Benutzer des öffentlichen Nahverkehrs müssen auf Ibiza im kommenden Jahr wieder mit Kosten rechnen. Die universellen Gratisfahrten für gemeldete Inselbewohner, so der Vizepräsident Mariano Juan, würden mit großer Wahrscheinlichkeit zum Jahresende auslaufen. Weil die Finanzierung für das Weiterbestehen der kostenlosen Nutzung der Busse von der spanischen Zentralregierung abhänge, befände sich dahinter ein großes Fragezeichen.
Seit September 2022 wird der kostenlose ÖPVN als Maßnahme zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges kostenlos angeboten. Damit wollte Madrid auch der seinerzeit galoppierenden Inflation entgegenwirken. Die Finanzierung sei jedoch nicht mehr ohne Weiteres möglich, warnte die Zentralregierung bereits vor Wochen. Auf Ibiza, so Juan, beliefen sich die Kosten für den Busservice auf schätzungsweise sieben Millionen Euro pro Jahr, die Transferzahlungen aus Madrid betrügen aktuell 5,6 Millionen Euro. „Wir können das entstehende Defizit nicht alleine tragen. Entweder gibt es Hilfe vom Staat, oder es wird keine universelle Gratisnutzung geben“, erklärte Juan.
Angesichts der Freifahrscheine schnellten die Kundenzahlen im öffentlichen Nahverkehrs in die Höhe: Laut Zahlen des Inselrats wurden 2023 6,6 Millionen Fahrten registriert – ein Anstieg von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2024 wird sogar mit über sieben Millionen Fahrten gerechnet. Sollte keine Einigung erzielt werden, würden ab 2025 nur noch Senioren über 65 Jahre, Rentner und Jugendliche unter 18 Jahren kostenlos fahren dürfen. Urlauber waren von den Gratisfahrten ausgeschlossen.
Die Hoffnung gänzlich aufgeben will Juan nicht: „Im vergangenen Jahr wurde die Finanzierung erst in letzter Minute gesichert. Wir werden sehen, was passiert“, so der für Mobilität verantwortliche Dezernent. Allerdings gehe man auf Nummer sich, die Haushaltsplanung für das kommende Jahr erfolge ohne Berücksichtigung eines uneingeschränkten kostenlosen Busverkehrs.



