Anfang der Woche haben Arbeiter in Sant Josep damit begonnen, rund 500 Tonnen trockenes Seegras wieder an den Stränden der Portmany-Bucht abzulagern und zu verteilen. Dazu gehören die Buchten S’Estanyol, Es Caló d’en Serral, Punta Xinxó und Punta Pinet. Sie gehören zu Sant Josep, der Rest der Bucht zur Gemeinde Sant Antoni.
Posidonia schützt Strand
Die Posidonia-Reste wurden vor der Saison eingesammelt, damit Hoteliers und Urlauber saubere Strände vorfinden. Angesichts der Winter-Stürme soll sie nun wieder die Küste schützen. Die Schicht trockener Blätter (Posidonia ist keine Alge, sondern eine Pflanze) verhindert, dass die Brandung den Sand ins Wasser zieht. Aber auch so werden die Strände um zwei bis fünf Zentimeter kleiner, sagt die Umwelt-Gemeinderätin Felicia Bocú. An Ses Salines war in diesem Jahr der Strand ganz schmal, erinnert sie.
Gewandeltes Bewusstsein
Bis zum 31. Oktober werden die gelagerten Berge wieder verteilt. 130 Lkw hatten sie abgeholt, nun bringen sie sie zurück. Diese Arbeiten werden an den städtischen Stränden durchgeführt, nicht in naturbelassenen oder schwer zugänglichen Buchten. Die bleiben, wie sie sind, natürlich. Bocú lobt das gewandelte Bewusstsein. „Früher wurde die Posidonia wie Abfall auf die Müllkippe gebracht. Jetzt wissen wir um ihre Wichtigkeit für die Umwelt und bringen sie wieder zurück an die Strände“.

„Wir wissen, dass es besser wäre, das Seegras das ganze Jahr über liegen zu lassen, aber wir müssen realistisch sein: Wir leben zu 90 Prozent vom Tourismus, unsere Strände müssen schön sein“, sagt sie aber auch.
Wird auch privat genutzt
Zehn Prozent des angesammelten Seegrases bietet das Rathaus den Einwohnern an. Sie können es, wie schon zu Urzeiten, zur Isolierung von Dächern und für die Ställe nutzen. Das tut Formentera übrigens auch.



