Editorial von Dieter Abholte: Wie ich es sehe…

Liebe Leser,

Dieter Abholte

das Sturmtief „Karlotte“, das uns die beiden vergangenen Tage beherrscht hat und die Kostüme im Karnevalszug von Ibiza beutelte, ist weitergezogen. Und vor einer Stunde, um 9 Uhr, hat auch der spanische Wetterdienst AEMET die Warnung vor hohen Wellen auf dem Meer aufgehoben. Es wird wohl wieder ein schöner Sonntag werden auf Ibiza und Formentera.

Nein, mein Editorial soll kein Wetterbericht werden. Aber mich fasziniert immer wieder, wie schnell sich das Wetter auf den Inseln, also auf Ibiza und Formentera, ändern kann. Pustet der Sturm morgens noch die Kaffeetassen vom Frühstückstisch auf der Terrasse, kann man schon mittags bei traumhafter Sonne und leuchtend blauem Himmel am Strand spazieren. in einer der jetzt schon offenen Beach-Restaurants essen oder heute Mittag ab 12.30 Uhr im „Las Dalias“ Sven Oliver Puch zuhören, wie er zur Gitarre seine „Ibiza Camp Fire Sounds“ für die Freunde der stillen Töne bringt.

Ja, auch im Februar ist es ganz weit weg vom Winter-Blues viel los auf den Inseln. An diesem Wochenende bis Dienstag beim Karneval, doch auch danach gibt es zahlreiche Veranstaltungen in den Gemeinden. Aber das lesen Sie ja in unseren täglichen News auf IbizaHEUTE-Online. Hier noch mal der Zugang, wenn Sie es nicht wissen sollen: www.ibiza-heute.de

Dort haben wir auch über die Tourismus-Messe in Madrid geschrieben, wo Ibiza und Formentera mit großen und ausgezeichneten Ständen vertreten waren. Die Resonanz der Messe-Besucher war wohl perfekt. Alles deutet darauf hin, dass Ibiza und Formentera wieder einen Sommer mit hohen Touristenzahlen erleben werden. Hotels, Restaurants und Ferienvermietung wird es freuen. Andere wenige, die befürchten, dass die Infrastruktur der Inseln mit immer mehr Touristen zusammenbrechen könnte.

Ähnliche Befürchtungen haben auch verantwortungsvolle Politiker, wozu ich auch Vicent Marí zähle, den Inselrats-Präsidenten und höchsten Politiker der Insel. Er kündigte auf der Tourismus-Messe in Madrid an, dass er in der Hochsaison die Zahl der Autos und Wohnmobile auf Ibiza begrenzen will. Im Klartext: Wer sich nicht anmeldet und keine Genehmigung hat, darf mit seinem Auto oder Wohnmobil nicht auf die Fähre nach Ibiza – oder muss im Hafen auf der Insel die nächste Fähre zurücknehmen.

Nun stellt sich für mich die Frage nach dem Widerspruch: Einerseits trommeln Ibiza und Formentera auf den Tourismus-Messen der Welt (Madrid, London, Berlin) mit teuren Messeständen und großem Aufwand für mehr Urlauber – und andererseits wollen sie weniger Touristen. Wo liegt da die Logik? Wohl nur darin, dass die Inseln mehr Touristen in der Nebensaison auf die Insel locken möchten – und in der Hauptsaison die Notbremse ziehen. Guter Plan mit einem gewaltigen Schönheits-Fehler: die Flüge, oder besser gesagt, die Nicht-Flüge. Jetzt im Winter gibt es praktisch keine Direkt-Flüge nach Ibiza. Viele Airlines schicken ihre Flieger erst nach Ostern per Direktflug auf die Inseln.

Das Problem ist nicht neu, sondern besteht so lange ich IbizaHEUTE leite. Und das sind rund 25 Jahre. Einmal hatten wir es geschafft, Insel-Regierung und eine Fluggesellschaft zusammenzubringen. Man sprach zusammen, plante – aber das war’s. Zwei Anläufe von privaten Investoren, die Flugzeuge nach Ibiza charterten, mussten nach wenigen Wochen und hohen Verlusten aufgeben. Irgendwie ist da der Wurm drin. Dazu kommt, dass die meisten Hotels im Winter auf Ibiza geschlossen haben. Sie sagen: Es lohnt sich nicht, weil es keine Direktflüge gibt. Die Fluggesellschaften kontern: Wir fliegen Ibiza nicht an, weil es keine Hotels gibt. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Ich befürchte, da wird sich auch 2024 nicht viel ändern. Und das ist schade. Denn im Winter und Frühling sind Ibiza und Formentera besonders schön. Und die Flucht für ein paar Tage oder Wochen aus dem Regen, dem Grau und der Tristesse im Norden Europas in die Sonne unter dem blauen Himmel Ibizas ist einfach wunderbar. Die, die wir das Glück haben, hier auch im Winter zu leben, wissen – und genießen das. Deshalb sage ich Freunden und Bekannten immer wieder: Kommt auch im Winter auf die Inseln. Die, die gekommen sind, waren glücklich. Ich würde mich freuen, wenn mehr Menschen die Inseln mit ihrem besonderen Charme und der Lebensfreude im Winter erleben könnten.

In diesem Sinne und mit diesem Rat wünsche ich Ihnen einen guten Sonntag, mit und ohne Karneval und eine gute Woche, wo immer Sie sind.

Herzlichst, Ihr Dieter Abholte

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