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Klima-Prognose: Pityusen-Häfen unter Wasser

Ibiza News

Zum Ende des Jahrhunderts könnten Teile des Hafens Ibiza unter Wasser liegen. Prognosen zum Klimawandel und Anstieg des Meeresspiegels soll mit Baumaßnahmen begegnet werden. Foto: Medienbüro Abholte

Der Meeresspiegel steigt mit der Klimaerwärmung an. Das wird auch das Mittelmeer und Ibiza und Formentera betreffen. Es gibt zwei Prognosen: Eine gemäßigte, wenn  die Erderwärmung gestoppt wird, und eine pessimistische, wenn sich die Erde weiter erwärmt, das Eis der Pole schmilzt und sich der Wasserstand der Meer erhöht. Bei beiden Annahmen würden zahlreiche Hafenanlagen und Yachthäfen auf Ibiza und Formentera unter Wasser stehen. Doch nicht das Hafenviertel von Eivissa. Das wurde schon von den Phöniziern so angelegt, dass es sicher war und ist…

In Ägypten tagt die Weltklimakonferenz COP27 – und wird nicht viel bringen. Die Tageszeitung „Diario de Ibiza y Formentera“ fordert in ihrem heutigen Leitartikel wohl vergeblich, der Realität in die Augen zu sehen und sofort politische Maßnahmen zu ergreifen. „Die Balearen entgehen den Projektionen der Folgen des Klimawandels nicht“.

Auf Ibiza und Formentera führen der lange heiße Sommer und der warme Herbst zu sichtbaren Veränderungen in der Natur. Statt im Februar blühen jetzt vorzeitig einzelne Mandel- und Olivenbäume. Auch die Bienen verhalten sich, als wäre es Frühling und bilden neue Stöcke.

Häfen sollen geschützt werden

Ein Sorgenkind sind die Häfen, die für die Versorgung der Inseln wesentlich sind. Die Polytechnische Universität Kataloniens (UPC) hat im Auftrag der Obersten Hafenbehörde der Balearen (APB) eine Studie über sie erstellt. Ziel ist es, beizeiten Baumaßnahmen durchzuführen, um eventuelle Schäden zu begrenzen. Das Ergebnis: Viele Kais laufen Gefahr, durch den Anstieg des Meeresspiegels überspült zu werden. Bei zu erwartenden heftigen Stürmen könnten einige sogar brechen.

Der alte Teil des Hafens in Eivissa könnte selbst beim pessimistischen Szenarium intakt bleiben. Foto: Rüdiger Eichhorn

Die Universität hat den “Plan de Adaptación al Cambio Climático para los Puertos de Interés General de Baleares” am 2. November in Palma vorgestellt. Er geht von zwei klimatologischen Szenarien aus: einem gemäßigten, wenn die Vorgaben des Pariser Abkommens von 2015 eingehalten würden, und einem pessimistischen, wenn das nicht geschieht.

Für Ibiza ergibt die Studie, dass bei moderatem Klimawandel zwischen 2026 und 2045 nur einzelne Kais unter Wasser stehen. Etwa die Anlegestelle der Formentera-Fähren, die Segelschule des Club Náutico, drei der fünf Kais, an denen die Handelsschiffe anlegen, und der Außenbereich des Botafoch-Kais. Im schlimmsten Fall würde auch ein Kai des Yachtclubs Botafoch inoperabel werden.

Eivissas alter Hafen bleibt heil

Für den Zeitraum 2081 bis 2100 stünde fast der ganze Hafen unter Wasser. Nicht betroffen wären selbst im pessimistischen Szenarium der alte Hafen Eivissas mit dem Hafenviertel La Marina, den Anlegestellen und der Mole zum Leuchtturm. Die Phönizier und alten Römer wussten, was sie taten!

Der Hafen La Savina auf Formentera erleidet im ersten Zeitraum keine Überschwemmungen, befindet sich zum Ende des Jahrhunderts aber komplett unter Wasser. Ein Trost: Schutzmaßnahmen sind der APB bekannt: Sie will Schäden durch Schwimmdocks und die Erhöhung und Verstärkung der Kais und Stege abwenden.

Fischerboot im Hafen La Savina von Formentera

Formenteras Hafen La Savina dürfte zur Jahrhundertwende ebenfalls unter Wasser liegen. Foto: Medienbüro Abholte