Im Stadtteil Es Viver

Ibiza räumt illegale Ankerplätze vor Stadtstrand

Illegale Bojen gibt es nicht nur in Porroig (Sant Josep), sondern seit Jahrzehnten auch an einem Strand der Inselhauptstadt Eivissa. Dem wilden Treiben macht die Verwaltung jetzt ein Ende. 

Die Stadt Eivissa geht entschieden gegen illegale Ankerplätze vor dem Küstenabschnitt Sa Punta im Stadtteil Es Viver vor. Seit Dienstag lassen die Behörden unzulässige Bojen und improvisierte Verankerungen aus dem Meer entfernen, die bislang zum Festmachen von Booten dienten. Nach Angaben der Stadt bestehen diese Konstruktionen häufig aus mit Zement gefüllten Autoreifen, Betonblöcken oder Ankern. Die Arbeiten sollen innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden.

Kurzfristige Ankündigung

Die Räumung ist demnach Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets zum Schutz der Küste. Bereits im Februar hatte das Rathaus angekündigt, den Küstenabschnitt nahe der Platja d’en Bossa von Booten zu befreien, die dort „teilweise seit Jahrzehnten“ ankern. Ziel sei es, „den Küstenstreifen zu schützen und illegales Ankern zu verhindern“. Dazu wurde das Gebiet mit Bojen klar abgegrenzt und ein Festmachen ohne Genehmigung untersagt. Zugleich erhielten die Eigentümer eine Frist, ihre Boote freiwillig zu entfernen, die über den ursprünglich gesetzten Termin hinaus verlängert wurde.

Mit Beginn der Räumungsarbeiten kam es vereinzelt zu Spannungen vor Ort. Nach Angaben von Augenzeugen seien Arbeiter und ein Bootsbesitzer aneinandergeraten, woraufhin die Ortspolizei habe einschreiten müssen. Ein anderer Bootseigner erklärte, die Eigentümer seien kurzfristig aufgefordert worden, ihre Boote „innerhalb von 48 Stunden“ zu entfernen.

Stadt spricht von kommerzieller Nutzung

Kritik kommt von der Vereinigung der Bootsbesitzer von Punta de Baix. Ihr Sprecher Javier Tur sagte gegenüber Lokalmedien, die Mitglieder seien „weder Piraten noch illegal“. Der Verein, der nach eigenen Angaben 45 Mitglieder umfasst, sei 1991 gegründet worden und habe über Jahre hinweg mit verschiedenen Stadtverwaltungen kooperiert. Viele der Boote lägen bereits seit den 1970er-Jahren in der Bucht und würden ausschließlich privat genutzt.

Die Stadtverwaltung Eivissa widerspricht dieser Darstellung. Nach ihren Erkenntnissen würden Liegeplätze teilweise in der Hochsaison „für hohe Summen“ vermietet, zudem seien auch gewerbliche Nutzungen durch Charterboote festgestellt worden.

Mit der Räumung will die Stadt einen Bereich beseitigen, den sie als „verdeckten Hafen“ einstuft. Die Maßnahme solle nicht nur dem Küsten- und Umweltschutz dienen, sondern auch die Einhaltung geltender Vorschriften sicherstellen. Überdies soll der Strand wieder uneingeschränkt für Badegäste nutzbar gemacht werden.

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