Die ITB in Berlin ist am Donnerstag zu Ende gegangen und hat für Ibizas Delegation ein paar Überraschungen gebracht. Nachdem die deutschen Urlauber zuletzt schwächelten und Ibiza allgemein als zu teuer gilt, verzeichnen mindesten zwei der großen deutschen Reiseveranstalter zweistellige Zunahmen bei den Buchungen. Möglicherweise weiten sie die Saison sogar aus.
Mehr Nachfrage als erwartet
„Ibiza ist doch nicht zu teuer“, sagte Ibizas Inselrats-Präsident Vicent Marí nach den Treffen mit Dertour und Schauinsland. Beide Anbieter von Pauschalreisen verzeichnen viel mehr Nachfrage als erwartet und sehen der kommenden Saison optimistisch entgegen.
Marí erklärte, dass Ibizas Hoteliers große Anstrengungen unternommen haben, die Unterkünfte wurden modernisiert, sind nachhaltiger und qualitätvoller geworden. Das rechtfertige höhere Preise.
Tatsächlich sind die Kosten vielen Familien zu hoch, aber die Reiseveranstalter suchen nach den entsprechenden Kunden. Die gibt es sehr wohl, sagte Mar de la Fuente von Dertour der Zeitung „Diario de Ibiza“. Carlos Fuster von Schauland Reisen schließt sich dem an. Über 20 Prozent mehr, vielleicht sogar an die 30 Prozent mehr als im Vorjahr haben sie schon verkauft. Die Hoteliers geben ihnen mehr Zimmer und auch zu normaleren Preisen, statt alles überteuer anzubieten.
Familien oder Millionäre?
Für Vicent Marí, der wie auch die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der Insel auf Familientourismus setzt, ist die Zunahme deutscher Urlauber eine gute Nachricht. Dass die Familien sich lieber woanders umgucken, passt allerdings nicht richtig zur Kampagne des Consells „Ibiza Family Moments“ (IbizaHEUTE).
Die sozialistische Opposition nennt diese Kampagne deshalb auch reine Augenwischerei. Es ginge Ibizas Consell in Wirklichkeit um Millionäre und Luxus. Kein Wort verlor Marí über die Zufahrtsbeschränkung im Sommer oder die Überlastung der Insel. Stattdessen fließen in diesem Jahr 12 Millionen Euro in Tourismus-Werbung ohne wirkliche Kontrolle, moniert die Sozialistin Elena López.
Balearen-Regierung zufrieden
Die Regierungschefin der Balearen, Marga Prohens, und ihre Mannschaft waren zufrieden. Die umweltbewussten deutschen Touristen bleiben den Inseln treu und würdigen deren Bemühungen um Nachhaltigkeit. Sogar im Winter kamen 11 Prozent mehr Deutsche als zuvor. Dieser Markt außerhalb der Sommersaison ist besonders wichtig. Und vermutlich ist vor allem Mallorca gemeint. Die anderen Inseln haben ja kaum Direktflüge.





