Nachruf auf Elsa Glück

Ibiza trauert um eine Pionierin des Tierschutzes

Elsa Glück Rogg, eine Pionierin des Tier- und Umweltschutzes auf Ibiza, ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Die gebürtige Deutsche hatte die Insel 1959 erstmals besucht und sich dort dauerhaft niedergelassen. Über Jahrzehnte setzte sie sich für ausgesetzte Tiere, den Schutz der Natur und gegen Stierkämpfe ein.

Elsa Glück Rogg ist tot. Die gebürtige Bayerin starb am Dienstag, 29. September, im Alter von 93 Jahren. Wie das Diario de Ibiza berichtet, war ihr Leben seit ihrem ersten Besuch im Jahr 1959 eng mit der Insel verbunden. Glück Rogg gehörte zu den frühen Stimmen des Tier- und Umweltschutzes auf Ibiza und gründete unter anderem die Tierschutzorganisation Societat Protectora d’Animals d’Eivissa i Formentera.

Geboren wurde Glück 1933 im bayerischen Krumbach. In jungen Jahren reiste sie durch England, Frankreich und Spanien, um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. Sie interessierte sich für Malerei und arbeitete zeitweise als Model. Ein Fotograf namens Rolf Bartch brachte sie schließlich nach Ibiza. Die Insel präsentierte sich ihr damals noch als ländliche Welt, deren Einfachheit und Lebensweise sie beeindruckten.

1965 ließ sie sich endgültig auf Ibiza nieder und eröffnete in Santa Eulària ein Geschäft. Auch mit der Modewelt der Insel war sie verbunden. Zudem fotografierte Glück Rogg das ländliche Leben und die harte Arbeit auf den Feldern der Insel.

Unermüdlicher Einsatz für Tiere

Bekannt wurde sie jedoch vor allem durch ihren Einsatz für Tiere. 1975 gründete sie ein Tierheim, zunächst in Sant Josep, später in Sant Llorenç. Zu einer Zeit, in der die Gemeinden kaum Mittel für ausgesetzte Tiere bereitstellten, kümmerte sie sich vielfach selbst um die Notfälle. Erhielt sie einen Hinweis auf ein ausgesetztes Tier, habe sie ihr Geschäft geschlossen, sei ins Auto gestiegen und habe das Tier zum Heim gebracht, schreibt die Tageszeitung.

Glück Rogg forderte zugleich immer wieder die Behörden auf, Verantwortung zu übernehmen. Private Tierschutz könnten die Gemeinden unterstützen, sie aber nicht dauerhaft ersetzen. „Los alcaldes tienen la palabra“ – die Bürgermeister seien gefordert, lautete eine ihrer Botschaften.

Ihr Engagement galt auch der Vermeidung von Tierleid. Sie setzte sich für Kastrationen ein, um die unkontrollierte Vermehrung von Hunde und Katzen einzudämmen, und prangerte Fälle von Misshandlung an. „Jedes Tier hat das Recht auf ein würdiges Leben“, sagte sie 1996.

Kandidatur für den Senat

Ihr Tierschutz war eng mit ihrem ökologischen Engagement verbunden. 1986 schloss sie sich der Partei Verde (Vértice Español Reivindicación Desarrollo Ecológico) an und beteiligte sich an Umweltinitiativen. 1989 kandidierte sie für die Partei sogar (erfolglos) für den Senat. Besonders vehement wandte sie sich gegen Stierkämpfe.

1993 gründete sie gemeinsam mit Catalina Esch die Bio-Bauerninitiative Coordinadora per al Foment de l’Agricultura Ecològica auf Ibiza. Für ihr langjähriges, ehrenamtliches Engagement zeichnete die Umweltorganisation Amics de la Terra die Bayerin 2001 mit einer Ehrenauszeichnung aus.

Auch im hohen Alter blieb Glück Rogg aktiv. Noch 2011 wandte sie sich in einem Leserbrief an die Öffentlichkeit, nachdem in Sant Jordi mehrere Katzen verschwunden waren. Ihre Sorge um Tiere begleitete sie bis zuletzt.

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