Editorial von Dieter Abholte

Die Inseln stehen vor gewaltigem Touristen-Boom

Editorial von Dieter Abholte: Wie ich es sehe…

Liebe Leser,

Dieter Abholte

trotz Kampf gegen illegale Ferienvermietung und Autobeschränkung in der Saison: Für mich ist klar: Ibiza und Formentera – das gilt auch für die anderen Balearen-Inseln – stehen 2026 vor einem gewaltigen Boom an Touristen. Der Grund dafür ist nicht, dass plötzlich die Preise auf unseren Inseln gepurzelt sind. Da ist ganz das Gegenteil der Fall. Was ich hier beim Blick auf die Speisekarten der Restaurants sehe, ist oft eine massive Erhöhung. Also, Ibiza und Formentera werden noch teurer und gehen stramm auf das teuerste Urlaubsziel in Europa zu.

Der Grund für den erwarteten Zuwachs an Urlaubern liegt im Nahen Osten: Es ist der Krieg um den Iran. Wo Israels Armee zusammen mit dem US-Militär Angriffswelle um Angriffswelle auf den Iran fliegen. Und das Mullha-Regime und ihre  Revolutionsgarden aus Rache Drohnen und Raketen auf die Nachbarländer mit US-Stützpunkten feuern. Und die treffen auch Hotels und Flughäfen…

Urlaub weit Weg vom Krieg

Wer möchte jetzt seinen Urlaub in Dubai oder den Emiraten buchen? Wer in der nahen Türkei  oder auf Zypern? Wer möchte über das Drehkreuz Dubai in den Fernen Osten fliegen? Bei alledem ist man in Gefahr, Teil des Krieges zu werden. Da bucht man doch lieber Spanien – natürlich vor allem Mallorca, Ibiza, Formentera und Menorca. Hier genießt man Urlaub im Frieden.

Und das hat einen zweiten wichtigen Grund. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez ist einer der ganz wenigen Staatschefs Europas, die den Angriff der Amerikaner auf den Iran ablehnen und verurteilen. Über seinen Außenminister ließ er erklären: „Die Militäraktionen der Vereinigten Staaten und Israels sind kein gemeinschaftliches Vorgehen und sie sind auch nicht von UN-Recht abgedeckt.“ Überdies sperrte der spanische Regierungspräsident seine Fliegerbasen in Südspanien als Startrampen für Angriffe der US-Luftwaffe.

Dass daraufhin Donald Trump tobte und mal wieder mit der Zollstrafe drohte, versteht sich von selbst. Der US-Präsident ging  noch weiter und erklärte: Jeder Handel mit Spanien werde beendet!

Trumps Wut auf Spaniens Ministerpräsident Sánchez

Aber auch davon ließ sich Pedro Sánchez nicht beeindrucken: Der Angriff von USA und Israel verstößt nach seiner Meinung gegen das Völkerrecht. Und das Völkerrecht gilt für jeden Staat, auch für menschenverachtende Diktaturen wie das Mullah-Regime in Teheran. Keine Frage, dass der Iran zu den schlimmsten Ländern der Welt gehört, in denen religiöser Fanatismus und religiöser Terror über das Leben von Tausenden oder Millionen gestellt wird. Aber es gibt auch Millionen Iraner, besonders die auf dem Lande, die weder Internet noch Universitäten kennen, die weiterhin die religiösen Führer des Landes anbeten und den Westen nicht als Befreier, sondern als Todfeind betrachten.

Doch darauf will ich nicht hinaus. Die Verurteilung von Israel und der USA durch den spanischen Ministerpräsidenten Sánchez macht Spanien wohl zu einem der sichersten Länder in der Mittelmeerregion und in ganz Europa. Denn selbst bei der Besiegung des Regimes in Teheran ist die Ideologie nicht besiegt. Revolutionsgarden, Terroristen und Fanatiker könnten Europa und die ganze Welt mit Attentaten und Terror überziehen. Zumindest die Welt, die Donald Tramp unterstützt hat – ob militärisch oder mit Worten. Aber dazu gehört Spanien nicht. So sollte hier die Gefahr der Rache durch Terror und Anschläge geringer sein…

Spielt auch die Angst vor Terror mit?

Ich weiß, es sind furchtbare Gedanken. Aber sie sind aus meiner Sicht, der ich oft als Reporter Terrorstaaten und Kriege erlebte, leider nahezu logisch. Ich glaube, viele Menschen, die nun ihren Urlaub planen, haben ähnliche Befürchtungen – und buchen lieber Ibiza als Zypern, Kreta oder die nahe am Pulverfass gelegene Türkei. Und so werden die Zahlen der Touristen in diesem Jahr wohl einen neuen Rekord erreichen. Den Inseln tut der Massen-Tourismus nicht gut – aber den Urlaubern tun die Inseln gut…

Ibiza und Formentera sind auch in politisch unruhigen Zeiten Paradiese. Ich möchte wieder mal den Satz unseres Freundes und Fotografen Sven Oliver Puch zitieren, der mir schrieb: „Jeden Tag, an dem ich aufwache, bin ich dankbar, hier leben zu dürfen…“ Ich schließe mich diesen Gedanken an und denke, viele von Ihnen fühlen ähnlich – ganz gleich ob Sie hier Leben oder Urlaub machen…

Herzlichst Ihr, Dieter Abholte

 

 

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