Ibiza: Was wird aus Can Rova-Bewohnern?

Die Regierungschefin der Balearen, Marga Prohens, hat sich am gestrigen Dienstag zum sozialen Drama der Menschen aus dem geräumten Barackensiedlung Can Rova auf Ibiza geäußert.

Die Politikerin der konservativen Partei (PP) antwortete auf eine Anfrage der linken Podemos-Abgeordneten Cristina Gómez. Das Lager in der Gemeinde Santa Eulària hat ein Privatmann seit Jahren ohne Genehmigung geführt und den Familien, die eine Bleibe suchten, viel Geld abgeknöpft. Am 31. Juli ist der Platz auf richterliche Anordnung von der Polizei geräumt worden (IbizaHEUTE berichtete mehrfach). Geklagt hatten die Brüder des geschäftstüchtigen Vermieters.

Prohens erklärte, die Regierung habe bereits das Verfahren gegen den illegalen Vermieter eingeleitet. Sie und die Bürgermeisterin Santa Eulàrias, Carmen Ferrer, und der Inselrats-Präsident Vicent Marí standen in engem Kontakt und empfanden die Räumung ebenfalls als Drama.

Santa Eulàrias Sozialdienste helfen

In Santa Eulària hat die Kommission am Dienstag zum zweiten Mal über die Maßnahmen berichtet, mit denen die Sozialdienste den vertriebenen Familien helfen. Seit der ersten Kommissionssitzung am 12. August hat das Rathaus 32 Anträge auf Hilfe erhalten. Das Sozialamt folgt dabei den gängigen Protokollen, die zuerst einmal klären, ob die Antragsteller tatsächlich in einer Notlage sind. Das war zuvor nicht immer gegeben, weil viele der Bewohner in der Barackensiedlung arbeiteten und ein Einkommen hatten. Um eine Unterkunft auf Ibiza zu mieten, reichte es dennoch nicht.

Neues Lager errichtet

Die Zeitung „Periódico de Ibiza y Formentera” berichtet in einer Reportage über die neue Siedlung, die rund 60 Personen auf einem Brachland neben Can Rova errichtet haben. Auch das ist ein privates Grundstück, aber niemand stört sich an den Bewohnern. Viele Nachbarn haben Verständnis.

Denn wie soll es mit den vielen Menschen, die auf Ibiza in Zelten, Autos oder Baracken wohnen, weitergehen? Die starken Regenfälle der letzten Zeit waren eine Warnung. Damals wurden an zwei Tagen Notunterkünfte in der Sporthalle in Puig d’en Valls eingerichtet. Niemand nutzte sie. Entweder wussten die Betroffenen nicht, dass es diese Möglichkeit gab oder sie finden sich damit ab, sich selbst überlassen zu sein… denn neu ist das Problem nicht.

Auch wenn alle hier genannten Politiker (außer Cristina Gómez) der konservativen Partei angehören, ist es keine Frage rechter oder linker Ideologie. Alle Balearen-Regierungen haben versagt und zu wenig bezahlbaren Wohnraum für die Menschen gebaut, die auf der Insel leben und arbeiten.

Auch interessant?

Aktuelles E-Paper

E-Paper IbizaHEUTE März 2026
  • IbizaHEUTE Lifestyle: Ibizas Parador – Grosse Reportage
  • IbizaHEUTE Erlebnis: Perfekter Frühlings-Tag & Insel-Tipps
  • IbizaHEUTE Essen & Trinken: Mittags-Menüs für rund 15 Euro
Jetzt abonnieren

Events & Termine

Zu allen Events