Ibiza will sich im Landesparlament in Palma de Mallorca mehr Gehör verschaffen. Die Insel fordert mit Verweis auf die gestiegene Einwohnerzahl zwei zusätzliche Sitze im balearischen Parlament. Entsprechenden Rückenwind erhielt das Anliegen am Freitag im Inselplenum von Ibiza (Consell), das einen Antrag der Linkspartei Unidas Podemos mit breiter Mehrheit annahm. Lediglich die Abgeordneten der Rechtsaußenpartei Vox stimmten dagegen.
Kern der Initiative ist eine Änderung des balearischen Wahlgesetzes von 1986. Ziel sei es, die Repräsentation Ibizas im Parlament „im Verhältnis zur Bevölkerung“ anzupassen. Nach dem Vorschlag würde Ibiza künftig zwei Abgeordnete mehr stellen als bisher. Die Vertretung Menorcas bliebe davon unberührt, wie das Ratsmitglied von Unidas Podemos, Óscar Rodríguez, gegenüber den Medien betonte.
Viel Hoffnung macht man sich nicht
Rodríguez bezeichnete die Forderung als „legitim und gerecht“. Es handele sich um eine seit Jahren bestehende Debatte, die bislang jedoch ohne Konsequenzen geblieben sei. Die derzeitige Sitzverteilung sei eine „Anomalie, die korrigiert werden muss“. Viel Hoffnung auf einen Erfolg der Initiative zeigte er allerdings nicht: In Palma stehe das Thema bislang nicht oben auf der Agenda. Dennoch hoffe er auf parteiübergreifende Unterstützung insbesondere von PP (Konservative) und PSOE (Sozialdemokraten).
Vox lehnt den Vorstoß ab. Die Partei wendet sich gegen unterschiedliche Stimmgewichte zwischen den Inseln und sieht vor allem Mallorca benachteiligt. Ibiza und Menorca seien bereits überrepräsentiert, argumentiert Vox. Gleichzeitig räumt die Partei ein, dass Ibiza aufgrund seiner deutlich höheren Einwohnerzahl stärker vertreten sein sollte als Menorca.
Auch bei den übrigen Parteien überwiegt vorsichtige Zustimmung. Der konservative Inselrats-Vizepräsident Mariano Juan (PP) sprach von einer „unbequemen Realität“, die im Parlament lange ignoriert worden sei. Die sozialdemokratische Abgeordnete Elena López befand, die Forderung sei zwar „kein zentrales Anliegen“ der Bevölkerung, dennoch sei es „an der Zeit“, die Situation zu klären. Sie mahnte zugleich stärkere politische Abstimmung innerhalb der Parteien an.



