Balearen: Vorerst keine Vermietung privater Yachten?

Wer hoffte, in diesem Sommer mit der Vermietung seines Bootes Geld zu verdienen, könnte enttäuscht werden. „Es ist sehr wahrscheinlich“, dass private Yachten nicht ab 1. Juli für drei Monate vermietet werden dürfen, bestätigt die Handelsmarine IbizaHEUTE.

Gesetzliche Regelung fehlt

Im vergangenen Jahr hat die spanische Regierung per Dekret erlaubt, dass ab 1. Juli 2024 Privatleute ihre Boote drei Monate im Jahr legal vermieten können. IbizaHEUTE berichtete über das Gesetz und die Proteste dagegen.

Auf Nachfrage von IbizaHEUTE bei der zuständigen Generaldirektion der Handelsmarine wurde uns bestätigt, dass es „sehr wahrscheinlich“ ist, dass der Termin 1. Juli 2024 nicht eingehalten werden kann. Eine Sache ist das Dekret, eine andere die gesetzliche Regelung, wie die Umschreibung der Boote der Liste 7 (private Nutzung) für drei Monate als professionelle Charterboote der Liste 6 zu erfolgen habe. Diese Regelung fehle noch und es sei unwahrscheinlich, dass sie bis zum 1. Juli verabschiedet würde. Deshalb wäre die Anwendung nicht möglich.

Verbot für Balearen?

Wie die Zeitung „Diario de Ibiza“ im Februar berichtete, könnten die Balearen überhaupt eine Ausnahmeregelung beantragen, weil die Region eine große Flotte professioneller Charterboote besitzt. Wie das spanische Verkehrsministerium andeutete, hätten die Inseln gute Chancen, dass die Sonderregelung genehmigt würde. Dann gelte ein grundsätzliches Verbot, dass Privatleute ihre Yachten vermieten dürften. Die Handelsmarine erklärt zu diesem Punkt, dass die Zuständigkeit bei der Balearen-Regierung läge. Sie könne auf regionaler Ebene die Anwendung aussetzen.

Erstmal abwarten

Somit ist das Projekt auf Ibiza und Formentera zumindest für diesen Sommer also mehr als fraglich. Private Bootsbesitzer, die ihre Yachten über professionelle Plattformen anbieten wollten, sollten davon absehen, rät der Verband professioneller Nautikfirmen der Balearen (Apeam). Oder zumindest noch warten.

Charterfirmen warnen aus gutem Grund

Natürlich geht es den Charterfirmen um ihr Geschäft. Sie wollen sich Konkurrenz ersparen. Aber sie haben sicher Recht mit der Furcht, dass Umweltschäden und Unsicherheit zunehmen würden, wenn jeder einfach sein Boot vermietet. Die Buchten seien ohnehin voll, Formenteras Küste überlastet. Wenn noch Boote von der valencianischen Levante oder von weither dazu kämen, könnte es Probleme geben.

Behörden sind überfordert

Die Behörden sind überfordert, das rege Treiben auf dem Meer der Pityusen zu kontrollieren. Alle wissen um die vielen illegal vermieteten Yachten, die jetzt schon unterwegs sind. Und viele halten sich nicht an die Regeln. Santa Eulàrias Bürgermeisterin Carmen Ferrer hat unlängst um mehr Kontrollen gebeten.

Rafael Cardona von Apeam erklärt, die Skipper, die Geschäfte mit ihren privaten Booten machen wollen, sollten sich in der Liste 6 anmelden und die entsprechenden Steuern zahlen, Revisionen durchführen und Versicherungen abschließen.

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