Wohnungsbau

Kleiner „Bauboom“ dank behördlicher Amnestie

Der Wohnungsbau auf Ibiza und Formentera hat im vergangenen Jahr deutlich zugelegt. 2025 wurden insgesamt 865 Bauprojekte mit behördlicher Schlussabnahme registriert – rund 33 Prozent mehr als im Jahr zuvor mit 651 Vorhaben. Ein Großteil dieses Anstiegs geht jedoch auf ein Legalisierungsprogramm der balearischen Regionalregierung zurück.

Wie der Vorsitzende der Architektenkammer auf Ibiza und Formentera, Lluís Oliva, erklärte, umfasse der Zuwachs zahlreiche nachträgliche Legalisierungen. „Diese Veränderung schließt die außerordentlichen Legalisierungen ein, die seit fast einem Jahr auf dem Tisch liegen“, sagte Oliva bei der Vorstellung der Zahlen. Insgesamt seien 215 Projekte zwischen April 2025 und Januar 2026 im Rahmen dieser außerordentlichen Amnestie eingereicht worden. Es erlaubt, Gebäude auf ländlichem Grund (suelo rústico) nachträglich zu legalisieren, sofern frühere Baurechtsverstöße inzwischen verjährt sind.

Legalisierung frisiert Zahlen

Ohne diesen Effekt würde das Wachstum deutlich geringer ausfallen, gibt Oliva zu bedenken. „Wenn man die außerordentlichen Legalisierungen herausrechnet, sehen wir nur ein Wachstum von knapp sieben Prozent.“

Der Großteil der Bauvorhaben entfiel demnach auf Wohngebäude. Insgesamt wurden 737 Projekte solcher Natur registriert – rund 44 Prozent mehr als 2024. Auch touristische sowie Industrie- und Landwirtschaftsbauten legten leicht zu.

Insgesamt entstanden auf den Pituysen (Ibiza und Formentera) 2025 nach diesen Zahlen 853 neue Wohnungen – ein Plus von etwa 25 Prozent. Darunter waren 343 Einfamilienhäuser und 510 Einheiten in Mehrfamilienhäusern. Besonders die Einfamilienhäuser hätten stark zugelegt, so Olivia, allerdings ebenfalls aufgrund der Amnestie. Rechne man diese heraus, blieben lediglich 196 tatsächliche Neubauprojekte übrig.

Kaum Sozialwohnungen

Sehr gering bleibt weiterhin der Anteil öffentlich geförderter Wohnungen. Nach Angaben der Architektenkammer wurden lediglich sieben Wohnungen mit gesetzlich gedeckeltem Verkaufspreis genehmigt. Hinzu kamen laut balearischem Wohnungsbauinstitut Ibavi 81 Sozialwohnungen. Die Experten erkennen darin ein altes strukturelles Problem: Der private Wohnungsbau entwickle sich deutlich dynamischer als der geförderte Sektor. Um mehr Sozialwohnungen zu schaffen, seien „stärkere wirtschaftliche Anreize“ für Bauträger nötig, so Oliva.

Das Gesamtvolumen der Bauprojekte stieg 2025 auf rund 446 Millionen Euro, etwa 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Einschätzung Olivas liegt der Anstieg allerdings vor allem an „höheren Baukosten und gestiegenen Zinsen“ – weniger an einer deutlich intensiveren Bautätigkeit.

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