Immobilienbranche knöpft sich Sánchez vor

Der spanische Regierungschef stattete Mallorca am Samstag einen Besuch ab. Unerwarteten Gegenwind bekam er mittels eines offenen Briefs der Immobilienbranche. Diese mahnte sofortige Maßnahmen gegen die Wohnungsnot an.

Die Immobilienbranche auf den Balearen nutzte den Besuch des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez auf Mallorca, um mit dem Sozialdemokraten (PSOE) hart ins Gericht zu gehen. In einem offenen Brief äußerten deren Vertreter ihre „tiefste Besorgnis“ über die dramatische Wohnungskrise auf den Inseln und forderten den Madrider Regierungschef auf, die „Führung bei einem nationalen Wohnungspakt“ zu übernehmen.

Die Balearischen Verbände der nationalen und internationalen Immobilienunternehmen (Abini) sowie die Immobilienmakler (API) der Inselgruppe appellierten gemeinsam an Sánchez, alle Verwaltungsebenen, politischen Parteien und betroffenen Akteure an einen Tisch zu bringen. Die Situation sei „untragbar geworden“, heißt es in dem Schreiben.

Politische Differenzen über Parteien hinweg außen vor lassen

„Wenn nicht dringend Maßnahmen ergriffen werden, wird unsere Gesellschaft gezwungen sein, ihre eigenen Bürger zu vertreiben, weil sie kein Zuhause finden können“, warnten die Unterzeichner. Besonders die jüngere Generation könne sich weder Miete noch Kauf leisten. Selbst für Kinder von Familien, die seit Generationen auf den Inseln leben, sei Wohnraum unerschwinglich geworden.

Die Branchenvertreter kritisierten zudem scharf, dass der fehlende politische Konsens das Wohnungsproblem zu einem „Wurfgeschoss“ zwischen Parteien und Verwaltungen gemacht habe. Echte Lösungen seien dagegen bislang ausgeblieben. Zu den geforderten Sofortmaßnahmen zählen eine Vereinbarung zwischen Zentralregierung, Balearen-Regierung und Kommunalverwaltungen sowie eine stabile Wohnungspolitik, die „nicht von legislativen Schwankungen“ abhängt.

Weitere Forderungen umfassen beschleunigte Verfahren für den Bau bezahlbaren Wohnraums, Steuererleichterungen und konkrete Hilfen für Einheimische. Die Immobilienexperten riefen alle politischen Kräfte zur Verantwortung auf, ihre Differenzen beiseite zu legen und Vereinbarungen zu treffen, die das Wohlergehen der Bürger in den Mittelpunkt stellen.

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