Ibizas Barackensiedlung Can Raspalls geräumt

Nach der Barackensiedlung Can Rova in Santa Eulària und kleinen Lagern in Sant Antoni ist nun Can Raspells in Sant Josep fast ganz geräumt. Elf Personen leben noch dort. Keine Gemeinde will solche Lager, aber viele Menschen finden auf Ibiza keine andere Unterkunft (IbizaHEUTE berichtete).

Großes Lager im Sommer

Can Raspalls ist mit bis zu 500 Zelten oder Hütten im Sommer wohl die größte Siedlung und inzwischen von der Straße zwischen Sant Josep und Eivissa sichtbar. Vor allem Leute aus der Westsahara und aus Iberoamerika wohnen in der Hochsaison dort. Viele arbeiten in den Hotels der Platja d’en Bossa. Die meisten verlassen die Insel im Winter. Dann bleiben nicht viele Bewohner in Can Raspalls.

Seit Dienstag macht Bagger alles platt

Das Rathaus Sant Josep hat den Eigentümer des Geländes am 7. November aufgefordert, die Baracken und den Müll wegzuräumen und „die städteplanerische Legalität wieder herzustellen“: ein Brachland ohne Hütten. Am Dienstag, 28. Januar, hat ein Bagger angefangen, alles platt zu machen und die zerfallenen Baracken wegzuräumen.

Noch leben elf Menschen dort. Sie erhielten am Montag vom Rathaus ein Schreiben, innerhalb von 14 Tagen das Gelände zu verlassen. Die meisten wissen nicht wohin. Eine Bewohnerin hat im Obdachlosenheim gefragt, aber dort sei alles belegt, erfuhr sie. Das Sozialamt von Sant Josep stellt Hilfe zur Verfügung, wenn die Antragsteller Papiere haben und berechtigt sind, Hilfe zu empfangen.

„Karte der Schande“

Die Zeitung „Diario de Ibiza“ hat im Oktober einen Lageplan mit 14 Notsiedlungen auf Ibiza veröffentlicht. „Die Karte der Schande“ für die Insel, die sich gern mit Luxus brüstet. Die meisten Bewohner sind Saisonarbeiter, aber auch spanische Familien leben hier, wenn sie keine Wohnung mieten können. Sie leben in Zelten, Hütten, Wohnwagen oder Autos.

Manche Arbeiter auf Ibiza wohnen im Auto. Archivfoto: Rathaus Sant Antoni

Sozialpakt in Verhandlung

Am gestrigen Mittwoch hat sich Inselrats-Präsident Vicent Marí zum sozialen Dialog mit Vertretern verschiedener Organisationen getroffen. Das Rote Kreuz, Caritas, der Verein der Sahrauis aus der Westsahara, Sozialarbeiter der Rathäuser, Regierungsvertreter und Vertreter der Unternehmerverbände und Gewerkschaften wollen den kommenden Sommer vorbereiten. Marí will einen „Sozialpakt“ mit den Unternehmern der Insel, damit sie ihren Arbeitern und Saisonkräften würdige Unterkünfte zur Verfügung stellen. Die Notsiedlungen dürfen nicht zur festen Einrichtung werden, sagt er.

Denn Unternehmerverbände und Gewerkschaften sind sich einig: Barackensiedlungen oder das Wohnen in Fahrzeugen sind keine würdigen Lebensbedingungen. Ibiza darf keine Slumviertel haben.

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