Ibizas Insel-Regierung und die Polizei der Insel-Hauptstadt fahnden nun gemeinsam nach illegalen Ferien-Vermietern. Das ist das Thema unseres Reports in IbizaHEUTE-Online.
Die Fakten gleich vorweg: Die Vermietung von Wohnungen und Apartments in Mehrfamilienhäusern ist auf Ibiza verboten. Dafür kann es auch – anders als bei Häusern – keine Genehmigung geben. Aber Tatsache ist: Auf Ibiza werden in der Saison Tausende solcher Wohnungen illegal an Touristen vermietet. Die Vermieter nehmen in der Regel ab 300 Euro pro Nacht und stecken sich das Schwarzgeld in die Tasche.
Steuern zahlen Sie nicht. So gehen jedes Jahr Millionen von Euro am Finanzamt vorbei. Zum Hinterziehen von Steuern kommt noch die Tatsache, dass illegale Vermietung den katastrophal knappen Wohnraum weiter verknappt. Denn illegale Vermietungen bringen viel, viel mehr Geld als reguläre Vermietung. Eine „schwarz“ vermietete Ferienwohnung bringt in der Saison rund 40.000 bis 60.000 Schwarzgeld. Eine regulär vermietete Wohnung bringt im Jahr zwischen 10.000 und 14.000 Euro, davon gehen dann noch mal 25 % Steuern ab.
Bisher waren die illegalen Vermieter ziemlich sicher, obwohl die Behörden damit punkten, dass sie in den vergangenen Jahren immerhin 2 Millionen Euro an Bußgeldern von illegalen Vermietern eintreiben konnten. Aber was ist das gegen die geschätzten 60 Millionen Schwarzgeld, das am Fiskus vorbeigeht? Und eigentlich ist dieser Betrug ziemlich einfach. Gibt es eine Kontrolle, dann braucht der illegale Mieter nur zu sagen: „Ich zahle keine Miete, ich bin ein Freund des Vermieters …“ Schon laufen die Ermittler ins Leere. Die Tür zur Wohnung brauchen die Touristen-Mieter den Kontrolleuren nicht zu öffnen. So ist es Gesetz – das gilt genauso für illegale Mieter wie für Hausbesetzer. Einmal in der Wohnung sind sie sicher vor Polizei und Justiz … Unfassbar? Ja! Aber spanisches Gesetz!

Nun geht Ibizas Insel-Hauptstadt Eivissa einen neuen Weg. Wurden bisher nur zivile Inspektoren eingesetzt, ist ab jetzt die Policia Local dabei. In den vergangenen Tagen wurden so gleich acht Wohnungen eines Immobilien-Besitzers kontrolliert. Angesichts der Polizei ist es für die Touristen nicht mehr ganz so leicht zu sagen: „Ich zahle keine Miete, ich bin mit dem Besitzer befreundet!“ Vor allem – wie in diesem Fall – der Besitzer in gleich acht Wohnungen angebliche Freunde kostenlos wohnen lässt. Jedenfalls war diese neue Art der Kontrolle mit Polizeibegleitung bei den acht Wohnungen erfolgreich. Kontrolleure und Polizei sammelten eine Menge Beweise für mutmaßlich illegale Ferienvermietung.
Mariano Juan, der für die Bekämpfung solcher Vermietung zuständige Politiker, zeigte sich auch höchst zufrieden und sagte sinngemäß: „Es weht jetzt ein anderer Wind. Jeder, der illegal vermietet, weiß jetzt, dass er früher oder später auffliegen wird. Wir haben einen weiteren Schritt nach vorn gemacht, indem wir die Polizei der Gemeinden einbeziehen.“ Gleichzeitig fordert er: „Wir müssen jetzt noch weitergehen und an einer Gesetzesänderung arbeiten, die es uns ermöglicht, der Policia Local mehr Handlungsspielraum zu geben.“
Er meint wohl damit, dass die Befugnisse der Polizei nicht – wie bisher – vor der Wohnungstür enden und das Betreten einer Wohnung ohne Einwilligung der Mieter Hausfriedensbruch ist. Doch für eine solche Gesetzesänderung liegt die Macht bei der spanischen Zentralregierung in Madrid. Und die zeigt keinerlei Interesse, dieses Gesetz zu ändern, das nicht nur illegale Vermieter schützt – sondern auch Okupas, die einfach ein Haus oder eine Wohnung besetzten und sicher vor Polizeiaktionen sind.
Da hat uns ein Leser aus Santa Eulària einen Hilferuf gesendet und eine unfassbare Geschichte erzählt. Davon am Sonntag mehr im Editorial von Dieter Abholte.



