+++EILMELDUNG+++

117 Liter Regen: Unwetter stürzt Ibiza ins Chaos

Überflutete Straßen, vollgelaufene Geschäfte und ein zeitweise nicht betriebsfähiger Flughafen: Heftige Regenfälle haben Ibiza und Formentera am Sonntag schwer getroffen. Die Behörden warnen vor weiteren Überschwemmungen.

Es kam, wie es der staatliche Wetterdienst Aemet befürchtet hatte. Heftige Regenfälle haben am Sonntag auf Ibiza und Formentera zahlreiche Überschwemmungen verursacht und den Flugverkehr auf Ibiza erheblich beeinträchtigt. Wasser drang in das Flughafengebäude ein, Teile der Anlage standen unter Wasser, und die Start- und Landebahn war nach Angaben der spanischen Fluglotsen nicht mehr nutzbar. Zahlreiche Maschinen mussten auf andere Flughäfen ausweichen. Zugleich verschärften die Behörden die Warnungen vor weiteren Starkregenfällen: Der Zivilschutz verschickte eine rote Unwetterwarnung an sämtliche Mobiltelefone auf den beiden Inseln und untersagte alle Sportveranstaltungen sowie gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten im Freien.

Flughafen unter Wasser

Wie Bilder und Videos zeigen, die Reisende der Zeitung „Periódico de Ibiza y Formentera“ übermittelten, drang Regenwasser an mehreren Stellen durch das Dach des Flughafens. Betroffene Bereiche wurden mit Absperrbändern gesperrt, unter undichten Stellen stellten Mitarbeiter Papierkörbe auf. Auch in anderen Bereichen sammelte sich Wasser. Aus Abflüssen im Gebäude schoss es teilweise in großen Mengen heraus. Überflutet wurden zudem die Überdachung im Außenbereich und die Zufahrten zu den Parkplätzen.

Der Flughafenbetreiber Aena teilte mit, dass der Zugang zum Parkplatz P1 wegen eines herabgestürzten Sonnensegels gesperrt worden sei. Außerdem sei eine von zwei Zufahrtsstraßen zum Express-Parkplatz vorübergehend außer Betrieb gewesen. Die Arbeiten zur Beseitigung der Schäden und zur Wiederherstellung des Zugangs liefen.

Die spanischen Fluglotsen meldeten unterdessen, die Start- und Landebahn sei überschwemmt und der Flughafen derzeit nicht betriebsfähig. Zahlreiche Flüge würden auf alternative Flughäfen umgeleitet. Wie viele Maschinen betroffen waren und wie viele Flüge ausfielen, war zunächst nicht offiziell bekannt.

61 Einsätze bis zum Mittag

Auch abseits des Flughafens war die Lage angespannt. Nach Angaben der Generaldirektion für Notfälle der Balearenregierung registrierte die Notrufzentrale 112 zwischen Samstagabend, 22 Uhr, und Sonntagmittag insgesamt 61 wetterbedingte Einsätze. 38 entfielen auf Formentera, 23 auf Ibiza. Die meisten Meldungen gingen ab 10 Uhr ein, als die Niederschläge deutlich zunahmen.

Im Mittelpunkt standen 35 Überschwemmungen in Geschäften und anderen Gebäuden sowie 13 überflutete Straßenabschnitte. Hinzu kamen mehrere Meldungen über umgestürzte Bäume, Störungen bei der Versorgung mit grundlegenden Dienstleistungen und ein über die Ufer getretener Bach. Auch zwei Brände wurden gemeldet, einer davon in einem Gebäude. Über mögliche Verletzte lagen zunächst keine Angaben vor.

Auf Formentera wurden 28 überflutete Geschäftsräume und sechs überschwemmte Straßen gemeldet. In La Savina war die Versorgung von 77 Anschlussnehmern unterbrochen. Auf Ibiza standen unter anderem in Ses Figueretes, an der Platja d’en Bossa und an der Avenida de la Paz Straßenabschnitte unter Wasser. Dort trat auch Wasser aus Abflüssen der Kanalisation aus.

Weitere Starkregenfälle erwartet

Wie intensiv die Niederschläge ausfielen, zeigen die vorläufigen Messwerte von Aemet. Bis zum Mittag wurden auf Formentera 117,8 Liter Regen pro Quadratmeter registriert. Am Flughafen Ibiza Es Codolar waren es 117,3 Liter. In der Stadt Eivissa kamen 61,9 Liter zusammen, in Sant Antoni 53,9 und in Sant Joan 39,8 Liter.

Aemet hatte für Ibiza und Formentera bis 14 Uhr die rote Warnstufe wegen extremer Regenfälle ausgerufen. Innerhalb einer Stunde könnten bis zu 90 Liter pro Quadratmeter fallen. Für den Zeitraum zwischen 9 und 15 Uhr wurden zudem Starkregen mit bis zu 50 Litern pro Stunde und Niederschlagsmengen von bis zu 160 Litern innerhalb von zwölf Stunden erwartet. Anschließend sollte die Warnstufe auf Orange sinken und bis Montag um 14 Uhr gelten.

Auslöser ist das Tiefdruckgebiet „Adam“, das sich über dem Norden der Iberischen Halbinsel abgekoppelt hat und feuchte Luft aus östlichen und nordöstlichen Richtungen über das Mittelmeer und die Balearen führt. Die Notfallbehörden warnten, dass sich die Lage bis Montag hinziehen könne. Sie erinnerten zugleich an die schweren Folgen zweier Unwetter, die Ibiza im September und Oktober vergangenen Jahres getroffen hatten.

Der Zivilschutz forderte die Bevölkerung auf, überschwemmungsgefährdete Gebiete zu meiden, unnötige Fahrten zu unterlassen und Abstand zu Bachläufen (torrentes) und anderen Wasserläufen zu halten. Keller, Garagen und andere tiefer gelegene Gebäudeteile sollten bei Überschwemmungen nicht betreten werden. Stattdessen solle man sich in höher gelegene Stockwerke begeben. Überflutete Straßen dürften weder zu Fuß noch mit dem Auto durchquert werden. Die Notrufnummer 112 solle ausschließlich für tatsächliche Notfälle genutzt werden.

Auch interessant?

Aktuelles E-Paper

E-Paper IbizaHEUTE September 2026
  • IbizaHEUTE Natur: Sonnenuntergänge und Traum-Strände
  • IbizaHEUTE Exklusiv: Heisse Mode und 11 coole Insel-Tipps
  • IbizaHEUTE Gourmet: Feinschmecker-Treffs und Insel-Fiestas
Jetzt abonnieren

Events & Termine

Zu allen Events