Die ibizenkische Hilfsorganisation „Via Oberta a Nepal“ plant den Aufbau einer medizinischen Versorgungseinrichtung für rund 15.000 Menschen in der nepalesischen Bergregion Pokhara. Wie die Organisation jetzt mitteilte, sollen ein Rettungswagen und ein Gesundheitszentrum die „dramatische medizinische Situation“ in der Region verbessern.
Besonders die hohe Geburtensterblichkeit sei alarmierend, sagte Magí Ferrer, technischer Direktor der Organisation. In dem Himalaya-Gebiet sterbe durchschnittlich täglich eine Frau aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung. Das nächstgelegene Krankenhaus befinde sich zwar nur 28 Kilometer entfernt, doch das schwierige Gelände und schlechte Straßen führten zu Fahrzeiten von bis zu sieben Stunden.
Das Projekt sieht den Kauf eines geländegängigen Fahrzeugs für 16.000 Euro vor, das zum Rettungswagen umgebaut werden soll. Zudem plane man die Renovierung eines bestehenden Gesundheitszentrums und die Ausbildung von sechs Rettungssanitätern mit Schwerpunkt Geburtshilfe. Die Gesamtkosten beziffert die Hilfsorganisation auf 90.000 Euro.
„Via Oberta a Nepal“ ist nach eigenen Angaben bereits seit über 20 Jahren in Nepal aktiv. Neben medizinischer Hilfe konzentriert sich ihre Arbeit auf die Trinkwasserversorgung. Bislang konnten sechs Wasserprojekte realisiert werden, die etwa 6.000 Menschen den Zugang zu sauberem Wasser ermöglichen. Dies sei besonders wichtig, da zuvor etwa 23 Prozent der Bevölkerung an Salmonellen-Infektionen gelitten hätten, heißt es seitens der Hilfsorganisation.
Die Helfer aus Ibiza betreiben zudem ein Programm zur familiären Unterbringung von Waisenkindern und ein Berufsbildungszentrum für Frauen. Finanziert werden die Projekte teilweise durch öffentliche Mittel, umgesetzt in enger Zusammenarbeit mit kommunalen Behörden und Gemeindevertretern.



