Schön traditionell ist dieses Bullit de peix. Der Fischtopf ist in den ur-ibizenkischen Restaurants ein oft angebotenes Gericht. Und einfach auch zuhause zuzubereiten. Schließlich haben sich die Fischer diese wärmende, herzhafte Mahlzeit früher direkt auf den Booten gekocht.
Neben dem namensgebenden Meerestier ist eine weitere Zutat ein Muss, eine einheimische dazu: nämlich die rote Kartoffel der Insel, die patata vermella d’Eivissa. Und natürlich dürfen Zwiebeln, Knoblauch, Safran und Petersilie nicht fehlen …

Von Meerpaff bis Drachenkopf
Beim Fisch muss es gar nicht die alleredelste Sorte sein. Man kann durchaus zu Tieren greifen, die preislich nicht in der Top-Liga spielen. Dazu gehört zum Beispiel der Meerpfaff, auch Himmelsgucker genannt. Denn er gehört zur Ordnung der Himmelsguckerartigen. Wie poetisch!
Der Name rührt von seinen hervorstehenden Augen, die stets nach oben, gen Himmel gerichtet sind. Die Ibizenker bezeichnen ihn als Pez rata, sein lateinischer Name lautet Uranoscopus scaber. Er lebt unter anderem im Mittelmeer und seinen Nebenmeeren.
Selbstverständlich kann man auch andere Fische verwenden, wie etwa den Roten Drachenkopf oder den Seeteufel. Oder den Sankt-Petersfisch. Er gilt mit seinem so festen wie zarten Fleisch als Delikatesse.

Kochschule für den Nachwuchs
Damit dieses Bullit de peix auch in Zukunft auf den Inseltellern landet, wird dem Koch- und Gastronomie-Nachwuchs auf der Insel immer wieder gezeigt, wie es zubereitet wird. Auf diese Weise soll dieses so typische Gericht, das mit Aioli und „arròz a banda“ auf den Tisch kommt, nicht verloren gehen. Es handelt sich bei diesen Schulungen um eine Initiative des Inselrates von Ibiza.

Wie bei allen traditionellen Rezepten hat auch hier jeder Koch, jede Köchin eine ureigene Art, diese Speise zuzubereiten. So fügen manche zum Fischtopf noch grüne Bohnen hinzu. Andere lassen die Paprika weg. Alles ist eben eine Frage des Geschmacks.
Und vielleicht haben auch Sie Lust, in der Küche kreativ zu werden und ein Gemüse oder Gewürz nach Ihrem persönlichen Geschmack hinzuzufügen …
Besonders an dieser Speise ist, dass die Ibizenker zunächst den Fisch und die Kartoffeln mit dem Aioli verputzen und dann den in der Brühe gegarten Reis. So ist es am Authentischsten. Der Klassiker eben.
Hier ist das Grundrezept
Zutaten (für 4 Personen):
1 kg Fisch, z.B. Seeteufel
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 grüne Paprika
3 Tomaten
2 EL Olivenöl
4 mittelgroße, rote Ibiza-Kartoffeln
Safran nach Geschmack
1 l Fischfond oder Fischfumet
200 g Reis der Sorte „Bomba„
Petersilie
Aioli
Zubereitung:
Zwiebel und Knoblauch in Scheiben schneiden, Paprika würfeln. Tomaten häuten, ebenfalls in Würfel schneiden. Zwiebel, Knoblauch, Paprika in einem Topf in Olivenöl anbraten. Sobald die Zwiebel glasig ist, Tomaten hinzufügen. Umrühren. Kartoffeln schälen, in etwa 1,5 cm dicke Scheiben schneiden, mit dem Safran dazugeben. Fischfond bzw. das konzentriertere Fischfumet hinzufügen. 35 min bei milder Hitze köcheln lassen. Wenn die Kartoffeln gar sind, Herd ausschalten, geputzten Fisch in Scheiben schneiden, hinzufügen. In der Restwärme 5 min ziehen lassen. Fisch, Kartoffeln und Gemüse aus der Brühe nehmen. Petersilie zerkleinern, Fischtopf damit bestreuen, sofort mit Aioli servieren.
Reis in den Topf mit der verbleibenden Brühe geben, das Ganze aufkochen lassen, umrühren, 15 min köcheln lassen. Dann den Herd ausschalten, Reis noch 2 min ziehen lassen, anschließend servieren. Bon Profit!





