Für Zuschauer an Land hat Freiwasserschwimmen nur einen sehr begrenzten Unterhaltungswert. Das hält die Athleten nicht davon ab, unter extremen Bedingungen Topleistungen abzurufen. Beim zweiten Weltcup vor Ibiza war das nicht anders.
Die schwierigen Bedingungen im Mittelmeer vor Ibiza haben den deutschen Freiwasserschwimmern beim Weltcup am zurückliegenden Wochenende stark zugesetzt. Bei starkem Wellengang und vergleichsweise kühlen 18,6 Grad Wassertemperatur war Rang sieben von Lea Boy noch das beste Ergebnis aus deutscher Sicht, während Olympiasieger Florian Wellbrock im Männer-Rennen überraschend das Teilnehmerfeld von hinten sah.
Boy musste hungrig schwimmen
Boy zeigte sich nach dem Rennen dennoch zufrieden mit ihrer Leistung. Die 26-Jährige vom SV Würzburg 05 hielt lange Kontakt zur Spitzengruppe, verlor jedoch auf der Schlussrunde den Anschluss. „Das Rennen war sehr hart, ich habe in der letzten Runde dann leider den Anschluss verloren“, sagte sie laut Deutschem Schwimm-Verband. Erschwerend sei hinzugekommen, dass sie an der Verpflegungsstation zweimal leer ausgegangen sei. Angesichts der Umstände könne sie „mit dem Ergebnis nicht unzufrieden sein“.
Der Sieg ging wie schon beim Weltcup-Auftakt an die Australierin Moesha Johnson, die mit den Bedingungen am besten zurechtkam. Hinter ihr schlugen die Spanierin Ángela Martínez Guillen und die Ungarin Viktoria Mihályvári-Farkas an. Boy, die zum Saisonbeginn noch auf Rang drei geschwommen war, musste sich diesmal mit Platz sieben begnügen.
Noch ernüchternder fiel die Bilanz bei den Männern aus. Wellbrock, der den Auftaktwettkampf in Ägypten gewonnen hatte, kam über Rang 30 nicht hinaus. Zwar hielt der viermalige Weltmeister über weite Strecken Anschluss an die Spitze, konnte das Tempo aber anders als zuletzt nicht selbst bestimmen. Auf der letzten Runde verlor er weiter an Boden und erreichte das Ziel mit deutlichem Rückstand.
Weltmeister Wellbrock abgeschlagen
Der Sieg ging an den Ungarn David Betlehem vor dem Franzosen Sacha Velly und dem Italiener Andrea Filadelli. Oliver Klemet, zwischenzeitlich sogar in der Spitzengruppe unterwegs, gab das Rennen vorzeitig auf. Nach Verbandsangaben setzte ihm vor allem die Kälte zu.
Für Wellbrock setzt sich damit eine Phase durchwachsener Ergebnisse fort. Bereits zuletzt hatte er im Becken hinter der nationalen Konkurrenz zurückstecken müssen und die Normzeiten für internationale Meisterschaften verpasst.
Abseits der deutschen Perspektive nutzten insbesondere die spanischen Athletinnen die Wettkämpfe vor heimischer Kulisse. Über fünf Kilometer sicherte sich Candela Sánchez den Sieg in der offenen Klasse sowie den nationalen Titel. Auch bei den Männern setzte sich mit Sacha Velly ein internationaler Starter durch, während der beste Spanier im Gesamtklassement außerhalb der Medaillenränge blieb.





