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Santa Eulària subventioniert Hunde-Register

Ibiza News

Santa Eulària will dank DNS-Analysen der Hunde unsolidarische Halter identifizieren. Foto: Medienbüro Abholte

Als erste Gemeinde der Balearen setzt Santa Eulària die angekündigte Verordnung um, nach der Hundebesitzer ihre Schützlinge mit DNS-Proben registrieren lassen müssen. Diese DNS-Analyse kostet 37,50 Euro, das Rathaus finanziert 50 Prozent des Betrags beim ersten Hund, alle anderen Hunde desselben Besitzers werden zu 100 Prozent finanziert. Diese Subvention gilt bis zum 31. Januar 2023. Danach müssen die Kosten die Halter tragen.

Die Ziele der Verordnung

Der Hunde-Zensus, der auch in anderen spanischen Gemeinden existiert, dient mehreren Zielen: Vorrangig geht es um Sauberkeit. 250.000 Euro gibt die Gemeinde für die Reinigung der Straßen und Bürgersteige aus pro Jahr, die oft nach kurzer Zeit wieder verschmutzt werden. Hundebesitzer, die die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht einsammeln, können nun bestraft werden, weil die DNS-Analyse die „Täter“ eindeutig identifiziert. Außerdem können per Speichelanalyse Hunde identifiziert werden, die Schafe und Ziegen reißen, wie gerade auf zwei Bauernhöfen in Es Figueral geschehen. Auch die Herkunft ausgesetzter Welpen lässt sich erschließen, so das Rathaus.

Die Verordnung ist rechtskräftig und lag öffentlich aus, ohne dass Einwände erhoben wurden. Santa Eulàrias Stadträtin für Umwelt und Tierwohl, Mónica Madrid, hofft, dass die Tierärzte sich der Kampagne anschließen. Allerdings garantiere sie eine unabhängige Firma, die die DNS-Analysen entnimmt, verwaltet und auswertet.

Tierärzte sind dagegen

Die Balearische Sektion des Spanischen Unternehmerverbandes der Veterinäre (CEVE) hat sich in der Presse ablehnend geäußert. Die angebliche Beweiskette sei keinesfalls schlüssig. Niemand könne verhindern, dass jemand die Tütchen mit den Hinterlassenschaften nicht wieder aus dem Müllkörben nimmt und auf Gehwegen verteilt. Eine Bestrafung des Herrchens wäre illegal, und das ganze Verfahren koste die Steuerzahler nichts als Geld. Der einzige, der verdient, sei die Firma, die vom Rathaus beauftragt wird, heißt es.

Außerdem werden Gasthunde von Touristen und aus anderen Gemeinden der Insel nicht erfasst, die Straßenreinigung müsse sowieso erfolgen. Viel wichtiger findet der Verband Bewusstseinskampagnen der Bevölkerung. Die Tierärzte in Santa Eulària weigern sich deshalb, die DNS-Proben zu entnehmen, auch wenn ihnen dadurch Einnahmen verloren gehen, hieß es am Montag im „Diario de Ibiza y Formentera“.

IbizaHEUTE informiert, sobald das Rathaus die Anlaufstelle für das Register und die Subvention bekanntgibt.