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Teures Kerosin: Hoteliers auf Ibiza klagen über Stornierungen

Noch vor wenigen Tagen wähnte so mancher Branchenkenner Ibiza und die Nachbarinseln als potenzielle Kriegsprofiteure. Jetzt scheint sich das Blatt zu wenden. Ein Ende des Konflikts am Golf ist derweil nicht in Sicht. Auf Ibiza macht sich in der Branche Unsicherheit breit.

Nach Angaben von Alicia Reina, Präsidentin der Hotelvereinigung AEDH auf den Balearen, deutet gegenwärtig vieles auf eine „Welle von Stornierungen“ hin. Betroffen seien vor allem flexible Buchungen. Grund sei der sprunghafte Anstieg der Flugkosten, ausgelöst durch verteuertes und knapper werdendes Kerosin. Der nach wie schwelende Konflikt am Golf schlage allmählich auf Flugpreise nach Ibiza  durch. „Es ist ein Faktor, den wir nicht einkalkuliert hatten und der jetzt auf dem Tisch liegt“, so Reina.

Flüge werden gestrichen

Viele Kunden, bislang überwiegend aus Großbritannien, hätten ihre Reisen abgesagt, weil die Flüge nach Ibiza inzwischen kaum noch bezahlbar seien. „Sie sind so hoch, dass die Kunden gezwungen sind, ihre flexiblen Hotelreservierungen zu stornieren“, sagte Reina. Während die Unterkunftskosten oft noch im Rahmen des finanziell Möglichen lägen, scheitere es an den Kosten für Anreise und Aufenthalt. Die Folge: Reisende wichen auf günstigere Ziele aus.

Parallel dazu strichen einige Fluggesellschaften bereits ihren Flugplan zusammen. Hintergrund seien die stark gestiegenen Treibstoffkosten, heißt es unisono. Teilweise würden Verbindungen gänzlich aus dem Programm genommen oder Preise gezielt erhöht, um Verluste zu vermeiden. Die Unsicherheit in der Branche wächst zudem, weil die Versorgung mit Flugtreibstoff als zunehmend unsicher gilt. Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen, drohten zusätzliche Belastungen für den Luftverkehr, glaubt Reina.

Nicht alle Buchungen stornierbar

Erste Berichte über mögliche Engpässe untermauern diese Sorgen. Nach einem Worst-case-Szenario könnten die Kerosinvorräte in Europa schneller zur Neige gehen als bislang angenommen. Dies würde den Flugbetrieb in der Hochsaison entscheidend beeinträchtigen.

Für die Hoteliers auf Ibiza rückt damit der spanische Binnenmarkt in den Fokus. Bislang galt er bestenfalls als zusätzliche Stütze, sollten internationale Gäste ausbleiben. Doch auch hier zeigt sich eine unerwartete Entwicklung: „Wir beobachten gerade, dass auch die Inlandsflüge teurer werden“, erklärte Reina. Offenbar passten die Airlines ihre Preise frühzeitig an eine erwartete höhere Nachfrage an.

Die Hoffnung der Branche ruht teilweise auf bereits gesicherten Einnahmen. Ein erheblicher Anteil der Buchungen sei nicht stornierbar. „Das gibt uns eine gewisse Sicherheit und gewisses Polster“, sagte Reina. Ob dieses ausreicht, um die möglichen Einbußen abzufedern, bleibe jedoch offen.

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