Auf Ibiza tobt seit Tagen eine unerbittlich und öffentlich ausgetragene Auseinandersetzung darüber, wer in der Gunst der Leser zahlenmäßig die Nase vorn hat. Im Zentrum des insularen Zeitungskrieges stehen die beiden konkurrierenden Regionalblätter Diario de Ibiza und Periódico de Ibiza y Formentera. Und die Frage, welches Medium das Jahr 2025 für sich entscheiden konnte – insbesondere im digitalen Bereich.
Auslöser des Streits sind aktuelle Reichweitendaten der Oficina de Justificación de la Difusión (OJD). Periódico de Ibiza y Formentera erklärte unter Berufung auf diese Zahlen, das vergangenen Jahr als digitales Leitmedium abgeschlossen zu haben. Im Dezember 2025 habe das Onlineangebot mehr als 3,1 Millionen Seitenaufrufe, über 1,9 Millionen Besuche und rund 1,2 Millionen eindeutige Nutzer erreicht. Damit habe man den Hauptkonkurrenten deutlich übertroffen und zugleich im balearischen Vergleich den dritten Platz unter den meistgelesenen digitalen Zeitungen eingenommen.
Zugriffszahlen mit Aprilscherz gepimpt?
Diario de Ibiza weist diese Schlussfolgerung entschieden zurück. Zwar räumt das Blatt ein, im Dezember hinter dem Konkurrenten gelegen zu haben. Dieser Vorsprung sei jedoch nahezu ausschließlich auf „eine viral gegangene Meldung“ zurückzuführen. So habe eine einzelne Meldung, die sich über soziale Netzwerke weit über Ibiza und Formentera hinaus verbreitet habe, innerhalb weniger Tage zu einem außergewöhnlichen Anstieg der Zugriffszahlen bei Periódico de Ibiza y Formentera geführt. Tatsächlich habe der Konkurrent nur an wenigen Tagen im Dezember eine höhere digitale Reichweite erzielt.
Besonders kritisch bewertet Diario de Ibiza einen weiteren Ausschlag, der auf eine am 28. Dezember (der spanische 1. April) veröffentlichte scherzhafte Falschmeldung, zurückzuführen gewesen sei. Solche Praktiken seien mit den Anforderungen an seriösen Journalismus kaum vereinbar, heißt es, gerade in einer Zeit, in der Medien um Glaubwürdigkeit ringen und „Fake News“ bekämpfen müssten.
Unterschiedliche Lesart der Zahlen
Inhaltlich kreist der Streit um die Frage, welche Kennzahlen für die Bewertung medialer Marktführerschaft tatsächlich maßgeblich sind. Diario de Ibiza argumentiert, entscheidend seien nicht einzelne Monatsergebnisse oder virale Ausreißer, sondern stabile Jahresdurchschnitte. Nach eigenen Angaben sei man auch 2025 das „reichweitenstärkste digitale Medium der Pityusen“ gewesen – gemessen an Nutzern, Besuchen und Seitenaufrufen.
Beide Verlagshäuser verweisen zugleich auf ihre journalistische Qualität und danken Lesern und Werbekunden für Vertrauen und Treue.



