Die Balearen-Regierung hat Ärzte eingestellt, aber die Wartelisten auf Ibiza bleiben enorm lang. Personal flüchtet aufs Festland und in ganz Spanien protestieren die Mediziner gegen ein neues Rahmengesetz im Gesundheitswesen.
Es fehlt weiter Personal
Die öffentlichen Gesundheitszentren und Ibizas Krankenhaus Can Misses haben Personal eingestellt und viele der vakanten Stellen besetzen können. Aber die Ärzte-Gewerkschaft Simebal warnt, dass noch immer keine Abteilung hundertprozentig besetzt sei. Das bedeute Überlastung und Überstunden für das Personal. Die Bevölkerungszunahme auf der Insel und das Arbeitsvolumen verlangten noch viel mehr Einstellungen.
Lange Wartelisten
Das beweisen auch die Wartelisten. Can Misses hat die längsten auf den Balearen. Viele Patienten greifen auf private Versicherungen zurück. Und die Balearen-Regierung zahlt viel Geld an Ibizas privates Krankenhaus El Rosario, wenn es Patienten übernimmt.
Can Misses hat knapp 15.000 Patienten auf Wartelisten für einen Facharzt-Termin. Da sind teilweise 5 Monate einzuplanen. Auf Operationen warten 1679 Patienten. In Formenteras Hospital warten 335 Menschen auf einen Termin beim Facharzt und 50 auf einen Eingriff. Die Wartezeit beträgt auf beiden Inseln in diesen Fällen drei Monate.
Krankenschwester verlassen die Inseln
Eine weitere Hiobsbotschaft kommt von der Gewerkschaft Satse. Sie berichtet, dass 30 Krankenschwestern die Balearen im Januar verlassen haben. Die Hälfte ist an Krankenhäuser in Andalusien gegangen, die andere Hälfte in andere Regionen auf dem Festland.
Die hohen Lebenskosten und Mieten machen es ihnen unmöglich, auf Ibiza oder Mallorca zu arbeiten. Diese Abwanderungen müssten mit Gehaltsaufbesserungen und Insel-Zulagen dringend gestoppt werden, so die Gewerkschaft. Schon jetzt kommen auf 1000 Insulaner nur 5,9 Krankenschwestern. Der europäische Durchschnitt liegt bei 8,5.
Proteste gegen Rahmengesetz
Die Ärzte protestieren derzeit übrigens in ganz Spanien. Das Gesundheitsministerium hat ein neues Rahmengesetz vorgelegt, das die Mediziner ablehnen. Die Arbeitsbelastung, die weit über der 37,5 Stundenwoche liegt, würde nicht anerkannt. Und viele Ärzte des öffentlichen Systems arbeiten zusätzlich im privaten. Auch das soll eingeschränkt werden und verschlechtere ihre Arbeitsbedingungen.



