungen und 8 Mädchen“, berichtet der Pfarrer. In der Überlieferung ist das traurige Ereignis als s’Any des Tro (Jahr des Donners) bekannt. Beim Wiederaufbau der Kirche, der vom Baumeister Pere Ferrer aus Dénia geleitet wurde, entstanden dann übrigens die barocken Kuppeln, die der Dachkonstruktion den besonderen Charme verleihen.

Die Orgel wurde während des Spanischen Bürgerkriegs zerstört, in den 1980ern konnte sie endlich restauriert werden.

Auch während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–39), in dem laut Juan Ribas auf Ibiza und Formentera insgesamt 22 katholische Priester ermordet wurden, blieb die Klosterkirche Santo Domingo nicht verschont. Die Aufständischen zerstörten einen Teil des historischen Kircheninventars, wie beispielsweise die Orgel aus dem Jahr 1679. Viele der Orgelpfeifen warfen sie an der Steilküste direkt ins Meer. Aber es hätte noch dramatischer enden können: „Sie wollten die gesamte Kirche in Brand stecken, sie hatten bereits Bänke, Gemälde und anderes brennbares Material in der Mitte des Hauptschiffes auf einen Haufen geworfen“, weiß Juan Ribas. Es sei der damalige Pfarrer gewesen, der den Klosterkomplex vor der totalen Vernichtung bewahrt habe, er habe einige der randalierenden Männer gekannt und sie darauf hingewiesen, dass auch das Gefängnis bei ihrem Feuer abfackeln werde. Grund genug für die potenziellen Brandstifter von der Idee Abstand zu nehmen, denn dort saß so mancher Freund, Bekannte oder Familienangehörige ein. Aus politischen Gründen und als politischer Gefangener. 1985 konnte die zerstörte Orgel restauriert werden.

 

 

 

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ereilte die Kirche Santo Domingo ein weiteres Unglück. 1971 brach in der Kapelle Purísima Concepción (der unbefleckten Empfängnis) ein Feuer aus. Eine Kerze viel um und entzündete einen Teppich, das Feuer breitete sich aus und vernichtete unter anderem den Altar der Jungfrau. Durch die starke Rauchentwicklung wurden auch die Fresken an der 13 Meter hohen Gewölbedecke im Hauptschiff beschädigt. Einige der Engel, die 1884 von dem Mallorquiner Matas gemalt wurden, sind deshalb verblichen und nur noch als Silhouette erkennbar.

„Ein Engel ist nach dem Feuer auf Bitte eines Pfarrers vom Künstler Adrian de la Rosa erneuert worden“, berichtet Juan Ribas. Eine recht unkonventionelle Restaurierung, die heutzutage wohl nicht mehr erlaubt werden würde. Wer oberhalb des Eingangsbereiches an die Decke blickt, wird den modernen Engel sofort erkennen: Er zeigt eindeutig mehr nackte Haut und verströmt einen Hauch Hippie-Libertinage.

Zu den Kunstschätzen der Kirche zählen neben 82 Gemälden von unterschiedlichem Interesse und Erhaltungszustand. Der barocke hölzerne und mit Gold überzogene Altaraufsatz im Hauptschiff stammt aus dem Jahr 1654. Er wurde in Genua angefertigt und ist Sant Vicent Ferrer gewidmet. Im Zentrum des Altars residiert der heilige Santiago, der im galizischen Santiago de Compostela begraben ist. Viele Kunstschätze wurden in der jüngeren Vergangenheit restauriert, darunter die 22 Gemälde, die an den Wänden der Kirche hängen.

Die Klosterkirche Santo Domingo in Dalt Vila ist im Sommer ein echter Publikumsmagnet und deshalb jeden Vormittag geöffnet. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass es ohne Wachpersonal nicht geht. Gibt es doch Langfinger, die selbst vor dem Diebstahl von Kirchenschätzen nicht haltmachen. Obwohl sie Gefahr laufen, danach in der Hölle zu schmoren. In der Vorsaison kann man die Kirche deshalb nur bei den Messen besuchen – aus Kostengründen, um Wachpersonal einzusparen.

Messen in Santo Domingo:
Die Zeiten der Gottesdienste sind jeweils an der Kirche angeschlagen. Vielleicht möchten Sie bei einer der Gottesdienste dabei sein. Sie sind ganz anders als im westlichen Europa – und dabei lernt man viel über die Menschen der Insel und ihre Gläubigkeit kennen. Aber auch zur stillen Zeit ist Santo Domingo einen Besuch wert.

Einsortiert in den Kategorien:

Insel & Urlaub Sehenswürdigkeiten

Ihr direkter Zugang zu News und Service

Aktuell

 Strandparadiese auf den Inseln

Ibiza und Formentera bieten Strände, die zu den schönsten in ganz Europa gehören. Das wird auch immer wieder in offiziellen Rankings bestätigt. 2018 hat – […]

 Mehr Liegeplätze ohne neue Häfen

Die Balearen-Regierung plant, auf Ibiza und Formentera bis zum Jahr 2033 gut 200 neue Bootsliegeplätze zu schaffen. Und das, ohne neue Häfen zu bauen. Die […]

 Isch sehhh nischt, ’n schwarzen Bildschirm häbbisch.

Isch sehhh nischt, ’n schwarzen Bildschirm häbbisch. Ä schwozn Bildschirm!!! Ä ganzes Wochenende! Mist!!! Keine aktuellen Live-Bilder zu sehen…? Wegen Wartungsarbeiten ist die Kamera leider […]

Aktuell
  • Aktuelles Magazin

    Aktuelles Magazin
  • Like us on Facebook!