FotoLibro Exprés

Sant Jordis Antwort auf die alltägliche Bilderflut

Instagram, Pinterest und Co. überschwemmen das Netz rund um die Uhr mit visuellen Eindrücken, die zumeist kommerziellen Charakter haben. Ein Event im Gemeindesaal in Sant Jordi stellt sich nun dieser nicht enden wollenden Bilderlawine entgegen – mit der Präsentation von gebundenen Foto-Dokumentationen.

Infolge der Bilderflut im Netz droht der wahren Fotografie, an den Rand gedrängt zu werden. Wer diese Mischung aus Handwerk und Kunst noch schätzt, sollte in dieser Woche den Weg nach Sant Jordi auf sich nehmen. Dort beginnt am Dienstag (7. April) mit FotoLibro Exprés eine neue Veranstaltungsreihe im Rahmen des Festivals „Sant Josep és Foto 2026“, die das Fotobuch als eigenständige künstlerische Form in den Mittelpunkt stellt.

Drei Künstler, drei Ansätze

Zum Auftakt kommen im Gemeindesaal (salón de actos) von Sant Jordi drei Fotografen von den Balearen zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: zu zeigen, wie unterschiedlich sich die Welt in einem Fotobuch erzählen lässt – als Dokument, als kritischer Blick auf ein Territorium oder als visuelle Reise.

Cristian P. Coll präsentiert mit „Camins“ ein Projekt über die Flüchtlingsbewegungen im Mittelmeerraum. Zehn Jahre nach seinen Erfahrungen auf der griechischen Insel Lesbos setzt er seine Erfahrungen in einem Buch um, das den Weg von Migranten von der Türkei über Griechenland bis auf die Balkanroute nachzeichnet.

Einen anderen Ansatz verfolgt David Arquimbau Sintes. In „Sant Lluís no és Missouri“ richtet er den Blick auf Menorca – fernab touristischer Klischees. Seine Arbeit zeigt die Insel in ihren Spannungen zwischen Tradition, Wandel und Massentourismus und verbindet dokumentarische Schärfe mit einem bisweilen ironischen Unterton.

Der Mallorquiner Enric Calafell wiederum setzt auf die Kraft der reinen Bilder. Sein Fotobuch „Madagascar“ verzichtet vollständig auf Text und führt durch Landschaften, Alltagsszenen und Porträts des afrikanischen Inselstaats. Statt mit Worten zu erklären, will das Werk Stimmungen und Eindrücke verdichten.

Foto-Event läuft noch bis Mai

Die Veranstalter verstehen FotoLibro Exprés als Plattform für den direkten Austausch zwischen Fotografen und Publikum und betonen die Rolle des Fotobuchs als „Objekt, Erinnerung und Form, die Welt zu erzählen“. Eine weitere Ausgabe der Reihe ist bereits angekündigt.

Das Festival „Sant Josep és Foto 2026“ läuft noch bis Anfang Mai und vereint Ausstellungen, Präsentationen und weitere Programmpunkte. Es versteht sich als Forum für zeitgenössische Fotografie – und als bewusster Gegenentwurf zur schnelllebigen Bilderflut auf digitalen Plattformen.

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