Der spanische Minister für Soziales, Konsum und Agenda 2030, Pablo Bustinduy, plant drastische Eingriffe in den überhitzten Immobilienmarkt auf Ibiza. Bei einem Arbeitsbesuch auf der Insel sprach er sich unter anderem für zwei ungewöhnliche Maßnahmen aus: strikte Mietpreiskontrollen und Kaufverbote in besonders angespannten Wohnlagen.
„Wir müssen die Logik der Spekulation durchbrechen“, sagte Bustinduy am zurückliegenden Wochenende gegenüber der Lokalzeitung „Diario de Ibiza“. Mit dem neuen Mietgesetz sei eine Deckelung der Preise möglich geworden. Zudem solle der Immobilienkauf in stark nachgefragten Wohngebieten künftig nur noch für den Eigenbedarf oder zur Vermietung zu erschwinglichen Preisen erlaubt sein.
Bei seinem Inselbesuch überreichte der Minister dem Präsidenten des Inselrats, Vicent Marí, aktuelle Daten zur privaten Ferienvermietung: Von den 2.512 erfassten touristischen Unterkünften auf Ibiza würden etwa 1.500 ohne die erforderliche Registrierungsnummer betrieben werden. Er relativierte allerdings, dass dies nicht automatisch bedeute, dass die Ferienwohnungen gänzlich ohne Genehmigung seien. In manchen Fällen sei die Nummer vom Vermieter schlicht nicht angegeben worden.
Katalonien landesweit Vorreiter
Die Umsetzung der von Bustinduy ins Spiel gebrachten Regulierungen liegt allerdings bei den spanischen Regionen. Bislang ließen sich nur die Landespolitiker in Katalonien für derart drastische Eingriffe in den freien Markt begeistern. Und das mit erstem Erfolg: Während die Immobilienpreise in anderen Regionen ungebremst anstiegen, blieben sie in Katalonien in den vergangenen beiden Quartalen stabil oder gingen gar zurück. Das Baskenland, Asturien und Navarra bekundeten jüngst ebenfalls Interesse, die nicht unumstrittenen Schritte umzusetzen. „Es ist eine Frage des politischen Willens“, so der Minister.
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum hat sich in Spanien längst zu einem gesellschaftspolitischen Drama entwickelt. Viele Einheimische finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum, während Immobilien zunehmend als Anlageobjekte oder für die touristische Vermietung genutzt werden.



