Mit der Ausstellung „Terra, aigua, aire i foc“ (Erde, Wasser, Luft und Feuer) rückt Ibiza eines seiner ältesten Kulturgüter in den Mittelpunkt: die traditionelle Keramikkunst der Insel. Die Präsentation in „Sa Nostra Sala“ in Ibiza-Stadt ist dem Töpfermeister Toni Maria Ribas „Frígoles“ (1934–2024) gewidmet. Er gilt als einer der bedeutendsten Keramiker Ibizas und führte eine Kunst fort, die auf der Insel seit Jahrtausenden verwurzelt ist.
Die vier Elemente als Grundlage
Im Zentrum der Ausstellung stehen die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer, die seit jeher die Grundlage der Keramikkunst bilden. Anhand von Fotografien, Originalstücken und Video-Dokumentationen wird sichtbar, wie aus einfachen Naturmaterialien Gebrauchsgegenstände und Kunstobjekte entstehen: Gefäße, Krüge und Formen, die über Generationen hinweg nahezu unverändert geblieben sind. Die Ausstellung zeigt dabei nicht nur fertige Arbeiten, sondern auch die einzelnen Schritte des Handwerks – vom Formen des Tons bis zum Brennen im Ofen.

Keramikkunst mit Geschichte
Die ibizenkische Töpferkunst hat eine lange Tradition. Bereits in der Antike waren Keramikgefäße wichtige Handelsgüter, die über das Mittelmeer verschifft wurden. Auch im Mittelalter gehörten sie – neben Salz und Mandeln – zu den wichtigsten Exportprodukten der Insel. In Schiffswracks aus vergangenen Jahrhunderten fanden Archäologen immer wieder Krüge und Amphoren aus Ibiza. Das ist ein eindrucksvoller Beleg für die frühere Bedeutung dieses Handwerks.
Die charakteristischen Formen und Techniken machten die Keramik aus Ibiza im gesamten Mittelmeerraum bekannt.

Frígoles als Bewahrer der Tradition
Toni Maria Ribas „Frígoles“ gilt als einer der bedeutenden Töpfer („alfarero“) Ibizas und hat die traditionelle Keramikkunst der Insel über viele Jahre geprägt. Er steht in der Tradition der ibizenkischen Keramik („alfarería tradicional“), die über Generationen weitergegeben wurde – oft innerhalb von Familien oder lokalen Werkstätten.
Mit seinem Werk hat er dazu beigetragen, dieses traditionelle Handwerk („oficio artesanal“) zu bewahren und weiterzuführen und damit einen wichtigen Teil der kulturellen Identität Ibizas zu sichern.

Präsentation im Rahmen der Kunsthandwerkstage
Vorgestellt wurde die Ausstellung im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks durch den Consell Insular d’Eivissa. Die zuständige Consellera Maria Fajarnés betonte dabei die Bedeutung des Kunsthandwerks für die Insel: Es sei ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Erbes und gleichzeitig ein lebendiger Sektor, der gefördert und sichtbar gemacht werden müsse. Auch die Tochter des Künstlers war bei der Präsentation anwesend und verfolgte die Würdigung des Lebenswerks ihres Vaters sichtlich bewegt.

Die Ausstellung iin der städtischen Galerie „Sa Nostra Sala“ ist bis zum 11. April zu sehen.
Öffnungszeiten:
Karwoche (2., 3., 4. und 6. April): 10:30–13:30 Uhr
Die übrigen Tage: 10:30–13:30 Uhr und 17:30–20:30 Uhr
Sonntags geschlossen
Die Ausstellung wird vom Inselrat von Ibiza (Consell Insular d’Eivissa) in Zusammenarbeit mit dem Ethnologischen Museum von Ibiza (Museu Etnogràfic d’Eivissa), dem Archiv für Bild und Ton (Arxiu d’Imatge i So), Eivissa Cultural und Sa Nostra Sala organisiert.




