Die Guardia Civil hat am Freitag erneut 19 Migranten nordafrikanischer Herkunft vor Ibizas Nachbarinsel Formentera aufgegriffen. Der Einsatz sei gegen 8.30 Uhr am Camí s’Estufador erfolgt, teilte die Regierungsdelegation der Balearen mit. An der Rettungsaktion sei neben der Guardia Civil auch eine Spezialeinheit für Berg- und Seenotrettung beteiligt gewesen.
Mit der jüngsten Einwanderungswelle steigt der Migrationsdruck auf die Inselgruppe. Seit Jahresbeginn sind nach offiziellen Angaben 116 Flüchtlingsboote mit insgesamt 1.904 Migranten auf den Pityusen-Inseln Ibiza und Formentera angekommen. Der Großteil – 98 Boote mit 1.639 Personen – erreichte dabei Formentera. Die letzte größere Ankunft hatten die Behörden am 8. September registriert, als 103 Migranten in sieben Booten die Insel erreichten.
31 Meeresleichen im ersten Halbjahr entdeckt
Parallel zum jüngsten Aufgriff von Migranten aus Nordafrika gaben die spanischen Behörden am Freitag einen grausamen Fund bekannt. Demnach waren am Mittwoch am Migjorn-Strand auf Formentera „menschliche Überreste in fortgeschrittenem Verwesungszustand“ entdeckt worden. Es bestehe der Verdacht, dass es sich um einen während der Überfahrt von Algerien verstorbenen Migranten handle, teilte die Guardia Civil mit.
Es ist längst nicht die erste Meerleiche in balearischen Gewässern in diesem Jahr: Seit Januar bargen die Behörden laut eigenen Angaben 31 menschliche Überreste – 15 im ersten Quartal und weitere 16 zwischen April und Juni. Insgesamt erreichten in den ersten sechs Monaten 1.967 Menschen in 89 abgefangenen Booten die Inselgruppe.
Um die Erstversorgung zu verbessern, sollen in wenigen Tagen neue Zelte in den Häfen von Ibiza und Formentera errichtet und in Betrieb genommen werden.



