Ein trauriges Kapitel in der Insel-Geschichte sind die Not-Siedlungen, in denen viele Personen leben, weil sie zwar Arbeit, aber keine Wohnung finden. Consell und Stadtverwaltungen wollen diese Lager nicht, aber eine Lösung für die Bewohner, steht aus.
Nach der Räumung des Barackenlagers Can Rova in Santa Eulària, will das Rathaus nun auch den Ausweichplatz Can Rova 2 auflösen. Und Sant Josep will Can Raspalls räumen lassen.
Hütten, Zelte, Wohnwagen
Einige der Personen und Familien, die zwar Arbeit haben und deren Kinder in die Schule gehen, finden auf Ibiza keine bezahlbare Wohnung. Sie haben sich nach der Räumung des Grundstücks in Can Negre Anfang August auf dem Nachbargelände niedergelassen. Sie wohnen in notdürftigen Hütten, Zelten oder Wohnwagen.
Das Rathaus Santa Eulària hat vergangene Woche das Gelände inspiziert. Laut Flächennutzungsplan (PTI) ist das landwirtschaftliche Zone, keine Hütte darf dort stehen. Die Bewohner werden alle mit 600 Euro sanktioniert, obwohl manche im Wohnwagen leben und keine Baracke gezimmert haben, berichtet die Zeitung „Diario de Ibiza“. Der Besitzer des Geländes will ebenfalls juristische Mittel gegen die „Besetzer“ ergreifen.
Sant Josep und Can Raspalls
Der Bürgermeister Sant Joseps, Vicent Roig, hat am Mittwoch erklärt, er werde das Zeltlager Can Raspalls in Sant Jordi in den kommenden Monaten räumen lassen. Der Zensus der dort lebenden Personen hat ergeben, dass drei Zelte über die Plattform Airbnb angeboten wurden. Ein Pärchen erklärte, es habe eine Nacht im Zelt gebucht und zog mit seinen Rollkoffern am nächsten Morgen wieder ab.

Der Besitzer des Geländes ist ein Investmentfonds und soll wegen „Untätigkeit“ ein Bußgeld zahlen, denn das Lager besteht schon lange und verkommt. Dem findigen Vermieter der Zelte droht wegen der unerlaubten Kommerzialisierung eine Strafe von 91.000 Euro.
Geldbußen für alle Bewohner
Auch hier will das Rathaus durchgreifen. Alle Personen, die Zeltlager oder Baracken-Siedlungen in Sant Josep zulassen oder unterhalten, werden sanktioniert. Und jeder der 206 Bewohner der 154 Lagerstätten von Can Raspalls ebenfalls. Das Bußgeld für illegales Kampieren kann bis zu 750 Euro betragen.
Keine Gemeinde will solche Not-Siedlungen. Tatsächlich stellen Lagerfeuer und Gaskochherde eine Gefahr, falls Bäume und Sträucher Feuer fangen, wie die Rathäuser erklären. Viele der Arbeiter, die dort leben, verlassen nach der Saison die Insel, aber grundsätzlich gilt für zahlreiche Bewohner, dass sie keine andere Wohnmöglichkeit auf Ibiza finden. Und der nächste Sommer kommt bestimmt.



