Gucci-Tasche am Strand

Handel mit Plagiaten boomt auf Ibiza

Die Ortspolizei von Sant Josep auf Ibiza hat in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben 2mehr als 1000 gefälschte Produkte“ beschlagnahmt. Die Beamten hatten demnach die Kontrollen gegen den illegalen Straßenverkauf ausgeweitet, insbesondere in den touristischen Hochburgen Cala de Bou und Platja d’en Bossa.

Unter den sichergestellten Artikeln befanden sich demnach rund 600 Handtaschen sowie Gürtel, Kleidung, Sonnenbrillen und andere Accessoires vermeintlich renommierten Hersteller. Die üppige Beschlagnahmung verdeutliche, dass der illegale Handel trotz der Bemühungen der Behörden weiter floriere, sagte der Präsident des ibizenkischen Unternehmerverbands Pimeef zu der Aktion. Unterm Strich sei auch die Zahl der fliegenden Händler gestiegen. „Wenn die Konfiszierungen in diesem Sommer zugenommen haben, dann, weil es auch mehr Verkäufer gibt.“

Bei Lebensmitteln hört der Spaß auf

Die Polizei warnte hingegen, dass mit dem Kauf von Plagiaten nicht nur ein wirtschaftlicher entstehe. Die gefälschten Produkte würden überdies zumeist unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden. „Viele dieser Produkte stammen aus Netzwerken, die schutzbedürftige Personen, einschließlich Kinder, ausbeuten“, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Der Kauf dieser Waren trage direkt dazu bei, diese kriminellen Netzwerke zu unterstützen.

Der illegale Straßenhandel ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge auch an beliebten Stränden wie der Platja d’en Bossa und Ses Salines nach wie vor weit verbreitet. Der Produktpalette der Verkäufer ist breit gestreut und reicht von oben genannten Plagiaten bis hin zu Lebensmitteln wie Obst und Säfte. Bei letzteren Waren hört für Unternehmervertreter Rojo der Spaß endgültig auf: „Das ist noch schlimmer, weil man seine Gesundheit riskiert.“ Er mutmaßt, dass die Händler ihre Ware morgens in großen Supermärkten einkauften.

Urlauber haben eine gänzlich andere Wahrnehmung

Die Polizei von Sant Josep appelliert an die Bürger und Urlauber, „verantwortungsbewusst“ einzukaufen und den Kauf von Fälschungen abzulehnen. Sie verwies auf die Anstrengungen, dass man jeden Tag für eine „gerechtere und sicherere Gemeinschaft“ arbeite.

Für eine Urlauberin, die in Ses Salines eine gefälschte Tasche erwarb, stand der humane Aspekt im Vordergrund. Gegenüber einer Lokalzeitung verteidigte sie sich mit den Worten: „Diese Leute kommen hierher, um ihr Leben zu bestreiten, und das ist eine Möglichkeit, sie dabei zu unterstützen.“

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