Die Nationalpolizei hat auf Formentera zwei Schlepper verhaftet. Die beiden Männer hatten ein Boot mit 17 Flüchtlingen an Bord gelenkt und waren mit ihnen auf der kleinen Pityuse angelandet. Bei den Delinquenten handelt es sich um zwei Männer aus Algerien. Ihnen wird Beihilfe zur illegalen Einwanderung vorgeworfen. Unter den Immigranten befanden sich auch zwei Minderjährige.
Das Boot, das in der algerischen Küstenstadt Tipasa nach Algier gestartet war, verfügte über keinerlei Sicherheitsausrüstungen. Es gab weder Schwimmwesten für die Passagiere noch waren Leuchtraketen an Bord, um im Notfall auf den eigenen Standort aufmerksam machen zu können. Auch Lebensmittel fehlten für die Überfahrt.
2000 Euro für die Schlepper
Nach Angaben der Polizei mussten die Personen, die sich auf den gefährlichen Weg über das Meer Richtung Balearen gemacht haben, jeder umgerechnet rund 2.000 Euro an die Schlepper zahlen. Nach der Ankunft der Immigranten auf Formentera kümmerte sich zunächst das Rote Kreuz um die Flüchtlinge. Dann nahm sich die Polizei ihrer an, um ihre Rückführungen einzuleiten. Dabei gelang es ihr auch, die beiden Männer zu identifizieren, die das Boot gesteuert hatten. Sie kamen umgehend in Untersuchungshaft.
Beamte der Sondereinheit Ucrif (Unidad Central de Redes de Inmigración y Falsedades Documentales, Zentrale Einheit gegen Schlepperbanden und Urkundenfälschung) setzen unterdessen ihre Ermittlungen fort, um die kriminellen Gruppen und deren Netzwerke aufzuspüren, die besonders in den vergangenen Wochen verstärkt Ibiza und Formentera mit Booten voller Migranten ansteuern.