Vor der Küste von Ibizas Nachbarinsel Formentera ist erneut die Leiche einer Migrantin entdeckt worden. Nach Angaben der Guardia Civil wurde in den Morgenstunden des 30. März am Strand von Es Pujols der Körper einer Frau gefunden. Ein Spaziergänger habe die Tote gegen 8 Uhr im Wasser treiben sehen und die Behörden alarmiert, teilten die Behörden am Mittwoch mit.
Die Einsatzkräfte bestätigten, dass es sich um eine Frau aus Afrika südlich der Sahara handele, die eine Schwimmweste getragen habe, jedoch keine Ausweispapiere bei sich gehabt habe. Dies deute darauf hin, dass sie Opfer des illegalen Migrantentransports zwischen Nordafrika und Spanien geworden sein könnte.
Auffällig sei laut den Behörden eine „deutliche Wöllbung im Bauchbereich“ gewesen. Daher werde geprüft, ob die Frau zum Zeitpunkt ihres Todes schwanger gewesen sei. Eine endgültige Klärung könne jedoch erst die angeordnete Obduktion bringen.
19 tote Migranten auf dem Friedhof
Etwa zwei Stunden nach dem grausamen Fund sei der Leichnam durch die zuständigen Behörden geborgen und anschließend in ein Bestattungsinstitut auf Formentera überführt worden. Nach Abschluss der Untersuchungen solle die Frau auf dem Friedhof von Sant Francesc beigesetzt werden. Sollte sich die Schwangerschaft bestätigen, würde dort erstmals auch ein ungeborenes Kind unter den bislang bestatteten Opfern sein.
In den vergangenen Wochen und Monaten wurden auf Ibiza mehrere Wasserleichen entdeckt, unter anderem nahe Cala Mestella und Cala Llonga. Die Behörden sehen einen Zusammenhang mit der zunehmenden Nutzung gefährlicher Fluchtrouten über das Mittelmeer. Schleuserorganisationen transportieren Migranten unter prekären Bedingungen von Nordafrika nach Südeuropa – oft ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen und mit tödlichen Folgen.
Auf dem Friedhof von Sant Francesc befinden sich Behördenangaben zufolge bereits die sterblichen Überreste von 19 bislang nicht identifizierten Migranten, die auf See ums Leben kamen.




