Spanische Ermittler haben eine international agierende Bande zerschlagen, die sich mutmaßlich auf gewaltsame Überfälle zum Raub teurer Armbanduhren spezialisiert hatte. Die Organisation soll allein innerhalb weniger Tage auf Ibiza Luxusuhren im Wert von rund 430.000 Euro erbeutet haben. Insgesamt beläuft sich der Schaden nach Angaben der Polizei auf etwa 525.000 Euro.
Wie die Nationalpolizei am Montag mitteilte, handelte es sich um „eine hochprofessionell aufgestellte reisende Bande, die „gezielt wohlhabende Urlauber ins Visier“ genommen habe. Der Schwerpunkt der Raubzüge lag demnach auf Ibiza, wo die Verdächtigen insbesondere „im Bereich exklusiver Ausgehviertel“ operierten. Dort sollen sie ihre Opfer sorgfältig ausgewählt und nach längerer Beobachtung überfallen haben.
Modus operandi immer dasselbe
Die Ermittlungen wurden gemeinsam vom Raubdezernat der Nationalpolizei in Palma de Mallorca und der auf schwere Gewaltkriminalität spezialisierten Einheit UDEV auf Ibiza geführt. Zwischen dem 25. und 28. August 2025 sollen die Täter auf Ibiza „mindestens zwei Überfälle“ begangen haben. Dabei sollen sie stets nach demselben Muster gehandelt haben: Nach der Beobachtung und Verfolgung der Opfer sei es zu einem „schnellen, äußerst gewaltsamen Angriff“ gekommen, bei dem die Uhren direkt vom Handgelenk gerissen worden seien. Ein wartendes Fluchtfahrzeug, zumeist ein Motorroller, habe das sofortige Entkommen ermöglicht.
Bereits wenige Tage zuvor war die Gruppe laut Polizei auf Mallorca aktiv gewesen. Dort sollen am 22. August zwei Raubüberfälle innerhalb weniger als einer Stunde verübt worden sein. Der Wert der dabei erbeuteten Uhren habe bei rund 95.000 Euro gelegen.
Klare Aufgabenverteilung
Nach Darstellung der Ermittler war die Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe klar strukturiert. Einzelne Mitglieder hätten die Beobachtung und Auswahl der Opfer übernommen, andere die Koordination und Kommunikation, während wiederum andere die Überfälle ausführten.
Im Zuge der Ermittlungen konnten die Tatverdächtigen identifiziert und internationale Fahndungsmaßnahmen eingeleitet werden. Ein Mitglied der Gruppe wurde demnach in Katalonien festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Zwei weitere Verdächtige seien im Vereinigten Königreich aufgespürt und verhaftet worden; sie befinden sich derzeit in britischer Haft.
Die Polizei hob die „enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Einheiten sowie die internationale Kooperation“ hervor. Ibiza sei dafür aufgrund der großen Zahl vermögender Besucher ein besonders attraktives Ziel.



