Ibiza und Formentera leben mit und lebten von dem Meer. Seit Jahrtausenden fahren die Fischer der Insel mit ihren kleinen Booten zum Fang aufs Meer hinaus. Seit Jahrtausenden sind Insulaner als Seeleute auf dem Meer unterwegs. Sie arbeiteten schon auf den Handelsschiffen der Antike, kämpften als Korsaren gegen Piraten, sind auch heute noch Bootsleute und Kapitäne auf den Fähren und Handelsschiffen. Das Meer ist das Leben, oft auch der Tod, wenn Fischer nicht vom Fang zurückkehrten.
Die Fischer und Seeleute haben eine christliche Schutzpatronin – die Muttergottes. Sie heißt hier Virgen del Carmen. In der vergangenen Woche feierte die Insel diese Schutzpatronin mit Schiffsprozessionen. Aus den Kirchen der Häfen werden die Statuen der heiligen Maria durch die Gassen zum Hafen getragen. Dort bekommt sie einen Ehrenplatz auf festlich geschmückten Schiffen. Begleitet von vielen Booten geht dann eine Schiffsprozession aufs Meer hinaus. Dort werden Blumen und Kränze auf die Wellen gelegt. In Gedenken an die, die vom Meer nicht zurückkehrten und dort den Tod fanden. Und als Hoffnung, dass die Muttergottes alle die beschützt, die zur See fahren oder am Meer leben.
Unsere Reporterin Shari Blauth war mit der Filmkamera auf der Sonntags-Prozession in Portinatx dabei, wo das Fest zu Ehren der Virgen del Carmen immer besonders eindrucksvoll gefeiert wird. Nach der feierlichen Skapulier-Auflegung folgte der traditionelle Straßenumzug mit Livemusik der Banda Esencia. Der Höhepunkt war die Einschiffung der Jungfrau del Carmen: Die Statue wurde auf ein kleines Boot gebracht und auf dem Meer begleitet – ein symbolischer Brauch für den Schutz aller, die zur See fahren. Die Prozession auf dem Wasser ist ein Akt des Glaubens und der Bitte um Segen für das Meer, die Küste und die Menschen, die davon leben. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurde sie in einer Prozession zurück zur Kapelle begleitet.
Hier ist das Video, das Shari Blauth mitgebracht hat:
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