Illegale Immigration überfordert Pityusen

In den vergangenen Tagen sind mehr kleine Boote denn je an den Küsten Formenteras und Ibizas mit Immigranten aus Afrika abgefangen worden. Das Problem der illegalen Einwanderer überfordert die Behörden auf den Inseln.

Schutzpflicht für Jugendliche

Ibizas Insel-Regierung (Consell) hat am Donnerstag mitgeteilt, dass sie neue Unterkünfte eingerichtet für 15 minderjährige Immigranten, die allein unterwegs waren. Diese Jugendlichen dürfen nicht wie Erwachsene behandelt und abgeschoben werden. Sie unterliegen seit 1997 der Schutzpflicht durch die Consells.

Allerdings kamen nie so viele wie 2024. 2021 waren es 21, 2022 29 und 2023 39. In diesem Jahr erreichten mehr als 80 Jugendliche Ibiza. Manche organisierten eigene Boote.

Jugendheim überfüllt

Das Jugendheim Padre Morey in Sa Coma ist seit langem völlig überlastet. Die Bedingungen sind für die Jugendlichen und das Personal sehr schwierig. Der Bischof hat nur zeitweise einen Teil des Klosters in Es Cubells zur Verfügung gestellt. Nun hat der Consell auf dem Gelände der ehemaligen Militärkaserne Sa Coma ein weiteres Gebäude eingerichtet und Personal auf dem Eilweg eingestellt.

Die meisten Jugendlichen kommen aus Algerien in kleinen Booten und unter Lebensgefahr über das Meer nach Formentera und Ibiza. Die Insel-Behörden werfen der spanischen Zentralregierung vor, sie allein zu lassen mit dem Problem. Nicht nur der Minderjährigen, sondern der illegalen Einwanderer insgesamt.

Formentera fast 2000 Immigranten

Von Jahr zu Jahr kommen mehr der kleinen Boote auf den Pityusen an. Vor allem Formentera als südlichste Insel hat mehr als 2000 der 5000 Immigranten 2024 empfangen und nach Ibiza weitergeschickt.

Von dort kommen sie in Heime auf dem Festland. Die meisten machen sich schließlich auf den Weg zu Verwandten und Freunden in europäischen Ländern. Algerien nimmt niemanden zurück.

Umstrittene Altersprobe

Da die meisten Einwanderer ohne Papiere reisen, ist ihr Alter manchmal nicht zu bestimmen. Die Balearen-Präsidentin Marga Prohens will auf Wunsch der ultrarechten Partei Vox, dass das öffentlihe Gesundheitswesen IB-Salut bei den vermuteten Jugendlichen per Panoramaröntgenbild der Zähne ihr Alter feststellt. Prohens möchte sicher sein, dass nicht Jugendliche zusammen mit Erwachsenen untergebracht werden.

Kritiker sprechen von menschenunwürdigem Vorgehen, schließlich handelt es sich um sozial verwundbare Personen, die eine schwere Überfahrt hinter sich haben. Die spanische Staatsanwaltschaft stellt klar, dass nur sie solche Untersuchungen anordnen kann.

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