Hierbas Ibicencas: Das ist Ibizas köstlicher Kräuterlikör. Duftende Inselkräuter geben ihm seinen unverwechselbaren Geschmack. Hierbas – das ist die Essenz Ibizas in einer Flasche.
Rezepte von Ibizas berühmtesten Kräuterlikör gibt es so viele wie es Familien und Hersteller gibt. Doch gut schmeckt er immer, der Hierbas.
Zumindest denjenigen, die diesen höchst interessanten, zwischen goldgelb, bernsteinfarben oder tiefgrün changierenden Mix aus Anisschnaps und einer Vielzahl von Kräutern lieben.

Bis zu 30 verschiedene „Herbes“, wie die Ibizenker sagen, können darin enthalten sein. es gibt ihn in drei Geschmacksrichtungen: dulce, semi-dulce oder seco.
Ibizas Aromen in einer Flasche
Der Hierbas hat auf der Insel eine jahrhundertealte Tradition. Rezepte werden von Generation zu Generation weitergegeben. Allerdings war der Kräuterlikör in früheren Zeiten weniger zu Genuss- als zu medizinischen Zwecken gefragt.
Apotheker sollen ihn schon im 16. Jahrhundert hergestellt haben, um manch‘ Unpässlichkeit und Wehwehchen zu kurieren. Und auch in den Klöstern produzierte man eifrig das Likörchen, um Unwohlsein zu heilen, zum Beispiel Verdauungsbeschwerden.
Hierbas Ibicencas: Ibizas köstlicher Kräuterlikör
Der Hierbas aus Ibiza der großen Hersteller trägt die geographische Herkunftsbezeichnung „Indicación Geográfica Hierbas Ibicencas“. Auch auf Ibizas Nachbarinsel Mallorca hat Hierbas eine lange Tradition. Die dortigen Produkte tragen entsprechend das Siegel der mallorquinischen Ursprungsbezeichnung.
Der köstliche Kräuterlikör schmeckt pur, auf Eis, wird sehr gern als Digestif genossen und gibt zunehmend auch Cocktails einen besonderen Twist.

Wie entsteht der schmackhafte Hierbas?
Mehrere Wege führen zum Ziel. Zum Beispiel durch die Mazeration verschiedener Insel-Kräuter direkt in Anislikör. Oder als Auszug zunächst in hochprozentigem Alkohol. Die Essenz wird dann anschließend mit Anislikör aufgegossen.
Welche Methode man immer auch wählt, es sind die Inselkräuter, die für ordentlich Geschmack sorgen. Dazu gehören unter anderem Rosmarin, wilder Fenchel, Minze, Thymian, Myrte, Lavendel, Kamille, Zitronenmelisse, Raute, Eukalyptus, Oregano, Salbei, Wacholder, Zitronen- und Orangenblätter, manchmal auch ein kleines Stück Orangen- oder Zitronenschale und viele mehr, was die mediterrane Natur hergibt.

Manche verwenden sogar junge Kiefernsprosse oder -zapfen – für das gewisse Etwas und intensive Würze. Niemand weiß genau warum: Aber viele Hersteller – ob professionell oder privat – schwören darauf, dass die Zahl der verwendeten Kräuter ungerade sein muss!
Die Kunst der Kräuter-Kombination
Egal, für welche Anzahl man sich entscheidet: Es ist eine kleine Kunst für sich, die Kräuter so zu kombinieren, dass der Likör einen wirklich ausgewogenen Geschmack erhält. Zu viel Rosmarin etwa macht ihn zu herb, zu viel Thymian zu streng, zu viele Orangenblätter zu mild, zu viel Zitronenmelisse zu säuerlich.
Auf Ibiza gibt es vier Produzenten von Hierbas Ibicencas mit geschützter geografischer Herkunftsbezeichnung. Bereits seit 100 Jahren hält Licores Aniseta die Stellung. Gegründet wurde das Unternehmen 1925 im Hafenviertel von Ibizas Altstadt.
Heute heißt der junge Chef David Ferrer Sunder-Plassmann. In der vierten Generation führt er die Firma, die vor mehr als 20 Jahren in das Industriegebiet Can Bufí umgezogen ist. Gleich mehrere Sorten Hierbas hat David im Angebot.
Spaniens beste Spirituose mit Herkunftsbezeichnung

Das gilt auch für Marí Mayans. 2025 wurde der Hierbas Ibicencas aus Sant Antoni als beste Spirituose Spaniens mit Herkunftsbezeichnung ausgezeichnet. Sein Aroma verdankt der Trunk 18 verschiedenen Kräutern, Blättern, Samen … Darunter sind Rosmarin und Thymian, Wacholderbeeren, Anissamen und Minze.
Die Bodega Can Rich de Buscastell indes setzt bei ihrem Hierbas auf 17 Wildkräuter. Seine Zubereitung basiert auf handgeschriebenen Rezepten der Vorfahren der heutigen Unternehmer.
Ibizas Kräuterlikör homemade: Hierbas-Workshops
Die Firma Fluxà Ibiza erzeugt nicht nur Hierbas Ibicencas, Ibizas köstlichen Kräuterlikör. Der Betrieb bietet sogar regelmäßig Workshops an, auf dass die Teilnehmer ihren eigenen Hierbas nach traditioneller Rezeptur kurzerhand selber herstellen.
Dabei können sie sich direkt aus dem Kräutergarten des Unternehmens bedienen. Ein solcher Workshop ist 2026 speziell auch für die Leserinnen und Leser von IbizaHEUTE geplant!
Einen selbst kreierten Hierbas bietet auch Wolfgang Lettner vom Restaurant „Casa Colonial“ an. Und dazu einen vielfach ausgezeichneten Gin sowie Liköre wie Café Caleta oder Limoncello.

Wer es Wolfgang Lettner gleichtun möchte, freilich im kleinen Rahmen, kann auf eigene Faust und mit ein wenig Experimentierlust zur Sache gehen. Auf dass eine ganz spezielle, individuelle Mischung entsteht!
Dazu die Kräuter der Wahl in eine saubere Flasche geben und mit hochprozentigem Anisschnaps auffüllen. Dann heißt es warten. Am besten lässt man den Homemade-Hierbas mindestens zwei Monate lang ziehen! Viele lassen den Mix auch fünf Monate oder noch länger stehen.
Mit Geduld zum Geschmack
Je mehr Geduld man zeigt, desto besser und intensiver wird später der Geschmack des Hierbas. Ist alles gut durchgezogen, siebt man die Flüssigkeit ab. Nun wird das Ganze im Verhältnis eins zu vier mit einem trockenen oder süßen Anislikör aufgefüllt.
Wer es halbtrocken mag, gibt je zur Hälfte trockenen und süßen Anislikör in die Flasche. Noch ein Deko-Kräuterzweiglein wie etwa Rosmarin oder eine Zitronenblatt hinein: fertig!
Das dient allerdings hauptsächlich der Optik. Den Geschmack des Getränks beeinflusst es nur noch minimal.
Was für ein Moment, wenn man schließlich die Flasche öffnet! Dieser verführerische Duft, dieser unverwechselbare Geschmack beim ersten Schluck, genüsslich gekostet.
Der Hierbas aus Ibiza schmeckt nicht nur auf der Insel. Denn er wird in verschiedene Länder exportiert, nach Deutschland ebenso wie in die Schweiz und nach Österreich. Selbst in die Vereinigten Staaten geht die Reise von Hierbas Ibicencas, Ibizas köstlichem Kräuterlikör.



