Auf der kleinsten Baleareninsel Formentera sind in der Nacht zum Sonntag erneut 34 Migranten in zwei Booten eingetroffen. Die Guardia Civil rettete nach Behördenangaben zunächst 19 Menschen maghrebinischer Herkunft aus einem Boot, das am frühen Sonntagmorgen drei Seemeilen südlich des Leuchtturms La Mola gesichtet wurde. Wenige Stunden später wurden weitere 15 Personen aufgegriffen, die bereits die Insel erreicht hatten.
Insgesamt kamen an diesem Wochenende bislang 101 Migranten aus Nordafrika auf Formentera an. Seit Jahresbeginn erreichten bereits 114 Boote mit insgesamt 1.936 Menschen die kleine Nachbarinsel Ibizas. Auf beiden Inseln zusammengerechnet landeten 2025 bislang 2.295 Migranten an – die überwiegende Mehrheit auf Formentera.
Zunehmend auch Frauen und Kinder an Bord
Die spanische Migrationsministerin Elma Saiz warnte indes vor einem „veränderten Profil“ der Ankömmlinge. Zunehmend seien auch Frauen und vollständige Familien unter den Migranten. Diese seien im Gegensatz zu den größtenteils jungen Männer in den Booten „deutlich schutzbedürftiger“. Saiz führte diese Entwicklung auf die „geopolitische Lage im westlichen Mittelmeer“ zurück.
Formentera ist trotz seiner geringen Größe zur am stärksten von irregulärer Migration betroffenen Insel der Balearen geworden. Die Nähe zu Algerien – nur 200 Seemeilen – macht die Region zu einem bevorzugten Ziel der Schleusernetzwerke. Nach Angaben des Inselrates von Formentera türmen sich auf dem Schrottplatz bei Es Cap de Barbaria schätzungsweise 65 ausrangierte Boote.
Die Überfahrten aus Algerien fordern zugleich einen hohen Tribut: Nach Zahlen des spanischen Innenministeriums starben dieses Jahr bislang mindestens 44 Menschen bei dem Versuch, die Balearen zu erreichen. Weitere 15 gelten als vermisst.



