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Liebe Leser,

Der Mai ist für die Inseln ein ganz besonderer Monat. Denn dann finden zwei der größten Fiestas statt: das Maifest in Santa Eulària und das Mittelalter-Fest in den historischen Mauern von Dalt Vila, in Ibizas Insel-Hauptstadt. Vor allem beim Maifest, das eine jahrhundertelange Geschichte hat, spürt man, wie wichtig für die Ibicencos Tradition und Geschichte sind. Und die lebt in allen Generationen. Da steigt die Großmutter genau so stolz in ihrer Tracht auf den geschmückten Pferdekarren wie die Enkelin. Da tanzt der Sohn des Bürgermeisters genau so in der Volkstanzgruppe, wie es schon sein Vater, sein Großvater und wohl auch die vielen Generationen vor ihm getan haben. Und wenn man sieht, wie junge Menschen abends die Schritte für den Tanz einstudieren, dann muss man wohl keine Sorge haben, dass im zukünftigem Ibiza (mit all seinen Top-Adressen für die Schönen und Reichen) diese Tradition verloren geht. Nicht anders ist es auf Formentera.

Beim Training für den traditionellen Volkstanz tragen die jungen Mädchen enge Jeans und Miniröcke, die Jungen knallbunte T-Shirts und ebenfalls Jeans des aktuellen Trends, um dann bei der Fiesta in die alten Trachten zu schlüpfen, die von Generation zu Generation vererbt werden. Die jungen Frauen legen dazu den kostbaren Goldschmuck an, der ebenfalls seit vielen Generationen im Familienbesitz ist. Natürlich tanzen sie auch nachts in den Clubs, sonnen sich im knappen Bikini oder auch oben ohne am Strand. Tradition und Moderne sind für sie keine Gegensätze sondern ergänzen sich. Obwohl viele der hier geborenen älteren Insulaner doch skeptisch gegen das sind, was bei Party-Touristen hip ist.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit dem Inselrats-Präsidenten, dem höchsten Politiker der Insel. Wir diskutierten darüber, dass immer mehr der einfachen Strandbars – den traditionellen Chiringuitos – verschwinden und in ebenso schicke wie teure Beach-Clubs umgewandelt werden. Ich fand es schade, er auch. Und als ich fragte, ob er manchmal Gast in den Beach-Clubs sei, schaute er mich an: Nein, wenn Strand, dann lieber Chiringuito. Solche Reaktionen erlebte ich auch anderswo – vom Bürgermeister bis zur Verkäuferin im Supermarkt. Was will ich damit sagen? Vor allem eins: Dass die Tradition eine wichtige Größe im Leben vieler Menschen ist, die hier geboren sind, hier leben…

Gut, die zweite große Fiesta im Mai hat keine Tradition, die Jahrhunderte alt ist. Sie feiert die Verleihung des UNESCO-Titels „Weltkulturerbe“, der Ibiza im Jahr 1999 wegen der Festungsstadt und der großen Geschichte verliehen wurde. Aber auch hier feiert die Insel ihre Geschichte, und die wurde in der Antike von Phöniziern und Karthagern geprägt, später von Römern, Vandalen und bis ins Mittelalter von Mauren aus dem Norden Afrikas, bevor im Jahre 1235 ein christliches Heer die Araber vertrieb und Ibiza von Rittern beherrscht und geprägt wurde. All diese Kulturen hinterließen ihre Spuren – bei der Insellandschaft und vor allem bei den Menschen. So entstand eine Insel, wie es sie kein zweites Mal auf der Welt gibt – mit einzigartiger Landschaft, einzigartiger Architektur und einzigartigen Menschen. Eine Insel der Toleranz, auf der jeder leben kann, wie er möchte. Es gibt nur ein ungeschriebenes Gesetz: Lebe deine Freiheit und genieße sie – solange du nicht die Freiheit anderer Menschen einschränkst.

Ich denke, damit können wir bestens leben. Wenn, ja wenn wir uns die Insel weiter leisten können. Denn bei Mieten und Preisen – da muss ich leider Wermut in den süßen Wein schütten – wird die Freiheit immer öfter missbraucht. Mieterhöhungen von mal eben 50 oder 100 Prozent sind eher die Regel als die Ausnahme. Da wollen viele den Boom der Insel ausnutzen – und das geht leider vom Ibizenker bis zum Vermieter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ich denke, es ist furchtbar, wenn Gier und Profitdenken das einmalige Flair Ibizas und Formenteras zerstören. Mich macht es traurig und wütend. Trotzdem möchte ich an keinem anderen Ort der Welt leben. Und – das ist ein Versprechen – IbizaHEUTE wird sich auch weiter für die Inseln und die Erhaltung ihrer Einmaligkeit einsetzen. In diesem Sinne: Genießen Sie den Mai und feiern Sie mit!

Ihr

Dieter Abholte, Chefredakteur

 

IbizaHEUTE
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