Ibizas leckere Pilze: Sie sind die köstlichen Delikatessen aus dem Insel-Wald. Gerade haben sie Hochsaison. Und Ibiza punktet mit einem vielfältigen Angebot.
Denn nicht nur auf den Märkten, auch in der Natur kommen sie zahlreich vor. Balearenweit haben Experten über 2.350 Arten katalogisieren. Mehr als 200 davon gelten als essbar. Rund 570 verschiedene Arten gibt es allein auf Ibiza.
Erd-Ritterling & Graue Koralle
Die Pilze Ibizas haben zum Teil recht ausgefallene Namen. Sie heißen Erd-Ritterling, Schafsfußpilz, Kupferroter Gelbfuß, Trichterförmiger Muscheling, Graue Koralle oder Kleinsporiger Kiefern-Röhrling.
Und dazu Austernpilze, Pfifferlinge und Champignons. Die schmackhaften Hutträger gedeihen auf Ibiza mit Vorliebe in den Wäldern.

Gern gegessen ist auch der Blutreizker (Lactarius sanguifluus), den die Einheimischen Pebrassos oder auch Esclata-sang nennen. Er ist ein Milchling und gehört zur Familie der Täublingsverwandten.
Insbesondere im Norden von Ibiza haben Sammler gute Chancen, ihn zum Beispiel in Kiefernwälder zu finden und ihr Körbchen zu füllen. Besonders nach Regenfällen. Pilze lieben die Feuchtigkeit.
Pilz mit rötlicher Milch
Seine Bezeichnung hat der Blutreizker der rötlichen Milch zu verdanken, die an den Schnitt- und Bruchstellen austritt. Die Ibizenker bringen Blutreizkern mit Vorliebe gegrillt auf den Tisch, begleitet von etwas Olivenöl, Knoblauch und Petersilie.
Er schmeckt aber auch zusammen mit Rühreu oder in Reisgerichten. Und erst die Cocas de Pebrassos: purer Genuss!
Den Esclata-sang genannten Pilz gibt es auf Ibiza zum Beispiel auch in der hellen Version als Esclata-sang blanc.
„Rotes Gold“ mit Gemeinschaftssinn
Der Kupferrote Gelbfuß (Chroogomphus rutilus, Pota de perdiu) ist mit seiner spitz zulaufenden, rotbraunen Kappe ein Hingucker im Wald. Beim Anschneiden des Stiels offenbart der Speisepilz sein safranfarbenes Fleisch.
Der Gelbfüßer liebt ebenfalls Kiefernwälder und ist in Sachen Bodenbeschaffenheit recht anspruchslos. Im Ökosystem der ibizenkischen Wälder spielt er eine wichtige Rolle.
Er lebt – wie viele andere Pilze auch – als „Mykorrhiza“ in Symbiose mit den Bäumen, liefert ihnen unter anderem wichtige Mineralstoffe und trägt so zur Gesundheit des Waldes bei.
Manchmal wird der Kupferrote Gelbfuß auch als das „rote Gold“ von Ibiza bezeichnet. Er mundet in Suppen, Eintöpfen und Reisgerichten.
Kiefernröhrling mit großem Hut
Ihn wiederum zeichnen seine rötlich-violetten Flecken am Stiel aus: den Kiefernröhrling (Sillius bellini). Auf beachtliche 15 Zentimeter Durchmesser kann es die Kappe des „Pixacà“ bringen, wie er bei den Ibizenkern heißt.
Dieser typisch mediterrane Pilz ist durchaus verbreitet auf der Insel. In der Gastronomie ist er beliebt, denn er mundet hervorragend. Sein Fleisch hat ein süßliches Aroma, der Geruch ist fruchtig.
Auch er lebt mit Kiefern und anderen Nadelbäumen in einer Win-Win-Gemeinschaft – in einer Symbiose, bei der jeder vom anderen profitiert.
Der Schafsfußpilz schmeckt jung besonders
Der Semmel-Stoppelpilz (Hydnum repandum), auch als Semmelgelber Stacheling oder Schafsfußpilz bezeichnet, gehört ebenso in die Kategorie der essbaren Pilze auf Ibiza.
Allerdings sollte man den „Picornell“ am besten jung verzehren, so ist er besonders wohlschmeckend. Die älteren Semester hingegen weisen häufig einen Bitterton und eine gewisse Zähigkeit auf.
Und dann ist da der Trichterförmige Muscheling (Hohenbuehelia geogenia), der auf Ibiza wächst und gedeiht. Sein brauner oder auch gräulicher Hut erinnert an ein Ohr. Wo Sammler einen von dieser Art entdecken, finden sie in der Regel auch andere. Denn er tritt mit Vorliebe in Gruppen auf.
Die Graue Koralle (Clavulina cinérea) wiederum hat sich ein besonders außergewöhnliches Outfit zugelegt. Wie eine Koralle sprießt sie mit ihren verzweigten Ästchen aus dem Waldboden. Sie gehört zu den wenigen Korallenpilzen, die in Topf oder Pfanne landen können. Sie heißt auf Ibiza unter anderem Peu de rata gris.
Pfifferlinge & Champignons
Pfifferlinge (Cantharellus) wachsen ebenfalls auf Ibiza. Und sind wie andernorts auch als Speisepilze hoch geschätzt. Und natürlich sind auch der Champignon (Agaricus) auf Ibiza anzutreffen, der Xampinyó. Er sind auch verhältnismäßig leicht zu erkennen.
Dennoch ist beim Pilzsammeln immer ein geschultes Auge gefragt. Wer selbst durch Feld, Wald und Flur streifen und die Hutträger suchen möchte, sollte sich konsequent auf die Arten beschränken, die er haargenau kennt.
Oder einen Experten an seiner Seite haben! Denn die Verwechslungsgefahr ist gerade bei wenig erfahrenen Pilzsuchern groß: Giftige Pilze sind ihren essbaren Artgenossen mitunter verblüffend ähnlich.

Gekonnt ernten
Für alle, die gerne in die Pilze gehen, gilt: Die heimischen Delikatessen stets vorsichtig kurz oberhalb des Bodens sauber mit einem scharfen Messer abschneiden und sie dann vorsichtig möglichst in einen Korb legen.
Pilze sollten niemals mitsamt ihrer Wurzel herausgerissen werden. Schließlich sollen die köstlichen Waldbewohner auch im nächsten Jahr wieder kräftig aus der Erde sprießen.
Tipp: Einmal gesammelte oder auch gekaufte Pilze sollte man wie Fleisch behandeln. Das heißt kühl lagern, rasch verzehren!
Und für alle, die ganz auf Nummer sicher gehen möchten: Wer Pilze im Geschäft oder auf dem Markt kauft, kann sich sicher sein, eine köstliche Delikatesse zum Verzehr erworben zu haben.



