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Ibiza-Stadt

Dalt Vila und La Marina

Wenn Staub und Baulärm auch die letzten Besucher abschrecken

In den Wintermonaten zeigt sich Ibizas Altstadt von einer ungewohnt ruhigen Seite. In den Vierteln Dalt Vila und Marina bestimmen derzeit geschlossene Geschäfte und umfangreiche Bauarbeiten das Straßenbild. Für Anwohner ist diese Situation Teil des saisonalen Alltags und Gelegenheit, sich vom Schlafdefizit des Sommers zu erholen. Für Besucher, vor allem Neulinge des Ibiza-Winters, dürfte die gespenstische Szenerie vor einem UNESCO-Welterbe allerdings gewöhnungsbedürftig sein.

Am Zugang zur höher gelegenen Altstadt, dem Portal de ses Taules, werden Passanten derzeit mit den Renovierungsarbeiten am Alten Markt (Mercat Vell) konfrontiert. Ein hoher Bauzaun verhindert, dass Neugierige dem Geschehen zu nahe auf den Leib rücken. Bis zum Sommer, so stellt sich die Stadtverwaltung das vor, soll die kleine, sympathische Markthalle in gänzlich  neuen Glanz erstrahlen.

Geschäftsleben im Winterschlaf

Nicht viel einladender sieht es auf der Plaça de Vila wenige Meter weiter oben aus. Auch dieser Platz, auf dem es im Sommer vor allem zu abendlicher Stunde nur so von Menschen wimmelt, legt derzeit seine Eingeweide offen: Die Stadt erneuert in der kalten Jahreszeit die Rohre der Versorgungsnetze. Provisorische Wege ermöglichen zwar den Durchgang, erschweren aber die Orientierung, vor allem für ortsunkundige Besucher.

Wie in dieser Jahreszeit üblich, befindet ich das geschäftliche Treiben in Dalt Vila im tiefen Winterschlaf. Von geöffneten Läden lässt ich nur träumen. Selbst für das Allernötigste müssen Anwohner ins benachbarte La Marina-Viertel hinabsteigen. Doch auch dort ist das Angebot bis Ostern stark eingeschränkt. Auf Kunden warten lediglich eine Handvoll Läden, der Großteil des Viertels wirkt wie ausgestorben.

Staub verjagt Kundschaft

Die wenigen Betriebe, die dagegenhalten, spüren die Folgen der Bautätigkeit deutlich. In dem Café-Klassiker Croissant Show ist die Rede von einem spürbaren Rückgang der Kundschaft. „Man hat deutlich gemerkt, dass das Interesse an der Gegend nachgelassen hat“, sagt ein langjähriger Kellner. Staub, Lärm und eingeschränkte Erreichbarkeit wirkten sich negativ auf Inselgäste wie Stammkundschaft aus.

Hinzu komme, so berichten Anwohner und Geschäftsleute, ein „Gefühl der Abgeschiedenheit“ durch die zwei Baustellen am Mercat Vell und der Plaça de Vila. Viele Bewohner zögen nun vor, ihre Besorgungen außerhalb ihrer gewohnten Nachbarschaft zu erledigen. Bis die Bauzäune wieder aus dem Straßenbild verschwinden, bleibt die Altstadt im Ausnahmezustand – schläfrig, schwer erreichbar und unter einer dünnen Schicht Staub begraben.

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